Segensfeier für das neue Kreuz

Primstal. Es war im September vergangenen Jahres. Im Pfarrsaal hatte eine Tanzveranstaltung stattgefunden. Am folgenden Morgen lag das Kreuz, das 1918 für 29 gefallene Mettnicher und Mühfelder Soldaten errichtet worden war, zerbrochen am Boden. Nur der Sockel stand noch. Bis heute konnte nicht aufgeklärt werden, wer diesen Frevel begangen hat

Primstal. Es war im September vergangenen Jahres. Im Pfarrsaal hatte eine Tanzveranstaltung stattgefunden. Am folgenden Morgen lag das Kreuz, das 1918 für 29 gefallene Mettnicher und Mühfelder Soldaten errichtet worden war, zerbrochen am Boden. Nur der Sockel stand noch. Bis heute konnte nicht aufgeklärt werden, wer diesen Frevel begangen hat. "Wir haben im Ortsrat lange überlegt, was wir tun sollen", sagte Ortsvorsteher Kurt Rech (SPD) gegenüber der SZ. Nach einem Gespräch mit dem Marpinger Steinmetz und Bildhauer Egon Dewes fiel die Entscheidung, von ihm ein neues Kreuz mit Christuskörper anfertigen zu lassen. Als Material nahm er Udelfanger Sandstein, der feinkörnig und homogen ist und sich für eine Bildhauerarbeit gut eignet. Egon Dewes fertigte das Kreuz und den Korpus aus einem Stück. Zunächst arbeitete er die Kreuzform heraus und zeichnete dann die Figur auf, die er anschließend mit viel Gefühl herausschlug. Nach dem Kirmeshochamt hielt Pastor Hans Leininger an dem wiedererrichteten Kreuz eine Segensfeier, an der auch Mitglieder der Reservistenkameradschaft teilnahmen. Das Kreuz stehe nicht für das Leid, sondern für das Heil der Welt, sagte der Geistliche in seiner Ansprache. Er schlug dabei einen Bogen zum Fest der Kreuzerhöhung und auf das gleichnamige Patronat, das die Pfarrkirche trägt. Ortsvorsteher Kurt Rech sprach vom Kreuz als einem Zeichen des Friedens. Die 29 auf dem Sockel mit Namen verzeichneten Kriegstoten seien ein Teil der Dorfgeschichte. Rech lobte in diesem Zusammenhang die Kirmesjugend, die durch ihre Anwesenheit das Interesse an dieser Geschichte bekundete. Die Feier, an der 100 Gläubige teilnahmen, wurde musikalisch vom Kirchenchor unter der Leitung von Evelyn Finkler begleitet. Das Gedenkkreuz war im Jahre 1918 von den Familien der 29 Gefallenen errichtet worden. Bis 1968 hatte es seinen Platz auf einem Plateau am Treppenaufgang zu der ehemaligen Kirche. An dieser Stelle verlas der Schellenmann früher einmal in der Woche die Bekanntmachungen. Als die Kirche neu gebaut wurde, erhielt das Kreuz am Weg zwischen dem Pfarrhaus und dem alten Chor einen neuen Standort. Helmut Puhl, der sich schon um viele Kreuze auf der Primstaler Gemarkung gekümmert hat, setzte sich auch für die Wiederherstellung dieses Gedenkkreuzes ein. Die Kosten beliefen sich auf 2800 Euro. 500 Euro gab Saar Toto dazu. Der Restbetrag wurde aus Mitteln der Primstaler Dorfverschönerung bestritten. gtr

Mehr von Saarbrücker Zeitung