Primstaler Kinderschläger: Warum taucht erst jetzt das Video auf?

Primstaler Kinderschläger: Warum taucht erst jetzt das Video auf?

Fast fünf Monate hat es gedauert, bis Ermittler mit dem unglaublichen Fall an die Öffentlichkeit gingen: Sie fahnden nach einem Mann, der während eines Open-air-Konzerts unvermittelt auf ein Kind einschlug. Seitdem bekommt die Kripo Zeugenhinweise.

Auch drei Tage nach der ersten Veröffentlichung des Fahndungsfotos hat die Polizei noch keine heiße Spur, die den Täter dingfest machen könnte. Obwohl viele Hinweise auf Grund des SZ-Berichtes zum feigen Übergriff auf ein Kind eingehen. "Wir haben noch keinen konkreten Tipp", meldet ein Sprecher der St. Wendeler Polizei . Was den Beamten ebenfalls verwundert, ist auf dem Bild der mutmaßliche Schläger trotz Unschärfe doch sehr wohl gut zu erkennen. Die Aufnahme stammt aus einem Videomitschnitt, der während des Konzerts am 6. September in Primstal per Handy entstand.

Beim Primsrock hatte ein erwachsener Besucher einen Jungen krankenhausreif geschlagen. Laut Ermittler haute der Unbekannte unvermittelt auf den Tholeyer ein. Der Zwölfjährige musste in die Klinik. Der Täter verschwand unerkannt. Das Kind sei mittlerweile wieder genesen.

Warum aber dauerte es fast fünf Monate, bis dieser Fall öffentlich aufgerollt wird? Nach Polizeiangaben hatte die Mutter zwar noch in der Nacht des Angriffs Anzeige erstattet. Doch der Film sei erst viel später aufgetaucht. Als Nebenprodukt zeige dieser rein zufällig, wie der erwachsene Konzertgast gegen den jungen Besucher ausholt, der von seinem Vater begleitet worden war. "Wir dürfen nicht einfach mit dem Bildmaterial an die Öffentlichkeit", argumentiert ein Polizeisprecher. Dafür bedürfe es eines Beschlusses seitens des Amtsgerichts. Denn in der Filmsequenz seien auch an der Straftat unbeteiligte Festivalbesucher zu sehen, die geschützt werden müssten. Die richterliche Entscheidung, das Fahndungsfoto jetzt zu veröffentlichen, sei vor Kurzem erst gefallen.

Gleichzeitig gab die Kripo eine grobe Personenbeschreibung heraus: 1,80 Meter, kräftige Statur, 30 bis 35 Jahre, zur Tatzeit mit dunklem Polo-Shirt und bis zur Wade hohen Springerstiefel bekleidet. Entweder steckte die Hose im Schaft oder war hochgekrempelt.

Zeugenhinweise an die Polizei in St. Wendel, Telefon (0 68 51) 89 80, oder andere Dienststellen im Land.

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