Neulinge im Hunderter-Klub

Otzenhausen. 100 Jahre ist der Otzenhausener Obst- und Gartenbauverein alt - und doch jung wie am ersten Tag. Natürlich ist das Vereinsleben der ersten Nachkriegsjahre nicht mehr mit dem von heute zu vergleichen und schon gar nicht mit dem zwischen den beiden Weltkriegen

Otzenhausen. 100 Jahre ist der Otzenhausener Obst- und Gartenbauverein alt - und doch jung wie am ersten Tag. Natürlich ist das Vereinsleben der ersten Nachkriegsjahre nicht mehr mit dem von heute zu vergleichen und schon gar nicht mit dem zwischen den beiden Weltkriegen. Die Obst- und Gartenbauer von heute gehen mehr auf die Bedürfnisse der Menschen ein und machen ihnen viele grüne Angebote.

Keine Wünsche bleiben offen

Mittelpunkt des Vereinslebens ist das Heim in der Mariahütter Straße. Es ist vor 30 Jahren neu gebaut worden und besitzt einen Tagungsraum, einen Brenn- und einen Kelterraum, eine Annahmestelle für die Maische, zwei Garagen (eine dritte ist im Bau) und große Lagerflächen. Eine bedeutende Anschaffung war die Passier- und Entsteinmaschine, die ein kleines Wunderwerk der Technik ist.

Seit Jahren beteiligt sich der Verein erfolgreich an der Prämierung von Obstbränden. Auch in diesem Jahr gab es mehrere Medaillen: Gold für Mirabellen ohne Stein, Pflaumen und Williams Christ, Silber für Mirabellen mit Stein und Bronze für Apfel, Schlehen und Zwetschen. Schulung und Weiterbildung der Brenner gehören zum festen Reglement im Vereinsleben. Schnittkurse an Obstbäumen und Sträuchern werden zwar regelmäßig angeboten, das Echo aus der Bevölkerung könnte nach Aussage des Vorsitzenden Rolf Meier allerdings größer sein.

Verein verschönert das Dorf

Jedes Jahr beteiligen sich die Obst- und Gartenbauer an der Finanzierung des Blumenschmucks an mehreren öffentlichen Anlagen im Dorf. Themen des nächsten Jahres sind das Hochbeet und Züchtung und Pflege von Stauden. Aktuell hat der Verein, der eng mit dem Vogel- und Pflanzenschutzverein Otzenhausen zusammenarbeitet, rund 200 Mitglieder, 15 Prozent davon sind Frauen.

Ein Blick in die Geschichte des Vereins, der am 21. Januar 1912 gegründet wurde: Nach wechselvollen Jahren - die Vereinsarbeit wurde durch die beiden Weltkriege mehr oder weniger stark behindert - konnte 1950 eine Kelter und ein Jahr später ein Brenngerät angeschafft werden. Der lang ersehnte Bau eines Kelterhauses wurde 1953 Wirklichkeit. Das Gebäude genügte in den 80er Jahren jedoch nicht mehr den Bedürfnissen, wurde abgebrochen und an seiner Stelle 1982 ein neues eingeweiht, verbunden mit dem Kauf einer neuen Brennanlage. Schon 1990 musste das Haus erweitert werden. 1993 kam eine neue Kelteranlage. 1998 wurde die alte Destille durch eine moderne Brennanlage mit Rührgerät und Katalysator ersetzt. Von 1912 bis heute hatte der Otzenhausener Obst- und Gartenbauverein zwölf Vorsitzende.

  • Obst- und Gartenbauer stellen Vorstand vor
  • Otzenhausener Vogelschützer feiern Vereinsjubiläum
  • Obst- und Gartenbauer versammeln sich

Auf einen Blick

Der Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins Otzenhausen: Vorsitzender Rolf Meier, stellvertretender Vorsitzender Franz-Josef Groh, Geschäftsführer Bernward Jünemann, Kassierer Dieter Kolling, Beisitzer Erich Scherer, Hans-Dieter Thiry, Werner Meyer, Helmut Laux und Hans Schön, Brenner Rolf Meier, Kelterwarte Franz-Josef Groh und Hans Schön.

Das Festprogramm: Samstag,15. September: 20 Uhr Festabend in der Hunnenringhalle mit Ehrungen; 22 Uhr Gruppe Vocalverbot. Sonntag, 16. September: Zehn Uhr Festgottesdienst in der Halle, der vom Kirchenchor Cäcilia mitgestaltet wird; anschließend Frühschoppenkonzert mit dem Musikverein Harmonie; elf Uhr Eröffnung der Ausstellung auf dem Schulhof; 16 Uhr Prämierungen des Kürbiswettbewerbs. gtr

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