Schüler rappen über die Heimat

Nonnweiler. So bleibt ein Schultag als ein unvergesslichen Erlebnis im Gedächtnis haften. In einem Rap-Text fassen Manfred Theisen und die Grundschüler das Erarbeitete musikalisch zusammen. "Kastel, Bierfeld, Schwarzenbach, Nonnweiler, Hallenbad und Autokino - das ist meine Gemeinde - das ist meine, unsere Heimat", schallt es stakatoartig im Sprechgesang durch den Klassenraum

Nonnweiler. So bleibt ein Schultag als ein unvergesslichen Erlebnis im Gedächtnis haften. In einem Rap-Text fassen Manfred Theisen und die Grundschüler das Erarbeitete musikalisch zusammen. "Kastel, Bierfeld, Schwarzenbach, Nonnweiler, Hallenbad und Autokino - das ist meine Gemeinde - das ist meine, unsere Heimat", schallt es stakatoartig im Sprechgesang durch den Klassenraum. Ein heimatlicher Song, im Stile zeitgemäßer Jugendkultur, feiert zum Abschluss des kurzweiligen Besuchs des vielfach ausgezeichneten Autors noch seine Premiere. Das Gastspiel des 47-jährigen Kölners war in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn für die Grundschule. Die Schüler hatten einen Workshop der Lese-Initiative "Wasserkästen für Bücherkisten" von Hochwald Sprudel und dem Friedrich-Bödecker-Kreis gewonnen. "Es war einfach super. Er hat uns alles in tollen Beispielen erklärt", bilanziert Schülerin Vanessa Görgen-Pais den lehrreichen Vormittag mit dem Gastlehrer. Mit viel Witz und Musik erarbeitet der Kumpeltyp in spielerischer Weise mit den Zehn- und Elfjährigen, was Heimat für jeden einzeln persönlich bedeutet, wo Heimat steckt und wie viele "Heimaten" es für Menschen überhaupt gibt. Passend dazu sollten die Schüler einen Gegenstand mitbringen. Beriwan Boga hielt eine Kette aus der kurdischen Heimat ihrer Eltern hoch. Andere Kinder zeigen Fotomotive aus ihrem Heimatort, oder ihre Stofftiere und erzählen dazu eine individuelle Geschichte. Anschließend lauschen sie dem orientalischen Geschichte "Was im Sack war", und dem aus der Feder des Autor stammende Märchen "Der kleine Astronaut". Theisen inspiriert und animiert die Schüler zu überlegen, was es in der Heimat für schöne Dinge gibt. Überaus staunend stellen sie bei ihrer Recherche fest, dass jeder etwas anderes mit Heimat verbindet. "Heimat ist auch, wo ihr alle zusammen seid", betont der Autor ausdrücklich. Fast ganz nebenbei vermittelt er dabei den Schülern, worauf es beim Lesen, Schreiben und dem Erfinden von Geschichten ankommt. "Ihr müsst Spaß daran haben, Neugierde wecken und Spannung erzeugen", legt er der Klasse für die Zukunft ans Herz. Wohl genau deshalb hat Theisen zum Finale des Lese-Workshops, mit der Improvisation des Rap-Songs, noch ein überraschendes Bonbon mit langem Haltbarkeitsdatum als Zugabe parat. "Er hat die Kinder gut gepackt. Sie nehmen sehr viel mit", schwärmt auch Klassenlehrerin Alexandra Gehlen. Ihre Klasse habe live von einem Profi wertvolle Tipps für den Deutschunterricht erhalten.

Auf einen Blick Zur Person: Geboren wurde Manfred Theisen 1962 in Köln. Nach einem Studium der Germanistik, Anglistik und Politik zog es ihn in die ehemalige Sowjetunion, wo er zwei Jahre lang für das deutsche Innenministerium forschte. In Äthiopien gründete er einen Entwicklungshilfe-Verein. In seiner Heimatstadt leitete er eine Zeitungsredaktion. Seit mehreren Jahren unternimmt er außerdem zahlreiche Lesungen, so war er 2007 Berliner Kulturpate. Manfred Theisen wurde bereits mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet. Zu seinen Veröffentlichungen gehören unter anderem "Ontika. - Das Vermächtnis der Drachen" und "Der kleine Astronaut". Zum Projekt: Die Lese-Initiative "Wasserkästen für Bücherkisten" setzt sich für die Förderung der Lese- und Bildungslust der Grundschüler, sowie der 5. und 6. Klassen in Rheinland- Pfalz und dem Saarland ein. frf