"Maas on Tour" in Braunshausen

Braunshausen. Die Zukunft im ländlichen Raum hänge im Wesentlichen davon ab, wie viele Menschen dort noch leben. "Deshalb brauchen wir Menschen in diesem Raum, und die brauchen eine Perspektive", sagte der saarländische SPD-Landesvorsitzende Heiko Maas (Foto: dpa) im Braunshauser Bürgerhaus. Maas besucht im Vorfeld der Landtagswahl die Kommunen im Saarland. Auftakt im Kreis St

Braunshausen. Die Zukunft im ländlichen Raum hänge im Wesentlichen davon ab, wie viele Menschen dort noch leben. "Deshalb brauchen wir Menschen in diesem Raum, und die brauchen eine Perspektive", sagte der saarländische SPD-Landesvorsitzende Heiko Maas (Foto: dpa) im Braunshauser Bürgerhaus. Maas besucht im Vorfeld der Landtagswahl die Kommunen im Saarland. Auftakt im Kreis St. Wendel war vergangenen Freitag in der Gemeinde Nonnweiler.Die 18- bis 25-Jährigen wanderten ab, um ihre berufliche Zukunft abzusichern, so Maas. Der Raum St. Wendel weise zwar eine niedrige Arbeitslosenquote auf, biete aber nicht in gleichem Maße Arbeitsplätze an wie in anderen Landkreisen. "Warum tut man nicht mehr in Richtung Tourismus, da liegt doch gerade im Hochwald noch riesiges Potenzial brach?", wendete sich der Nonnweilerer Uwe Sperr fragend an Maas. Alles, was mit Wasser zu tun habe, müsse man gerade im St. Wendeler Land ausbauen, antwortete der SPD-Landesvorsitzende. "Dafür müssen aber explizite Konzepte erarbeitet werden", so Maas. Speziell für Nonnweiler und Umgebung müsse "der sanfte Tourismus in Verbindung mit dem Naturerlebnis" eine große Rolle spielen. Neben Themen aus der Wirtschaft stand die Bildungspolitik im Mittelpunkt der lebhaften Diskussion im Bürgerhaus. "100 Grundschulen wurden in den vergangenen Jahren geschlossen. Damit wurden auch 15 Millionen gespart, aber am falschen Ende", rechnete Maas vor. In diesem Zusammenhang sorgte sich Elfriede Gläser aus Primstal, ob ihre Heimatgemeinde künftig weiterhin auch Schulstandort bleibe. "Was ist, wenn die Schule nach Theley verlegt wird?", fragte sie. Maas plädierte für einen sofortigen Um- und Ausbau der jetzigen Erweiterten Realschule in eine Ganztagsschule. "Das Schulordnungsgesetz muss dringend geändert werden", bezog er Stellung. Er machte sich insbesondere für die Einrichtung von mehr Ganztagsschulen stark. Pro Kopf gebe das Saarland von allen Bundesländern am wenigsten Geld für Schüler aus. Diese Rechnung ginge aber nicht auf, vielmehr sei "ein Chaos in der Schulpolitik" entstanden. "Bildung ist die soziale Frage im 21. Jahrhundert", zitierte Maas den verstorbenen SPD-Politiker Peter Glotz. Klar, dass Maas immer den Bogen über den ländlichen Raum hinaus in Richtung Wahlkampf spannte. "Unser Land wurde in den vergangenen zehn Jahren unter Wert verkauft", meinte er. Das Saarland sei mittlerweile "ein Aussteigerland", weil dort niemand mehr eine Perspektive habe. "Das kann ich nicht mehr mit ansehen", sagte er.