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Singen zwischen Vergangenheit und ZukunftDer Chorgesang hat eine gute Basis

Singen zwischen Vergangenheit und ZukunftDer Chorgesang hat eine gute Basis

Sitzerath. Die Bestandsaufnahme nach neun Jahrzehnten: Der Männergesangverein Liederkranz sendet zwar immer noch kräftige Impulse. Leichte Zweifel an ganz langer Lebensdauer aber kommen auf. Das Anheuern von Jungsängern schafft auch in Sitzerath Sorgenfalten. Dieses Problem wird nicht hinter den Kulissen versteckt

Sitzerath. Die Bestandsaufnahme nach neun Jahrzehnten: Der Männergesangverein Liederkranz sendet zwar immer noch kräftige Impulse. Leichte Zweifel an ganz langer Lebensdauer aber kommen auf. Das Anheuern von Jungsängern schafft auch in Sitzerath Sorgenfalten. Dieses Problem wird nicht hinter den Kulissen versteckt. Man bemüht sich redlich um Verbesserung, aber die Stimmen der jüngeren Generation werden auch hier auf den Bühnen der leichteren Unterhaltung laut. An den Jubiläumstagen zeigten die 20 Liederkranz-Sänger, geleitet von Armin Kaspar, gute Singqualität, die es zu wahren gilt. Hohes Lob auf die Vergangenheit und Hoffen auf eine Zukunft mit größerer Chorstärke: Zwischen diesen Markierungen bewegt sich die MGV-Gegenwart. Das war auch der Tenor der Festredner und Gratulanten. Auch der von Herbert Lauer, der den Verein von 1977 bis 1985 sowie von 1988 bis 1990 geführt hat. Jetzt wohnt er in Heusweiler. Den Wunsch aus dem Heimatdorf, zum Jubiläum die Schirmherrschaft zu übernehmen, hatte er spontan akzeptiert. Lauer singt im Chor Oberes Köllertal, der mit ihm zum Fest in den Hochwald fuhr und beim Kommers wertvolle Akzente setzte. Dem Liederkranz wünschte der Schirmherr "vorrangig eine positive Sängerwerbung". Auch Hans-Uwe Schneider, Bürgermeister der Gemeinde Nonnweiler, bedauerte den Negativtrend der Mitgliederzahl und Altersstruktur in den Gesangvereinen: "Wurden die Menschen früher schon im Kindesalter an den Gesang heran geführt, so ist dies heute leider anders." Ortsvorsteher Alfred Schmitt lobte die kulturelle Vielfalt im Ort, in dem der MGV "ein wichtiger Bestandteil öffentlichen Lebens" sei, und machte dem Jubilar Mut: "Auf in Richtung 100-jähriges Jubiläum!" Worte, die die Liederkranz-Aktiven und ihren rührigen Vorsitzenden Matthias Nickels, schon seit 18 Jahren an der Spitze, zu Aktivitäten bei der jungen Generation animieren sollen. In der gut gefüllten Benkelberghalle wurde ein munteres Programm geboten. Angefangen von der heimischen Pfarrkapelle Lyra (Dirigent Jörg Klein) über den Jubiläums-Chor, die Chorgemeinschaft Oberes Köllertal, den MGV Limbach und den Kirchenchor Sitzerath, dirigiert von Michael Ludwig. Die Qualität aller Vorträge hatte Niveau. Herausragend der Titel "Die zwölf Räuber", vorgetragen vom MGV Limbach unter der Leitung von Horst Wirth mit dem sonoren Solopart des Opernsängers Karl-Heinz Simon. Der Kirchenchor integrierte in "Die Post im Walde" die Trompetenklänge von Patrick Sänger. Alles in allem ein gut gelungener Festabend. Kontrastreich verlief auch der zweite Jubiläums-Tag: Totenehrung auf dem Friedhof; feierliches Hochamt, mitgestaltet vom MGV Bildstock; Frühschoppenkonzert der Pfarrkapelle Sitzerath; Freundschaftssingen mit den Männergesangvereinen aus Wadrill, Eiweiler, Sötern, Otzenhausen, Büschfeld und dem Gemischten Chor Löstertal. Den schwungvollen Schlusspunkt hinter das gelungene Fest setzten die "Peterberger Musikanten".

AUF EINEN BLICK Der Vorsitzende des Kreis-Chorverbandes St. Wendel, Ingbert Schummer, und der Vorsitzende des MGV Sitzerath, Matthias Nickels, nahmen die Jubilarehrungen vor. Deutscher Chorverband für 60 Jahre Singen: Hans Wachs, Josef Kaufmann; 50 Jahre: August Paulus, Arnold Adams, Herbert Becker. Saarländischer Chorverband für 40 Jahre: Werner Scherer, Hans-Günter Paulus; 25 Jahre: Josef Stroh, Matthias Nickels, Joachim Steinmetz. - Liederkranz-Ehrungen für Aktive, 20 Jahre: Alfred Lorscheter; 15 Jahre: Manfred Wilhelm, Wilhelm Hoffmann, Ahmed Othmann; zehn Jahre: Marcel Petit, Rudolf Lukas. - Liederkranz-Ehrungen für Inaktive, 60 Jahre: Theo Wagner; 50 Jahre: Hans Fees, Josef Barth; 40 Jahre: Siegfried Anton, Martin Brücker, Alois Feid, Helmut Eiden, Dieter Horn, Waldemar Detemple, Josef Pütz, Wilhelm Hoffmann, Alois Gubernator, Alfred Seimetz; 25 Jahre: Eduard Barth, Oswin Barth, Eugen Haupenthal, Fritz Lang, Josef Naumann, Alfred Schmitt, Manfred Schmitt, Siegbert Schmitt, Werner Stroh. wb