1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nonnweiler

"So was habe ich noch nicht erlebt"

"So was habe ich noch nicht erlebt"

Primstal. Es ist die 37. Spielminute. Frank Schmidt, Torwart des Fußball-Verbandslisten VfL Primstal, ist bedient. Gerade hat Kai-Uwe Hahn mit einem platzierten Schuss das dritte Tor für die SG Schwemlingen-Tünsdorf-Ballern markiert, und schon rollt der nächste Angriff auf sein Gehäuse zu. Doch dieses Mal ist Schmidt zur Stelle und wehrt den Kracher von Klaus-Peter Schröder zur Ecke ab

Primstal. Es ist die 37. Spielminute. Frank Schmidt, Torwart des Fußball-Verbandslisten VfL Primstal, ist bedient. Gerade hat Kai-Uwe Hahn mit einem platzierten Schuss das dritte Tor für die SG Schwemlingen-Tünsdorf-Ballern markiert, und schon rollt der nächste Angriff auf sein Gehäuse zu. Doch dieses Mal ist Schmidt zur Stelle und wehrt den Kracher von Klaus-Peter Schröder zur Ecke ab. "Mein Gott, ihr seid viel zu brav", brüllt der VfL-Schlussmann seine Vorderleute an. Die scheinen beim Kirmesspiel zum Tag der offenen Tür geladen zu haben, wie Klaus-Peter Schröder kurz darauf mit dem 4:1 demonstriert (40.). Nun scheint der VfL mausetot. Dass die Hoffnung nicht ganz stirbt, dafür sorgt kurz vor der Pause Thomas Maldener, der nach einer Ecke auf 2:4 verkürzt. Die Pause bietet den 450 Zuschauern im Primstaler Allerswald Zeit zum Durchschnaufen. Denn was die Abwehrspieler beider Mannschaften im Laufe der ersten 45 Spielminuten boten, ließ beim Anhang öfters den Atem stocken. Die zweite Halbzeit beginnt dann, wie die erste endete: Eckball für Primstal, Maldener ist zur Stelle und markiert den Anschlusstreffer (48.). In der Folge versucht der VfL, den Druck weiter hoch zu halten, muss dann aber einen Gang zurückschalten. Das weiß die taktisch hervorragend eingestellte SG zu nutzen und erzielt mit der fünften Chance das fünfte Tor (59.). Es folgt der Anstoß für Primstal, und der erneute Anschluss zum 4:5 nach einem Alleingang von Nicola Lalla - nach gerade einmal einer Stunde. Doch damit noch lange nicht genug: Nach einem Foul am eingewechselten Dominik Flesch gibt es Strafstoß für den VfL. Der Gefoulte schießt selbst und trifft zum 5:5 (75.). "Pfeif ab", rufen nun die Anhänger beider Seiten. Doch es geht weiter. Neun Minuten vor Schluss schlägt das Schicksalspendel wieder in Richtung Schwemlingen aus. Mathias Palmer nutzt einen Stellungsfehler in der Primstaler Hintermannschaft und schiebt zum 6:5 ein. Nun ist die Moral des VfL endgültig gebrochen - die Gäste bedanken sich mit zwei weiteren Treffern zum 5:8-Endstand aus Primstaler Sicht. "So ein Spiel habe ich noch nicht erlebt", war der am häufigsten zu hörende Satz im Stadion. "In der ersten Hälfte waren wir überlegen, bisschen unglücklich waren die Gegentore kurz vor und nach der Pause", sagt SG-Spieler Klaus-Peter Schröder. "Letztlich entscheidend war das 6:5. Wenn Primstal das Tor macht, gewinnen die, so hatten wir das bessere Ende." Weniger glücklich waren die Gastgeber, die durch die Niederlage die Tabellenführung einbüßten: "Nach so einem Spiel tut es weh, mit leeren Händen dazustehen", sagt Andreas Finkler. Aber: "Es gibt keinen Grund, jetzt den Kopf hängen zu lassen. Wir haben alles gegeben und bis zum Schluss gekämpft."