Liederkranz wird 95 Jahre

Groß war die Gratulantenschar rund um die Sitzerather Benkelberghalle. Der Männergesangverein Liederkranz feierte seinen 95. Geburtstag mit einem Kommersabend, einer Festmesse und dem Freundschaftssingen.

Mit dem Lied "Willkommen hier und heute" begrüßte der Männergesangverein (MGV) Liederkranz Sitzerath seine Gäste beim Fest zum 95-jährigen Bestehen in der Benkelberghalle. Der Vorsitzende Matthias Nickels sprach die wechselseitige Geschichte mit Höhen und Tiefen des MGV an. "Früher waren in Sitzerath zwei Chöre aktiv. Neben dem Liederkranz gab es damals noch den Gesangverein Harfe ", berichtete Nickels. Er führt nun seit 23 Jahren die Sänger und hatte 16 Vorgänger.

Rückblick: Im Jahr 1919 gründete sich der MGV Liederkranz. Erster Vereinschef war Nikolaus Simon, den Takt gab Chorleiter Josef Theis vor. Bei Sangeswettbewerben belegte der Chor stets vordere Plätze. Auch den großen Sorgen, die der Zweite Weltkrieg dem Verein bescherte, trat der MGV erfolgreich entgegen. An Pfingsten 1951 wurde die Vereinsfahne eingeweiht, ein Jahr später war der Liederkranz Mitbegründer des Sängerkreises St. Wendel.

Nun hat der Verein eine 95-jährige Geschichte hinter sich, doch die an ihn von personeller Seite gestellten Herausforderungen werden größer denn je. "Schon vor fünf Jahren war der Chor geplagt von Nachwuchssorgen", erinnerte sich Schirmherr und Landrat Udo Recktenwald während seiner Festansprache. Der Chor habe in all den Jahren viel für das kulturelle Leben im Dorf getan. "Nun ist die Gesellschaft in der Pflicht dem Chor etwas zurückzugeben", forderte Recktenwald auf. Doch nicht nur in Sitzerath ist das Werben um Sänger der jüngeren Generation längst zur sprichwörtlichen Herkules-Aufgabe geworden. Aktuell vereint Dirigent Armin Kaspar immerhin noch 20 Sänger in seinem stimmigen Ensemble.

Der zweite Tenor Werner Scherer moderierte beim Kommersabend die Programmpunkte an. "Wir gratulieren", sang der Kirchenchor Cäcilia. Den musikalischen Glückwünschen schlossen sich der Patenverein Frohsinn Wadrill und die Sänger aus Limbach an. Geleitet vom Sitzerather David Steines, präsentierte das Vokalensemble Canto aus Lebach-Steinbach lockeren A-cappella-Gesang mit Hits der Prinzen, der Wise Guys und der Comedian Harmonists. Kontrastreich verlief auch der zweite Jubiläums-Tag. Der MGV Thailen gestaltete die Festmesse mit, zum Frühschoppen spielte der Musikverein aus Gusenburg auf. Beim Freundschaftssingen standen die Männerchöre aus Bildstock, Neipel, Otzenhausen und Büschfeld auf der Bühne.

Als große Ehre bezeichnete Vereinschef Matthias Nickels die Tatsache, dass er in seiner Funktion als Vorsitzender des Kreischorverbandes St. Wendel mehrere seiner Sangeskollegen auszeichnen durfte. Für 60 Jahre Chorgesang ehrte er Herbert Becker und August Paulus. 50 Jahre sind Werner Scherer und Hans-Günter Paulus nun schon dabei, Oswin Barth 40 Jahre und Alfred Lorscheter 25 Jahre. "Dass der Verein eine so lange Zeit hinter sich gebracht hat, war nur durch die Kontinuität bei den Dirigenten möglich. Und dazu haben die verdienten Sänger sehr viel beigetragen", lobte Nickels den Einsatz der Jubilare.