Friedliche Machtübernahme : Kuschelkurs am Nonnweiler Rathaus

Bürgermeister Franz Josef Barth entgeht einer Anklage. Stattdessen darf er über die Weltpolitik philosophieren.

Bei der Nonnweiler Karnevalsgesellschaft weht ein anderer Wind, seitdem auch Frauen im Elferrat vertreten sind. „Bürgermeister komm raus“, brüllt Isabelle Barth im Hof hinter dem Rathaus. Denn Franz Josef Barth (parteilos) soll endlich den Schlüssel rausrücken. „Was soll ich schwätze, wir brauchen größere Geschütze“, befiehlt die Verhandlungsführerin der Narren. Die Otzenhausener Bollerschützen lassen es ordentlich krachen und reißen Bürgermeister Barth aus dem Tiefschlaf. „Bist du wach“, fragt Barth bei ihrem Namensvetter aus Braunshausen nach, als der arg verpennt im Hof auftaucht.

Zu befürchten hat der Verwaltungschef nichts, gegen ihn wird von den Narren keine Anklage erhoben. Im Gegenteil. Der Bürgermeister darf gar über das politische Weltgeschehen philosophieren. „Der ganzen Welt ist es bekannt, Frau May hat sich verrannt“, nimmt er sich den Brexit auf der britischen Insel vor. Und zu US-Präsident Donald Trump meint Barth: „Die größte Qual, er kam an die Macht durch eine Wahl“. Die massiven Beschwerden der Nonnweiler Bürger sind für ihn mittlerweile zum Kerngeschäft geworden. Doch die Hochwaldgemeinde zu regieren, scheint ein Kinderspiel zu sein. Ihre Niedlichkeiten, das KG-Kinderprinzenpaar Kiara I. und Felix I. , übernehmen Barths Geschäfte. Der Kuschelkurs geht dann zu Kosten der Gemeindekasse an der Theke bei Dr. Löffler weiter.