Nonnnweiler Bürgermeister Franz Josef Barth veredigt

Vereidigung in Nonnweiler : Franz Josef Barth startet in die zweite Amtszeit

Nach der Wiederwahl im Mai erhielt Nonnweilers Bürgermeister in der jüngsten Gemeinderats- sitzung seine Ernennungsurkunde.

Wenn Franz Josef Barth (SPD-unterstützt) ins Bürgerhaus nach Braunshausen lädt, steht meist keine gewöhnliche Gemeinderatssitzung bevor. So war es wenig verwunderlich, dass auch bei der jüngsten Versammlung wieder ein nicht ganz alltäglicher Punkt die Tagesordnung zierte: und zwar die Ernennung, Vereidigung und Amtseinführung des Bürgermeisters der Gemeinde Nonnweiler.

Dazu übernahm die Erste Beigeordnete die Sitzungsleitung und setzte sich auf den Chefsessel. „Ich habe Dich als einen Menschen kennengelernt, der sehr effizient, ruhig und sachlich, vor allem aber gut organisiert und strukturiert sein Amt ausgeführt hat“, lobte Petra Mörsdorf den alten und neuen Amtsinhaber. Barth sei ein Mensch, der anpacke und bestens vernetzt sei. Das komme der Gemeinde zugute. „Meine Zusammenarbeit mit Dir war vertrauensvoll, harmonisch und entspannt“, dankte Mörsdorf.

Anschließend blickte sie auf die Kommunalwahl am 26. Mai zurück. Neben Barth war damals auch Martin Schneider (CDU) angetreten. Von den 7103 Wahlberechtigten hatten 5323 Wähler ihr Kreuz gesetzt. Das Ergebnis war eindeutig: Schneider konnte 35,1 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Barth gelang es, mit 64,9 Prozent der Stimmen seinen Posten zu verteidigen.

„Für die nun kommende Amtszeit, in der Du weiterhin die Zukunft der Gemeinde gestalten kannst, wünsche ich Dir viel Kraft und Ausdauer, gute Ideen, planerisches Geschick, Schaffensfreude sowie ein gutes Verhältnis zwischen Kompromissbereitschaft und Durchsetzungskraft“, sagte Mörsdorf. Dann überreichte sie Barth die Ernennungsurkunde und nahm ihm den Eid ab. Mit erhobener Hand schwor er, das ihm übertragene Amt „gerecht und unparteiisch“ auszuüben und seine Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen. Danach ließ es sich der Verwaltungschef nicht nehmen, selbst noch ein paar Worte an die Gemeinderatsmitglieder zu richten.

„Es wird nicht so lange dauern“, versprach er gleich zu Beginn der Rede. Bei der er zunächst den Bürgern für ihr Vertrauen und Martin Schneider für einen fairen Wahlkampf dankte. „Das ist eine gute Basis, auch weiterhin in einer guten Atmosphäre zusammenarbeiten zu können“, stellte Barth fest. An die vergangenen acht Jahre, in denen er Bürgermeister sein durfte, denke er gerne zurück. „Es gab wenige Augenblicke, in denen ich mich so richtig geärgert habe“, sagte er. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm die Gemeinderatssitzung am 27. Juni 2013. Damals sei ihm doch tatsächlich der halbe Rat abhanden gekommen. „Ich musste die Sitzung abbrechen, weil der Rat nicht mehr beschlussfähig war. Da dachte ich: Was hast du dir hier angetan?“, erzählte Barth und lachte. Es habe allerdings auch viele schöne Momente gegeben. Etwa die Feierlichkeiten zur Ernennung der Ehrenbürger Anette und Gottfried Hares sowie Arno Krause.

Stolz sei er auf die zahlreichen Maßnahmen, die in seiner bisherigen Amtszeit realisiert wurden. „Besonders auf die Projekte, die nachhaltig wirken werden“, erklärte der Bürgermeister. So seien alle Kindergärten in der Gemeinde saniert oder neu gebaut worden. Außerdem sei die Gemeindestiftung Wagner-Tiefkühlprodukte, deren Zweck es ist, das Gemeinwesens zu fördern, ins Leben gerufen worden. Und die Gemeinde Nonnweiler sei nun eine Nationalparkgemeinde, in der zudem das saarländische Tor zum Nationalpark entstehen werde. „Auch das wird ein touristischer Meilenstein sein“, ist sich Barth sicher. Darüber hinaus sei in den vergangenen Jahren damit begonnen worden, die Bahntrasse von Türkismühle bis Bierfeld in einen Freizeitweg umzuwandeln und ein zukunftsfähiges Wasserversorgungskonzept auszuarbeiten.

Aus den Händen der Ersten Beigeordneten, Petra Mörsdorf, erhielt Bürgermeister Franz Josef Barth seine Ernennungsurkunde. Foto: Sarah Konrad

Diese beiden Themen würden die Gemeinde Nonnweiler auch in Zukunft noch beschäftigen, prophezeite Barth. Er geht davon aus, dass auch die Umstrukturierungen in der Kirche künftig Fragen aufwerfen wird. In Schwarzenbach, Otzenhausen, Primstal und Kastel gebe es beispielsweise keine Bürgerhäuser. Dort spiele sich das Leben in den kirchlichen Gebäuden ab. Doch wie geht es mit diesen weiter? „Die Antwort müssen wir jetzt noch nicht kennen“, erklärte Barth. Aber der Gemeinderat sollte sich im Klaren sein, dass diese Frage irgendwann aufkommen würde. Doch egal, welche Herausforderungen auch anstehen werden: „Ich freue mich auf diese Aufgaben und darüber, dass ich weiterhin für die Gemeinde arbeiten darf“, sagte der Verwaltungschef abschließend.

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