Mit Köpfchen ins Glück

Steffen Haupenthal hat den VfL Primstal in der 89. Minute zum 2:1-Pokalerfolg gegen den favorisierten Oberligisten Saar 05 geköpft. Der Sieg war hochverdient. An diesem Samstag kommt nun der Tabellenzweite SC Friedrichsthal nach Primstal.

Keine Frage, es war extrem spannend im Primstaler Allerswaldstadion. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit stand es im Pokal-Knaller des Saarlandligisten VfL Primstal gegen Oberligist Saar 05 Saarbrücken 1:1. Der VfL spielte überlegen, doch es drohte die Verlängerung. Kurz vor Schluss hielt es dann Marc Pesch nicht mehr hinten. Im gegnerischen Strafraum schoss der Innenverteidiger zunächst noch Saar-Torhüter Niklas Adam an, doch den Abpraller köpfte Steffen Haupenthal aus sechs Metern zum umjubelten 2:1-Sieg über die Torlinie. "Ich glaube, es war mein erstes Kopfballtor überhaupt. Aber es war ein ganz wichtiges", meinte Haupenthal strahlend. Durch den Treffer ersparte er seinem Team nach dem dummen 1:1-Ausgleich eine kräftezehrende Verlängerung. "Wir waren die bessere Mannschaft. Deshalb war es auch verdient", fand der 24-Jährige.

Primstal und Saar 05 lieferten sich vor 250 Zuschauern in der ersten Hälfte einen regelrechten Abnutzungskampf im Mittelfeld. Die erste Chance hatte der VfL in der 36. Minute: Julian Scheid scheiterte nach Steilpass von Pascal Limke an Adam. Den Nachschuss brachte Tim Roob ebenfalls nicht im Tor unter. Der im Angriff zahme Oberligist verzeichnete bis zur Pause nur eine Tor-Annäherung: Fatih Günes zielte aber aus der Distanz am Gehäuse vorbei.

Nach der Pause nahm die Intensität in den Zweikämpfen zu, die Partie wurde nun zu einer wahren Pokalschlacht. Mit Vorteilen für Primstal . Und mit dem 1:0. Roob setzte sich energisch an der Außenlinie durch, Limke verwandelte seine Flanke in der 53. Minute mit rechts aus acht Metern. Danach blieb Primstal am Drücker: Lukas Pabst eroberte im Mittelfeld viele Bälle, und im Vorwärtsgang nutzte Primstal seine Freiräume. Haupenthals Kracher aus 25 Metern flog in der 68. Minute knapp über die Latte. Scheid in der 76. Minute und Limke in der 78. tauchten frei vor Adam auf und versemmelten die Vorentscheidung. Die kalte Dusche im Dauerregen folgte prompt: Völlig unnötig verursachte der VfL in der 81. Minute einen Eckball. Gästespieler Hajrullah Muni schnappte sich den zunächst abgewehrten Ball, seinen auf die lange Ecke gezogenen Schuss lenkte VfL-Torwart Larson Arend mit der Hand zum 1:1 ins eigene Tor. Primstal schüttelte sich kurz und vergab zwei Minuten später die nächste Chance durch Lukas Biehl. Beim finalen Angriff stand dann Haupenthal goldrichtig und köpfte den VfL in das Achtelfinale.

Am Samstag geht es um 16.30 Uhr im Liga-Heimspiel gegen den Zweiten SC Friedrichsthal. "Das ist das gleiche Kaliber wie Saar 05", sagte Trainer Andreas Caryot. Doch wie man gegen einen solchen Gegner gewinnt, hat sein Team schon gezeigt.