Bilanz: Rotierende Mähnen und krachende Bässe

Bilanz : Rotierende Mähnen und krachende Bässe

13 Bands machten in Otzenhausen die Hunnenringhalle und den Jugendclub zu einem wahren Schlachtfeld der Metal-Szene.

Die achte Metal-Schlacht um Otzenhausen ist geschlagen. 13 Bands standen in der Hunnenringhalle und im Jugendclub auf der Bühne. „Es war organisatorisch eine gelungene Veranstaltung. Durch das überschnittene Programm war von zwei Bands immer was zu sehen und zu hören“, berichtet Oliver Thiel, Vorstandsmitglied beim veranstaltenden Metalverein Celtic Warriors aus Otzenhausen.

Die musikalische Mischung von Hardrock bis Deathmetal habe gepasst. „Mit kommerziellen Sachen haben wir ja nix am Hut“, betont Thiel. Deshalb, und weil im Saarland das Angebot an Konzerten in diesem Musikgenre nicht allzu üppig sei, bedauert der Verein den durchwachsenen Publikumszuspruch. „Wir hatten 300 zahlende Besucher, es waren ein paar zu wenig, aber wir werden über die Runden kommen“, gibt er sich kämpferisch, wie es sich für einen Warrior (Krieger) gehört. Neben den Gästen aus der Region, seien Metalanhänger von Stuttgart und aus Frankreich in den Hochwald gekommen. Zehn Wohnmobile oder Wohnwagen waren vor der Halle geparkt. „Die Szene wird halt älter. Ein Wohnmobil kommt doch gut, weil keiner mehr im Auto pennen will“, sagt Thiel.

Bis in die Nacht wurde beim Festival die Mähne geschüttelt und mit dem Rausschmeißer Ersatzkopf abgerockt. Der dreckige Rock ’n’ Roll der Ruhrpottband Crossplane, 2016 beim Wacken-Open-Air im Einsatz, kam auf der großen Bühne gut an. Im kleineren Jugendclub räumten die Deathmetaler Bloodspot aus Siegburg ordentlich auf. Erstmals hat der Veranstalter den Bands eine Ampel auf die Bühne gestellt. Rotes Licht bedeutete: Ende nach dem Lied, die gelbe Lampe signalisierte den Musiker: letzter Song.

Die Schlacht war für die Celtic Warriors zugleich die abschließende Veranstaltung in diesem Jahr. Drei Steel-Crusade-Partys (Livekonzerte mit drei Bands) hatten sie bereits zuvor gefeiert. Den Höhepunkt der Saison bildete die rasante Show der drei brasilianischen Thrashmetal- 
girls von Nervosa im Juli.

Bei Fabulous Desaster kamen ganz besonders die Thrash-Fans alter Schule voll auf ihre Kosten. Foto: King of the Borrowed Light

Im kommenden Jahr feiern die Warriors ihren 15. Geburtstag. „Wir können über die Jahre was vorweisen“, stellt Vorstandsmitglied Thiel fest. Wird es zum Jubiläum eine große Fete geben? „Sicherlich. Aber was im Einzelnen abgeht, steht noch nicht fest. Zuerst ziehen wir im Dezember unsere Jahreshauptversammlung durch und danach sehen wir weiter“, erklärt Vorstandsmitglied Thiel. Feststeht, dass der Verein 2018 wieder mit drei Steel-Crusade-Partys am Start sein wird. Los geht es damit Anfang Februar im Jugendclub der Hunnenringhalle.

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