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Schautafel als Blick in Geschichte

Schautafel als Blick in Geschichte

Unweit der ursprünglichen Fundstelle der keltischen Fürstengräber in Schwarzenbach hat die Gemeinde Nonnweiler eine archäologische Informationsstelle eingerichtet. Die Schautafeln beschreiben am Weg zum Sportplatz die Bedeutung der keltischen Adelsgräber.

Im Jahre 1849 wurden beim Pflügen am Ortsrand von Schwarzenbach die Überreste zweier keltischer Fürstengräber aus der Zeit um 400/380 vor Christus entdeckt. "Durch den Fund der Goldschale ist das Dorf Schwarzenbach weltberühmt geworden", erklärte der Archäologe Thomas Fritsch. In der unmittelbaren Nähe der Grabhügel hat die Gemeinde Nonnweiler jetzt eine Informationsstelle eingerichtet und vorgestellt.

"Was die Archäologie anbetrifft, ist das etwas Besonderes", meinte Bürgermeister Franz Josef Barth (parteilos). Die in Sichtweite zum keltischen Ringwall in Otzenhausen angelegten Adelsgräber würden die Beziehung zwischen dem Bestattungsplatz und der Festung bezeugen, so der Archäologe. "Der Grabhügelbau zeigt, es waren besondere weltliche Persönlichkeiten, die dort mit Luxusgütern niedergelegt wurden. Es waren Stammesanführer, sie haben die Festung begründet und somit war es die Initialzündung für den Bau des Ringwalls", erläuterte Fritsch. Denn beide bestatteten Herren seien in Blickrichtung des keltischen Ringwalls niedergelegt worden.

Für die Region sei es wichtig, diese historisch bedeutsamen Dinge den Leuten und den Gästen näher zubringen. Zudem hat der Betrachter an der danebenstehenden Station die Möglichkeit, durch einen Bilderrahmen die Lage des keltischen Ringwalls ins Visier zu nehmen.

Animiert und inspiriert von der Historie wurde bei den Verantwortlichen laut darüber nachgedacht, wie man die Station noch attraktiver gestalten könnte. Der Schwarzenbacher Ortsvorsteher Manfred Bock (SPD ) schlug vor, eine Kopie der Goldschale, die als Goldschale so nie gefunden worden ist, zusätzlich zu platzieren. Einen ganzheitlichen Ansatz verfolgte Fritsch. Der Grabungsleiter am Ringwall der Terrex gGmbH regte an, die Infostelle als Ausgangspunkt mit dem gallo-römischen Tempelbezirk "Im Spätzrech", dem Hügelgräberfeld "In der Kripp" und den keltischen Ringwall, zu verbinden und daraus einen Rundweg zu kreieren. "Das würde einen sehr guten Einblick in die Geschichte vermitteln", ist sich Fritsch sicher. Statt der vorgesehenen 4000 Euro hat die Informationsstelle vor der Zuwegung zum Schwarzenbacher Sportplatz 5600 Euro gekostet. Das Projekt ist mit 55 Prozent von der Kulturlandstiftung St. Wendeler Land (Kulani) bezuschusst worden.