1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nonnweiler

Mitgliederversammlung der Peruhilfe in Kastel

Hilfs-Projekte : Damit Kinder in Peru eine Chance haben

Seit 25 Jahren ist der Vorsitzende der Aktion Peruhilfe, Werner Jung, im Amt. Zeit, um Bilanz zu ziehen, was in dieser Zeit alles geleistet wurde.

Vor mehr als 40 Jahren habe der saarländische Lehrer Horst Kiehn im südamerikanischen Pamplona Alta in Peru zusammen mit Eltern mit dem Bau einer Schule in einer Sandwüste ohne Straßen, ohne Wasser und ohne Elektrizität begonnen. „Ein Jahr später konnte der erste Unterricht in zwei Klassensälen stattfinden“, erinnert heute der pensionierte Lehrer Werner Jung aus Kastel an die Anfänge einer wohltätigen Initiative, die sich um arme Kinder im südamerikanischen Peru kümmern wollte. Wiederum zwölf Monate später wurde aus dieser anfänglichen Hilfsaktion  der Verein Aktion Peruhilfe mit Lehrer Kiehn als Vorsitzenden gegründet. Diesen löste Jung 1994 ab und leitet seitdem die Geschicke dieses  Vereins. „Auch heute ist unsere Hilfe immer noch erforderlich, wenn gleich wir in den vergangenen Jahrzehnten etliche weitere notwendige und erfolgreiche Projekte aus der Taufe gehoben haben, damit immer mehr arme Kinder, Jugendliche und Eltern menschenwürdige Verhältnisse erhalten können“, hebt der Vorsitzende hervor. Umso mehr sei es wichtig, für die Aktion Peruhilfe die Werbetrommel zu rühren, denn sie finanziert sich überwiegend aus Spendengeldern.

Was damit  alles initiiert wurde, erzählt Jung mit besonderem Stolz. „In Pallpata im Hochland von Peru, bis zu 4200 Meter hoch gelegen, wurde in einem Projekt mit Bauern, 100 Futtersilos aufgestellt und 70 Wasserauffangbecken gebaut“, nennt Jung ein Beispiel. Somit können die Felder besser bewässert werden, was sich positiv auf die Viehzucht auswirkt. Seit 1995 hat Jung nahezu jährlich den Projekten einen Besuch abgestattet, um sich vor Ort über deren Fortschritt zu informieren. Zu dem Bauern-Projekt gehörte es auch, zu vermitteln, wie Produkte wie Fleisch, Milch, Käse oder auch Wolle verwertet und verkauf werden können. Für die Frauen wurden zum Beispiel Webstühle angeschafft. Die Häuser erhielten durch Sonnenkollektoren Elektrizität. Nach Abschluss des Bauernprojektes wurden auch Schulen und Heime in Pallpata im Pastoralzentrum San Lorenzo gebaut, in dem Jugendliche, die meist ohne familiäre Unterstützung heranwachsen, auf ein eigenständiges Leben vorbereitet werden. Kinder mit Lern- und Beziehungsproblemen – von einem bis 15 Jahren – die aus schwierigen häuslichen Verhältnissen stammen, leben in Posada de Belen und werden in Gebäuden am Stadtrand von Sicuani bei Pater Luciano betreut. Alle Schüler erhalten in 13 Schulen täglich ein Obstfrühstück, Klassenräume wurden ausgebaut und erweitert, teilweise über Photovoltaikanlagen mit Elektrizität versorgt.

Cima, ein Heim für ehemalige Straßenkinder mit Sucht- und Erziehungsproblemen, wurde bereits 1995 erbaut und beherbergt heute etwa 80 Jugendliche, die aus zerrütteten Familien kommen. „Sie werden auf die Wiedereingliederung in die Familie, Gesellschaft oder ins Berufsleben verbereitet“, beschreibt der Vorsitzende.

Jung zieht nach 25 Jahren im Amt des Vorsitzenden ein zufriedenstellendes Resümee, blickt mit Stolz und Freude zurück, dass Gutes für die Menschen in Peru habe getan werden können. „Die Projekte der Peruhilfe entwickeln sich. Viele neue Aufgaben kamen hinzu, damit auch Mehrarbeit für den Verein und seine Mitglieder“, sagt Jung. Alles sei aber nur  zu erreichen, weil alle großes Engagement, Zeit, Ideen, Arbeitswillen und -kraft aufgebracht haben.

Übrigens, aus den ersten zwei Klassen in Leoncio Prado in Lima, der Hauptstadt von Peru, sei heute eine Vorzeigeschule geworden, die für peruanische Verhältnisse überdurchschnittlich eingerichtet ist und auch leistungsmäßig ein hohes Niveau vorzeigen kann. Derzeit werden hier 2200 Schüler in 50 Klassen von etwa 100 Lehrpersonen unterrichtet. Jährlich werden etwa 150 Schüler mit Sekundarabschluss entlassen.