Mit Familienabend und Ehrungen wurden 100 Jahre SPD Otzenhausen gefeiert

Geburtstagsfest in der Keltenklause : SPD Otzenhausen feierte 100-Jähriges

Die SPD-Landesvorsitzende Anke Rehlinger hielt die Festrede in der örtlichen Keltenklause.

Mit Blick auf die lange Geschichte der SPD Otzenhausen sagte der SPD-Kreisvorsitzende Magnus Jung in seinem Grußwort: „Die SPD wurde damals gebraucht und sie wird heute gebraucht.“ Damals, das war vor 100 Jahren, als in Otzenhausen der Ortsverein gegründet wurde. Anlässlich dieses Jubiläums hatten die Sozialdemokraten zum Familienabend in die örtliche Keltenklause geladen. Im Mittelpunkt standen dabei Ehrungen verdienter langjähriger Parteimitglieder.

Der Ortsvereinsvorsitzende Jan Kohlhaas begrüßte neben zahlreichen Mitgliedern, Freunden und Gönnern auch Nonnweilers Bürgermeister Franz Josef Barth, der zwar der SPD nicht angehört, aber von ihr unterstützt wird. Kohlhaas ging alsdann auf die Historie der SPD in Otzenhausen ein. Sie wurde nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1919 gegründet, bei der Reichstagswahl 1928 erstmals stärkste Partei in dem Hochwaldort und stellte im Jahr 1930 zum ersten Mal den Gemeindevorsteher beziehungsweise Bürgermeister.

Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 wurden der SPD im gesamten Gebiet des Deutschen Reichs ihre Mandate aberkannt, die Partei wurde verboten – also auch in Otzenhausen, das seinerzeit nicht zum Saargebiet gehörte. In der Folge wurden bekennende Sozialdemokraten durch die Nazis schikaniert, gedemütigt, ausgegrenzt und verfolgt. Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann der Wiederaufbau der Parteiorganisation. Eines der Gründungsmitglieder, Adolf Sersch, nahm ebenfalls an der Jubiläumsveranstaltung teil. Kohlhaas unterstrich: „Dieser Mut der ersten Stunde, die SPD nach der NS-Schreckensherrschaft wieder aufzubauen, ist beispielhaft und für die heute Aktiven eine Verpflichtung.“

Seit der Neugründung folgten „erfolgreiche Jahre sozialdemokratischer Kommunalpolitik“, sagte Kohlhaas, die von Egon Meier, Horst Kleist, Guido Giebel oder Petra Mörsdorf geprägt wurden. „Die SPD hat zentrale Weichen zum Wohle Otzenhausens gestellt. Heute stellen wir fest: Otzenhausen wächst und gedeiht. Wir wollen diese erfolgreiche Arbeit fortsetzen“, erklärte der Ortsvereinsvorsitzende.

Der SPD-Kreisvorsitzende Magnus Jung hielt fest, dass die örtliche SPD hervorragend aufgestellt sei und engagiert für Otzenhausener Belange eintrete. Mit dem Dorfentwicklungsprogramm sei der Kirchenvorplatz und das Friedhofsumfeld umfangreich erneuert worden. Gleichzeitig hätten neue Bauplätze geschaffen werden können. Mit dem Besucherzentrum am Keltenpark und der Anbindung an den Freizeitweg Freisen-Bierfeld werde Otzenhausen weiter aufgewertet. „Das ist kein Zufall, sondern Ergebnis sachorientierter und engagierter Arbeit für das Dorf“, führte Jung aus.

Die SPD-Landesvorsitzende Anke Rehlinger betonte in ihrer Festrede: „Seit ihrer Gründung im Jahr 1863 hat die SPD sämtliche Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte, (. . .) miterlebt. In all diesen Jahren hat sich die Sozialdemokratie zum Wohle der Menschen in unserem Land stark gemacht. Damals wie heute gelten für uns dabei Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität als Handlungsmaßstäbe.“ Auch Rehlinger hob die positive Entwicklung des Ortes hervor: „Die Lebensqualität in Otzenhausen ist sehr hoch. Und Otzenhausen ist ein starkes Stück Europa.“ Die Europäische Akademie bringe jährlich Hunderte junge Menschen aus Europa zusammen. „Darauf kann Otzenhausen stolz sein.“ Geehrt wurden anschließend Roland Roth, Klaus Rausch für je 50-jährige Parteizugehörigkeit. Halb so lange dabei, nämlich 25 Jahre, sind Marlene Wagner und Uwe Huth. Für 40-jährige Parteizugehörigkeit wurde Günter Rausch ausgezeichnet, 45 Jahre ist Udo Mörsdorf dabei.

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