Rathaussturm in Nonnweiler : Franz Josef Barth muss den Schlüssel abgegeben

Das Kinderprinzenpaar hat es mitsamt der Narren der Karnevalsgesellschaft 1954 Nonnweiler geschafft: Der Bürgermeister hat seinen Chefsessel geräumt.

Die Narren der Karnevalsgesellschaft 1954 Nonnweiler hatten wohl die richtige Mixtur gewählt, um Bürgermeister Franz Josef Barth (SPD-unterstützt) aus seinem bequemen Rathaussessel ins Exil zu vertreiben. Einerseits waren dies Pauken und Trompeten der Kolpingkapelle, mit denen die gesamte Narrenschar ihren Einzug ins Rathaus lautstark ankündigte, aber auch die Salven von Böllerschüssen des Schützenvereins Falkenauge Otzenhausen hatten ihre Wirkung. Die Kombination weckte den Verwaltungschef wohl aus seiner Schlafstellung zu neuem Leben. „Der Bürgermeister wird jetzt abgesetzt und durch das närrische Volk ersetzt“, verkündete Isabelle Barth, Elferratspräsidentin der KG. Nach einigen „Komm-raus-Rufen“ stand Barth schließlich vor dem närrischen Gefolge. Zu seiner Verteidigung monierte der Bürgermeister zwar, dass es schon wieder kein Prinzenpaar bei der KG von 1954 gibt, aber dies verschaffte ihm keinen Aufschub. „So lasst uns nun zur Sache schreiten, die Jungen in das Amt begleiten. Gerne gebe ich den Schlüssel weiter, weil Kinder sind von Haus aus heiter“, ergab sich der Verwaltungschef. Anschließend wurden die elf Verhaltensregeln vorgetragen, die für die nächsten Tage unbedingt einzuhalten sind. Denn: „Ab heute regiert bis Aschermittwoch die Narretei.“ Dad machte das Kinderprinzenpaar, Prinz Samuel I. und Prinzessin Pauline II., deutlich.