1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nonnweiler

So lief das Online-Bierseminar in Kastel

Aktion in Kastel : Genießer treffen sich zur virtuellen Bierprobe

29 Freunde des Gerstensaftes haben am Online-Seminar teilgenommen. Wie das ablief, erläutert Initiator Joachim Hahn.

Die Kneipen sind schon seit Monaten geschlossen. Prost, Mahlzeit. Und sein Bierchen immer nur zu Hause solo zu zischen, ist auf Dauer für den geselligen Freund des Gerstensaftes auch nicht so prickelnd. Aus diesem Grund hat der CDU-Ortsverband Kastel den Bürgern die Teilnahme an einem exklusiven Online-Bierseminar angeboten. „Damit wollten wir ein Hauch Normalität in unser Dorfleben bringen, um mal wieder in einer größeren Runde – wenn auch nur virtuell – ein paar gemütliche Stunden gemeinsam verbringen zu können“, erläutert Joachim Hahn die Intension.

Die Nachfrage nach mehr als nur dem so beliebten kühlen Blonden kann sich sehen lassen: 29 Liebhaber des Gerstenkaltgetränks aus Kastel, Primstal, Otzenhausen und ein in Stuttgart lebender Ex-Kasteler haben beim ersten Online-Bierseminar im Nonnweiler Gemeindeteil mitgemacht. „Die Regeln zum coronakonformen Miteinander sollten eingehalten werden. Bei unserem Planungsbeginn waren die erlaubten Vorgaben, dass zu einem Haushalt eine weitere Person dazu stoßen durfte“, sagt Hahn.

Pünktlich ist die Getränkelieferung der Saarbrücker Brauhof Saar GmbH für 32 Euro pro Paket bei den Seminarteilnehmern angekommen. „Bei der Auswahl der Brauerei wollten wir in der Region bleiben“, erklärt Hahn weiter. Abends gegen 18.30 Uhr begrüßen Brauhof-Saar-Geschäftsführer Ralph Walther und Martin Mihm, Biersommelier der Karlsberg-Brauerei, die feucht-fröhliche Online-Runde an den Monitoren sowie einer Leinwand. Eingangs werden die Teilnehmer virtuell durch die Brauerei geführt. „Bis zum abschließenden Etikettieren wurden uns alle Vorgänge dargestellt und erklärt“, berichtet Hahn.

 Auch ein Bierseminiar kann online über die Bühne gehen.
Auch ein Bierseminiar kann online über die Bühne gehen. Foto: Joachim Hahn

Dann steigt die Verkostung, die erste Flasche, ein helles untergäriges Lagerbier wird geöffnet und rinnt die durstigen Kehlen der Bierfreunde runter. „Nach der Beschreibung der Zutaten zum entstandenen Geschmack ist uns die Wichtigkeit der richtigen Glasvariante passend zum Bier genauestens beschrieben worden“, erklärt Hahn, dass auch das Auge mittrinkt. Interessant und informativ seien die vom Biersommelier gezogenen Vergleiche zwischen den getesteten Sorten und den bei uns sogenannten bekannten Industriebieren gewesen.

„Hallo Wien“ nennt sich der zweite Gerstensaft aus der Kreativbrauerei, den die Bierliebhaber vor dem Monitor prüfen. Mit den Informationen der Zutaten (Kürbis, Pink- Banana und Zimt), so Hahn, seien die Unterschiede des Brauwassers und des Hopfens „die eigentliche Seele des Bieres“ in seiner Entwicklung dargestellt worden. Bier sei weit mehr als Hopfen und Malz, suggerieren die beiden Experten und wollen den Bier-Horizont der 29 Teilnehmer durch neue Geschmackserlebnisse erweitern. Die Sorte „Wheat Pale Ale Hot Pepper“ und die Craftbiere mit den Namen „Single Hop Ipa Azacca“ und „Black Bitch“ werden präsentiert und probiert. Den letzten Schluck der rund dreistündigen Verkostung bildet ein obergäriges, elfprozentiges Barley Wine styled Bier. „Das Zusammenspiel zwischen Industrie und handwerklicher Herstellung des Bieres mit Anekdoten und Erfahrungen der beiden Fachleute und die mehrfachen Beiträge durch Wortmeldungen in der Videobeteiligung haben uns einen kurzweiligen Abend beschert“, resümiert Hahn, der bestätigt, dass er neues Fachwissen aus der Bierszene mitnehmen konnte. Die Krönung sei das gemeinsame Genießen und der virtuelle Geschmacksaustausch gewesen.

„Die Rückmeldungen der Teilnehmer waren positiv, das Online-Bierseminar ist gut angekommen“, fasst Hahn zusammen. Lediglich bei den mitgelieferten Snacks haben die Teilnehmer noch Verbesserungsbedarf festgestellt. Gut möglich, dass der CDU-Ortsverband bei zurückkehrender Normalität eine solche Bierprobe auch einmal im Castellum anbieten wird.