Neubau der Kita Kastel ist fertig und hat 2,3 Millionen Euro gekostet

Neubau der Kindertagesstätte in Kastel : Ein Schmuckstück für die Kinder

Der Neubau der Kindertagesstätte St. Raphael ist fertig. 2,3 Millionen Euro hat er gekostet. Umzug ist abgeschlossen.

Ein Kind malt ein buntes Bild, eines anderes setzt ein kleines Puzzle zusammen. Ein drittes  baut konzentriert ein Steckbild. An drei Tischen spielen, malen und werkeln die Kinder der orangenen Gruppe am Donnerstagmorgen in der Kindertagesstätte St. Raphael  Kastel  unter den Augen der Erzieherinnen. So als wären sie schon immer in diesem Gruppenraum.

Dem ist aber nicht so. Die Kinder sind erst Anfang Juli in den neuen Kindergarten Kastel umgezogen. Der ist auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule entstanden. Und erfüllt modernste Ansprüche.

Davon können sich die Besucher an diesem Morgen überzeugen: Neben dem Berichterstatter sind dies Nonnweilers Bürgermeister Franz Josef Barth (parteilos) und  der Kasteler Ortsvorsteher Magnus Jung. Geführt werden sie von der Leiterin des Kindergartens, Nicole Schaal, und der Gesamtleiterin der katholische KiTa gGmbh, Michaela Blaß.

Beim Rundgang durch den Kindergarten, hier im Bistro, von links.: Franz Josef Barth, Nicole Schaal, Michaela Blaß und Magnus Jung. Foto: Volker Fuchs

U-förmig ist der Kindergarten um einen großen Innenhof angelegt, den Architektin Annette Werle geplant hat. Die Räume sind hell und lichtdurchflutet. Sie sind in freundlichen Farben gestaltet, ein zartes Grün, Gelb und Orange an verschiedenen Wänden zum Beispiel. Die Gruppenräume der größeren Kinder öffnen sich zum Innenhof. An das Foyer im Eingangsbereich schließt sich ein Bistro mit Küchenzeile an.

Aber der Reihe nach. Nicole Schaal zählt auf.  Die Kindertagesstätte bietet drei Gruppenräume, ein Bistro mit offener Küche, einen Turnraum, einen Förderraum, einen Besprechungsraum und ein Büro, ein Teamzimmer. Zur Krippe gehört ein weiterer Raum mit einer Schlaflandschaft. Nicht zu vergessen, die Sanitärbereiche. Die altersgemäß sind. So gibt es sogar einen Mini-WC für die Krippenkinder. Alles ist gut durchdacht. Ein weiteres Beispiel: die Matschschleuse. Das ist eine Umkleide, in der die Kinder ihre Gummistiefel an- und ausziehen können und so den Matsch nach dem Draußenspielen nicht ins Gebäude tragen. Oder ein Fenster in einem Gruppenraum. In kindgerechter Höhe eingebaut, damit die Kleinen gut rauskucken können.

Im gepflasterten Innenhof können die Kinder mit ihren Rutschautos fahren. Großzügig ist der anschließende Spielplatz angelegt. Da gibt es Spielgeräte für die größeren und auch für die Krippenkinder. Der Rasen ist auch schon ausgesät, muss nur noch wachsen.

„Alles ist top und auf dem modernsten Stand“,  freut sich Ortsvorsteher Jung. 2,3 Millionen Euro hat der Kindergartenneubau gekostet, erklärt Bürgermeister Barth. Das Gebäude hat die Gemeinde gebaut. Mitfinanziert haben dieses Land und Landkreis. Träger der Einrichtung ist wie bisher die katholische Kita GmbH.

In dem neuen Kindergarten ist deutlich mehr Platz als in dem alten. Statt zwei Gruppen gibt es nun drei für  16 Krippen- und 38 Regelplätze. Die Krippe nimmt nach den Ferien ihre Arbeit auf. Dann werden in der Kita neun Erzieherinnen und zwei Praktikantinnen arbeiten.

Was lange währt, wird endlich gut. Dieser Spruch trifft auch auf die Kindertagesstätte Kastel zu. Barth erinnert daran, dass es bereits 2008 Überlegungen gab, den Kindergarten zu erweitern und zu modernisieren. Was aber wegen der beengten Platzverhältnisse am Pfarrheim schwer möglich war. Jung brachte dann den Standortwechsel, einen Neubau  und damit das Gelände der ehemaligen Grundschule ins Spiel. Die Entscheidung für den Neubau erleichterte dann auch die Tatsache, dass Kastel in das Förderprogramm Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept aufgenommen wurde, und damit der Abriss mitfinanziert werden konnte. Im Juni 2017 begannen dann die Bauarbeiten.

„In den vergangenen  zehn Jahren haben wir in der Gemeinde zwei Kindertagesstätten neu gebaut, die anderen drei erweitert und modernisiert“, freut sich der Verwaltungschef. Etwa acht Millionen Euro habe dies gekostet. 250 Regelplätze und 80 Krippenplätze gibt es nun laut Barth in der Gemeinde. In wenigen Wochen wird dann auch die Erweiterung der Kita Nonnweiler abgeschlossen sein. Dann können die Kinder von ihrem temporären Domizil in Otzenhausen nach Nonnweiler umziehen. Wie es die Kasteler Kinder Anfang Juli getan haben. Denn diese haben  zwei Jahre lang den Baufortschritt beobachtet. Und haben fleißig beim Packen geholfen. Den Umzug bewältigten dann die Erziehrinnen mit Hilfe des Bauhofes, von Eltern und weiteren Freiwilligen.

Der Kindergarteneubau sei die größte Einzelinvestition in das Dorf gewesen, unterstreicht Jung: „Und der ist nur mit Vorteilen verbunden für Kastel. Denn er macht unser Dorf weiter attraktiv für Familien.“

Die Kasteler können im September bei einem Tag der offenen Tür die neue Kindertagesstätte besichtigen. Der genaue Termin wird derzeit abgestimmt.

Noch hat die kleine Straße, an der die neue Kita  liegt, keinen Namen. Das wird sich bald ändern. Denn in einer Kinderkonferenz haben sich die Kleinen für einen Namen ausgesprochen: „Zum Sonnenhügel.“

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