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Primstaler Schule: Gute Noten von Politikern

Primstaler Schule: Gute Noten von Politikern

Dicke Bretter bohren – das taten Politiker seit Monaten, um die Noch-Ringwallschule wenigstens als Außenstelle zu erhalten. Jetzt liegt die Genehmigung vor, Politiker setzen auf die Eltern.

Spürbar erleichtert hat Franz Josef Barth die Entscheidung vernommen, für die auch er über Monate gekämpft hatte: Der Primstaler Schulstandort bleibt in absehbarer Zeit erhalten - wenn auch strukturell in anderer Gestalt als der bisherigen. Das Damoklesschwert, die noch selbstständige Gemeinschaftsschule könne dicht gemacht werden, ist fürs Erste abgehängt. Die Ringwallschule wird auch kommendes Schuljahr Kinder aufnehmen.

Der Nonnweiler Bürgermeister ist überzeugt, dass der Kompromiss zwischen seiner Gemeinde, dem Landkreis St. Wendel und Saar-Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD ) "eine Chance bietet, langfristig die Schule zu sichern". Denn mit der "Mutterschule Türkismühle" habe Primstal einen "sehr leistungsfähigen Partner". Die Ringwallschule wird zur Außenstelle.

Nicht nur das. Der parteilose Rathauschef verkündet: "Alle Viererklassen der Nonnweiler Grundschule wechseln nach Primstal." Das gelte ebenfalls ab dem Schuljahr 2015/16. Bisher werden zwei Klassen der vierten Jahrgangsstufe in Nonnweiler , eine in Primstal unterrichtet. Barth möchte mit der Konzentrierung des letzten Grundschuljahrgangs an einem Standort diesen stärken. "60 Prozent unserer Grundschulabgänger wechseln auf eine Gemeinschaftsschule und bleiben in der Gemeinde." Mit der Integration aller Viertklässler in Primstal erhofft sich der Verwaltungschef den Verbleib eines Großteils in Primstal.

Zwei Fünferklassen verlangt das Ministerium für den Fortbestand. Dieses Ziel sei gesichert, ist Barth überzeugt. "Es ist eine späte Entscheidung, aber wir haben noch sechs Wochen Zeit" - bis zum Anmeldeschluss für die Klassenstufe fünf. Dabei orientiere sich die Klassenstärke in Primstal an der in Türkismühle. "Das ist dann eine Schule, da kann es keine eklatant großen Unterschiede in der Durchschnittsstärke geben", sagt Barth.

Nonnweiler lässt sich die künftige Gemeinschaftsschule mit zwei Standorten etwas kosten: 27 000 Euro pro Jahr genehmigte der Gemeinderat für den zusätzlichen Schülertransport per Bus. Barth verteidigt: "Das hat zwei Vorteile: Bei drei Viererklassen können sich die Lehrer besser vor Ort vertreten als nur einer in Primstal." Und der pädagogische Ansatz sei positiv, wenn Schüler in der vierten Klasse mit denen der weiterführenden Gemeinschaftsschule kooperieren.

Wie bisher kommt laut Landrat Udo Recktenwald (CDU ) das Land für die Lehrer , der Kreis fürs Gebäude auf. Mache 400 000 Euro. Er sieht das Geld gut investiert. "Sicher hat der Diskussionsprozess zu Verunsicherung geführt", räumt er ein. Doch jetzt herrsche Klarheit für Schüler, Eltern und Lehrer . "In Primstal geht es weiter."

Eine Hürde im Kreistag, der am 26. Januar endgültig entscheidet, ist nicht in Sicht. Bei der angepeilten Lösung handelt es sich um ein parteiübergreifendes Resultat. So kündigt der Chef der CDU-Kreistagsfraktion, Stefan Spaniol, an: Seine Partei "wird den Lösungsvorschlag, für den wir uns insbesondere mit Landrat Udo Recktenwald eingesetzt haben, grundsätzlich gerne mittragen". Ob der Standort auf Dauer gesichert werde, hänge vom Elternwillen ab - ob sie ihr Kind in Primstal anmelden.

"In jedem Fall können alle Kinder, die jetzt in Primstal sind und sich für das kommende Schuljahr dort anmelden, bis zu ihrem Abschluss dort bleiben", unterstreicht Magnus Jung . Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kreistag war ebenfalls maßgeblich an dem Fortbestand der Ringwallschule beteiligt. Mit Blick auf die andauernde Debatte im Vorfeld erklärt Jung: "Die lange Zeit der Unsicherheit hat viele zurecht genervt. Ich hoffe: Ende gut, alles gut."