Peterberg in Braunshausen soll Touristen anlocken

Konzept vorgestellt : Peterberg soll sich in Aktivberg verwandeln

Wie kann die Gemeinde Nonnweiler für Touristen attraktiver werden? Ein Gutachten versucht, Antworten auf diese Frage zu geben.

Die aktiven Zeiten des Peterberg-Gipfels sind längst vorbei. Während das Freizeitzentrum im Tal immer mehr Besucher anlockte, verabschiedete sich die Spitze der knapp 600 Meter hohen Erhebung bei Braunshausen schon vor Jahren in den Ruhestand. Auf der Piste herrscht gähnende Leere. Skifahrer und Snowboarder düsen hier schon ewig nicht mehr den steilen Hang hinab. Auch die Alm, in der einst Fremde und Einheimische gemeinsam wilde Feste feierten, gehört der Vergangenheit an. Bagger machten die Kultkneipe im Sommer diesen Jahres endgültig dem Erdboden gleich. Doch schon bald könnte wieder mehr Trubel auf dem Berggipfel herrschen.

Denn Gutachter der Profund Consult und Erlebniskontor GmbH haben in den vergangenen Monaten ein Gesamtkonzept erstellt. Es beschäftigt sich in erster Linie mit der Frage, wie die Gemeinde Nonnweiler für Touristen attraktiver werden kann. Am Donnerstagabend stellten die Verantwortlichen nun die Ergebnisse in der Europäischen Akademie in Otzenhausen, am Tag zuvor im Saarbrücker Wirtschaftsministerium vor. Silke Petzold von Erlebniskontor zeigte, wie sich die Region in eine Touristenhochburg verwandeln könnte. Und schon die erste Folie der Präsentation machte deutlich, womit dies gelingen soll: Im Fokus stehen die Themen Erlebnis, Sport, Kelten und Natur.

„All das bieten vor allem der Peterberg und Otzenhausen. Daher haben wir uns auf diese beiden Standorte konzentriert“, erklärte Petzold die Vorgehensweise. Ihr Ziel ist es nicht nur, mehr Gäste anzuziehen, sondern vor allem auch deren Aufenthaltsdauer zu steigern. Ein großer Vorteil dabei ist ihrer Ansicht nach, dass es mit dem Center Parcs, dem Bostalsee und der Seezeitlodge bereits Attraktionen für Touristen in der Nähe gebe. Jetzt gelte es, die Urlauber davon zu überzeugen, auch in Nonnweiler vorbeizuschauen.

Dazu sei es dringend notwendig, das Potenzial der Gemeinde auszunutzen und wieder Leben auf den Gipfel des Peterbergs zu bringen. „Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist ein Beförderungssystem“, ist Petzold überzeugt. Dieses soll Fußgänger, Radler und Rollstuhlfahrer von der Talstation bis nach oben transportieren und eine Aus- beziehungsweise Einstiegsmöglichkeit in der Mitte des Berges bieten. Ein Aussichtsturm mit Hängebrücke könnte die Besucher dazu animieren, länger auf dem Gipfel zu verweilen. Das Gutachten sieht auch vor, dort wieder eine „attraktive Gastronomie“ zu errichten. Ebenfalls denkbar wäre eine Seilrutsche und ein sogenanntes Glamping-Angebot. In kleinen, luxuriösen Hütten könnten Camping-Fans dann auf dem Peterberg übernachten – und zu später Stunde die Sterne in der bereits vorhandenen Sternwarte beobachten.

Daneben sollen weitere Attraktionen am Hang und an der Talstation für einen Besucheransturm sorgen. Vorstellbar wären ein Fahrradpark, Trampoline, Barfußpfad, Abenteuer-Golf, der Verleih von Go-Karts und Monsterrollern sowie eine sogenannte Summertubing-Bahn. Bei Letzterem könnten die Gäste in Reifen die Piste hinunterrasen. „Wir brauchen Angebote, die familientauglich sind. Aber wir brauchen auch Angebote, die auffallen und mit denen sich die Gemeinde abheben kann“, erklärte Petzold. Der Peterberg solle sich in einen Aktiv- und Erlebnisberg verwandeln.

All diese Maßnahmen umzusetzen, würde rund sieben Millionen Euro kosten. So eine erste Schätzung der Gutachter. Doch wer soll das bezahlen? „Geplant ist eine Leitinvestition in Höhe von drei Millionen Euro“, erläuterte Staatssekretär Jürgen Barke. Damit könne man das Transportsystem bauen. Von den drei Millionen würden das Land 70, der Kreis zehn und die Gemeinde 20 Prozent tragen. Barke hofft, dass diese Leitinvestition wiederum mögliche private Investoren anlockt. Diese dürften auf eine 20-prozentige Förderung hoffen. „Die Ergebnisse des Entwicklungskonzeptes sind vielversprechend“, findet Barke. Daher wolle das Wirtschaftsministerium den weiteren Prozess auch begleiten und die touristische Infrastruktur nach Möglichkeiten fördern.

Angst, dass zu viele Attraktionen die Idylle des Peterbergs zerstören könnten, hat der Staatssekretär nicht. Dort sei schon immer etwas losgewesen. „Ich kann mich noch erinnern, dass ich als Kind in Braunshausen Ski gefahren bin. Und zu der Zeit waren da Himmel und Menschen“, sagte Barke. Personen, die die Natur genießen möchten, würden ohnehin nicht den Peterberg, sondern den Nationalpark besuchen.

Das nördliche Gemeindegebiet solle daher im Zeichen der Ruhe und Kultur stehen. Allerdings müsse auch dort das Angebot ausgeweitet werden. Führungen, Märkte und Bildungsprogramme könnten den Nationalpark für Familien interessanter machen. Die Herausforderung sei es, eine Attraktion immer einer möglichst breiten Zielgruppe zu erschließen. Gleiches gelte für den keltische Ringwall. Der ist laut Petzold zwar ein „einzigartiges Bodendenkmal und authentisches Alleinstellungsmerkmal“ – wofür sich ohne Zusatzangebote jedoch nur ein kleiner Teil der Gesellschaft begeistern würde.

Abschließend legte die Gutachterin den Verantwortlichen ans Herz, möglichst schnell mit der Umsetzung des Konzepts loszulegen. Damit bald wieder aktivere Zeiten in der Gemeinde und vor allem auf dem Peterberg beginnen könnten.

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