Öfter mal etwas Verrücktes tun

„Auf der Tonleiter zum Erfolg“ lautete das Thema beim Jahresabschluss von IHK Regional und Wirtschaftsförderung in Otzenhausen. Mit Martin Klapheck war einer der besten deutschen Redner zu Gast.

"Es ist besser, fehlerhaft zu beginnen, als perfekt zu zögern", Martin Klapheck, der Piano-Referent, spielte bei seinem Vortrag in der Europäischen Akademie mal laut, mal leise "Auf der Tonleiter zum Erfolg". Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land und Industrie- und Handelskammer präsentierten zum Abschluss des Jahres mit Martin Klapheck einen der "Top 100 Redner" Deutschlands.

Klapheck hielt in der Akademie einen flammenden Vortrag über die Kraft der Kreativität. Seine kernigen Botschaften verknüpfte und unterstrich er dabei mit live gespielten Klavierpassagen - einprägsam und sehr kurzweilig. Die deutschen Unternehmer neigten zum Perfektionismus, stellte Klapheck fest. Dadurch blieben viele gute Ideen auf der Strecke, da man oft zu spät oder gar nicht zum Handeln komme. "Gute, alte Gewohnheiten hindern uns daran, eingetretene Pfade zu verlassen. Wählen Sie nicht immer die gleiche Vorgehensweise, die gleichen Wege. Variieren Sie, probieren Sie mal Neues aus, riskieren Sie was. Dann werden Sie die eigene Gestaltungskraft wieder spüren und neue Freude am Tun spüren", rief der Referent seinen Zuhörern zu.

"Grenzen setzen - Grenzen überwinden - Verrücktes tun", dies sei im Privatbereich genau wie im Geschäftsleben eines der Erfolgsgeheimnisse, verkündete Martin Klapheck. Wenn man aus dem Kreativitätspotenzial ständig Kreativität entnehme, ohne nachzulegen, werde sich die Kreativität schnell erschöpfen. Es gelte also, ständig neue Kreativität zu entwickeln. Am besten gelinge das an außergewöhnlichen Orten oder bei nicht alltäglichen Aktionen oder Veranstaltungen. "Gehen Sie doch ruhig mal in eine ausgeflippte Kneipe, die Sie sonst nie besuchen würden oder fahren Sie rückwärts zum Bäcker", riet Martin Klapheck.

In Deutschland lache ein Kind durchschnittlich 400 Mal am Tag, ein erwachsener Mensch spanne die Lachmuskeln dagegen nur 15 Mal täglich an. Die tägliche Lachdauer sei in den vergangenen Jahren ständig gesunken. Grund dafür, so Klapheck, seien Hektik und Ärger. "Es gibt Tag für Tag 100 Gründe, sich zu ärgern. Die gute Nachricht ist: Niemand zwingt Sie dazu, sich zu ärgern."

Den Unternehmern empfahl er für Abwechslung im Unternehmen zu sorgen. "Sorgen Sie öfter für Tapetenwechsel. Stellen Sie doch mal ein Trampolin im Garten auf und schicken Sie Ihre Mitarbeiter täglich eine Viertelstunde zum Hüpfen. Die werden Spaß haben und es Ihnen mit neuer Kreativität und Arbeitsfreude danken".