Naturpark-Akademie veranstaltet in Hermeskeil Workshop zu Flusskrebsen

Heimisch oder gebietsfremd? : Im Workshop geht’s um Flusskrebse

Naturpark-Akademie bietet Weiterbildung an. Anmeldungen sind noch möglich.

Wie ist es eigentlich um die Flusskrebse bestellt? Wer das schon immer wissen wollte, dem kann geholfen werden. Denn am Samstag, 9. November, bietet der Naturpark Saar-Hunsrück einen Workshop mit Bestimmungskurs zur aktuellen Situation der heimischen und gebietsfremden Flusskrebse an. Der Kurs geht nach Angaben der Naturpark-Geschäftsstelle von 10 bis 16 Uhr, der Treffpunkt werde bei der Anmeldung bekannt gegeben.

Wie es in der entsprechenden Mitteilung heißt, erhalten die Teilnehmer des Workshops unter der fachkundigen Leitung des Experten Sascha Schleich einen Überblick über die hier vorkommenden Flusskrebse – mit dem Schwerpunkt Artbestimmung. Neben biologisch-ökologischen Aspekten stünden  auch Naturschutzaspekte im Fokus. Des Weiteren werde von Anne Schrimpf von der Uni Koblenz-Landau das Projekt „Maßnahmenkatalog für erfolgreiche, nachhaltige Besatzmaßnahmen autochthoner Edelkrebspopulationen (MaNaKa)“, das derzeit in Rheinland-Pfalz läuft, vorstellen.

Zum Hintergrund: Flusskrebse sind weltweit verbreitet. Die größte Artenvielfalt haben sie in Amerika entwickelt. Die Einbürgerung von amerikanischen Flusskrebsen in Deutschland sowie Gewässerverschmutzung und Lebensraumzerstörung, Krebspest sowie die Verdrängung durch die gebietsfremden Arten sind nach Veranstalterangaben Gründe für den starken Rückgang der heimischen Flusskrebse. Aufgrund der Nachtaktivität und der versteckten Lebensweise zählen die Flusskrebse meist zu den eher unbekannten Bewohnern von stehenden und fließenden Gewässern im Naturpark. Durch die massive und stark voranschreitende Ausbreitung der gebietsfremden Flusskrebse, teils auch gefördert durch das Ziel, die Gewässer durchgängig zu machen, rücken die Flusskrebse immer mehr in das Interesse von Naturschutz und Planung. Die Kenntnis dieser Artengruppe sei damit für die praktische Naturschutzarbeit und die ökologisch orientierte Umweltplanung von besonderem Interesse.

Die Veranstaltung der Reihe Naturpark-Akademie trägt nach Angaben des Veranstalters dazu bei, die biologische Vielfalt in der heimischen Naturpark-Landschaft zu sichern. Der Workshop richte sich an Bachpaten, Angler, Gewässerwarte, Mitarbeiter von Gutachter- und Planungsbüros, Vertretern von Naturschutzbehörden und -verbänden, Lehrkräfte, Studenten, Multiplikatoren sowie sonstige interessierte Personen. Die Veranstaltung ist laut Akademie für zertifizierten Natur- und Landschaftsführer/innen und für Lehrkräfte in Rheinland-Pfalz als Fortbildung anerkannt (PL-Nr.: 19ST036502). Die Teilnahmegebühr beträgt inklusive Tagungsunterlagen und Verpflegung 15 Euro pro Person.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung bei der Naturpark-Geschäftsstelle in Hermeskeil unter der Tel. (0 65 03) 92 14 0. Anmeldung ist Voraussetzung für die Teilnahme und alle angemeldeten Teilnehmenden werden über gegebenenfalls erforderliche Änderungen im Programmablauf informiert. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Bei Exkursionen und Wanderungen sind festes Schuhwerk und witterungsangepasste Kleidung erforderlich.

Der Amerikanische Signalkrebs ist hierzulande nicht gerne gesehen. Denn er überträgt die Krebspest. Das ist eine Pilzerkrankung, gegen die sie selbst immun sind, die aber für die heimischen Tiere tödlich ist. Foto: Sascha Schleich

www.nlphh.de

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