Schlacht um Otzenhausen steigt in der Hunnenringhalle

Festival : Fliegende Haarmähnen und jede Menge Metal

Zur „Schlacht um Otzenhausen“ werden 300 Fans in der Hunnenringhalle erwartet. Zwölf Bands treten auf zwei Bühnen auf.

Dezibelgewitter, fliegende Haarmähnen auf und vor der Bühne. Zeigefinger und kleiner Finger nach oben gereckt: Seit Jahren ist die „Pommesgabel“ das Erkennungszeichen der Metal-Szene. Und die Fans dieser Musikrichtung bekommen am Samstag, 2. November, in der Otzenhausener Hunnenring wieder richtig was auf die Ohren. Zwölf Bands treten bei der „Schlacht um Otzenhausen“ auf zwei Bühnen auf. Organisiert und präsentiert wird das Hallenfestival vom alteingesessenen Metalverein Celtic Warriors. „Über die Jahre haben wir uns mit dem Festival einen guten Namen erworben. Die Besucher wissen, dass wir auf Qualität setzen“, meint Ober-Warrior Mathias Dahmen. Rund 300 Bewerbungen von Bands seien für die Teilnahme am Lauschangriff eingegangen. „Wir haben uns alle Demos angehört und dann im Vorstand entschieden, welche Bands auftreten“, erläutert Dahmen.

In diesem Jahr haben die Initiatoren auf die Verpflichtung eines namhaften Zugpferds für die Veranstaltung verzichtet. „Wir sind in den Untergrund abgetaucht und wollten mal weniger bekannte, aber qualitativ gute Bands holen. Und da gibt es in der Metalszene immer etwas Neues zu entdecken“, stellt Dahmen fest. Und dennoch deckten die engagierten Formationen die ganze Vielfalt der Musikrichtung ab.

Schauen wir mal auf die Besetzungsliste. Die Band Destillator aus den Niederlanden steht auf Old-School-Thrash mit uhrwerkartigem Geknüppel im Stile von Slayer. Zu deren Glanzzeiten in den 1980er-Jahren waren die Musiker der Band Warfield aus Kaiserslautern noch nicht auf der Welt. Die Jungs stehen auf Geschredder und eingehende Melodieparts, singen über politische und soziale Missstände und beklagen die Kriege in der Gesellschaft. Zwischen Raserei und Melancholik hält sich die Black-Metalband Der Rote Milan nach eigenen Angaben auf. Klar, bei einem derartigen Genre-Streifzug gehört auch das Posieren einer schrillen Glamrock-Formation dazu. Aus Hamburg kommt dafür Night Laser nach Otzenhausen. Zähflüssig wie ein Lavastrom und losgelöst von hymnischen Gitarrenriffs wird die Band Lord Vigo ihren Doommetal ausschütten, heißt es weiter. Die Musiker von Edge of Thorns kennen sich in der Hunneringhalle aus. Das Quartett war bei der „Schlacht-Premiere“ im Jahre 2008 schon mit von der Partie.

Nee, nee, Dahmen und Co. haben bei Zusammenstellung der Bands nicht unter einem Hörfehler gelitten. Aber wieso taucht denn eine eher dem Punkrock zugewandte Formation wie Christmas aus St. Wendel bei einem Metalfestival auf? „Das sind unsere Spezialgäste am späten Abend. Zum Abschluss wollen wir noch einen besonderen Akzent setzen“, kündigt der Warriors-Chef an. Als Rausschmeißer steht dann eine wilde Fahrt mit den Satanic-Rocksongs von Christmas auf dem Plan. Und welche Erwartungen haben die Veranstalter an die  Schlacht um Otzenhausen? „Wir gehen davon, das rund 300 Metalanhänger kommen werden“, sagt Dahmen. Er weiß, auf die Kuttenträger ist Verlass, und so viele Metal-
shows werden ja ohnehin im Saarland nicht angeboten.

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