Schon die Kelten waren GenießerBunte Landpartie

Schon die Kelten waren GenießerBunte Landpartie

Sitzerath. Es ist herbstlich kühl und regnerisch im Hochwaldort. Im Pendelverkehr kutschiert Horst Kasper dementsprechend wenig Fahrgäste mit seinem 2 PS starken Gesellschaftswagen zwischen dem Landgasthof Paulus, dem Wirtschaftsgarten und dem Hochbeetgarten hin und her. "Das Wetter können wir leider nicht planen", meint Sigrun Essenpreis vom veranstaltenden Landgasthof Paulus

Sitzerath. Es ist herbstlich kühl und regnerisch im Hochwaldort. Im Pendelverkehr kutschiert Horst Kasper dementsprechend wenig Fahrgäste mit seinem 2 PS starken Gesellschaftswagen zwischen dem Landgasthof Paulus, dem Wirtschaftsgarten und dem Hochbeetgarten hin und her. "Das Wetter können wir leider nicht planen", meint Sigrun Essenpreis vom veranstaltenden Landgasthof Paulus. Ihr Konzept, regional erzeugte Grundprodukte verbunden mit der traditionell ländlichen Gourmetküche in ein Event zu verpacken, geht dennoch voll auf. "Unsere Besucher sind speziell Leute die etwas über die Hintergründe der Produkte erfahren wollen. Bei uns bekommen sie Tipps und Informationen direkt vom Experten", sagt die Organisatorin.Am Marktstand von Bioland-Gemüsebauer Stefan Denis nutzt Christian Wabnitz aus Neunkirchen die Gelegenheit zum Einkauf. "Die Landpartie wurde uns von Bekannten empfohlen", erzählt er. Seine Ehefrau, die trockenen Mais zu Dekorationszwecken sucht, wird bei Denis fündig. Über "die Arche des Geschmacks" berät Slow Food - Saarland-Conviviumleiterin Maria Voß-Peter eine interessierte Besucherin. Regionale Lebensmittel seien mehr und mehr im Trend. "Da weiß man einfach, wo sie herkommen", schildert sie.

Keltische Gerichte

Wie die weltweite Vereinigung von bewussten Genießern pflegten bereits die alten Kelten die Kultur des Essens und Trinkens. Der Freundeskreis keltischer Ringwall hält dies lebendig und präsentiert Nahrungs- und Heilpflanzen im Barthschen Garten. "Passend zum Keltenjahr 2011 werden wir im Landgasthof auch keltische Gerichte anbieten", blickt Essenpreis voraus. Seltenes Saatgut wie Erdbeerspinat oder Ananaskirsche hat die Hunolsteiner Dreschflegel-Gruppe in ihrem Sortiment. Nebenan gibt es Leinöl und Senf von der Bliesgau Ölmühle oder gepressten Apfelsaft in der mittelalterlichen Apfelkrämery Malus Domesticus, wo Johann von Hagen alias Andreas Schommer den Kelter bedient.Modische und bunte Vogelscheuchen gestalten die Schüler und Lehrerinnen der Freien Waldorfschule Saar-Hunsrück aus Walhausen. Auf einmal füllt sich der Wirtschaftsgarten. Sitzerather Bürger, die sich während des Gartenerhaltung- und Rekultivierungsprojektes über zwei Jahre hinweg ehrenamtlich engagiert haben, werden für ihre Verdienste geehrt. Dazu singt der Männergesangverein Liederkranz.

Zum Abschluss der Landpartie versteigert SR3-Moderator Bernd Stigulinszky die von der Waldorfschule gefertigten Vogelscheuchen. Der Erlös geht in den Erhalt und die Rekultivierung der Sitzerather Haus- und Küchengärten. "Wir sind mit dem Tag sehr zufrieden", resümiert Essenpreis. Das Interesse der Leute, über alles was mit dem Garten zu tun hat, sei unglaublich.

Auf einen Blick

Ortsvorsteher Alfred Schmitt ehrte während des Modellprojektes "Sitzerather Haus- und Küchengärten" die nachfolgenden Bürger: Johanna Barth, Anette Bartz, Lotti Clemens, Sigrun Essenpreis, Antonia Hoffmann, Hilde Marmitt, Marion Mergens, Lieselotte Scherer, Sandra und Thorsten Schunk, Manfred Schunk, Manfred Michels und Albert Paulus. frf