Kostbares Kulturgut erhalten

Sitzerath. Die Idee zu diesem Projekt hatte die Betreiberin des Landgashofes Paulus in Sitzerath, Sigrun Essenpreis, die sich zusammen mit Ortsvorsteher Alfred Schmitt und weiteren elf Bürgern aktiv in die Umsetzung des Projektes mit einbrachte

Sitzerath. Die Idee zu diesem Projekt hatte die Betreiberin des Landgashofes Paulus in Sitzerath, Sigrun Essenpreis, die sich zusammen mit Ortsvorsteher Alfred Schmitt und weiteren elf Bürgern aktiv in die Umsetzung des Projektes mit einbrachte. Für die Besitzer bestehender Gärten sollte ein Anreiz geschaffen werden, ihre Gärten weiterhin zu bearbeiten und zu nutzen und nicht zu Rasenflächen umzugestalten, wie das überall beobachtet werden kann. Dies gelang in fast allen Fällen erfolgreich. In allen Gärten wurden Bodenproben entnommen und Analysen gefertigt. Fachlich unterstützt wurden die Hobbygärtner hierbei vom Diplom-Biologen Michael Keller vom Landkreis St. Wendel, der zu allen gärtnerischen Fragen die passenden Antworten hatte. Für fünf Gärten wurde Baumaterial für die Anlegung von Hochbeeten angeschafft. Ebenso wurden für alle Teilnehmer Gartengeräte, Pflanzsamen und Fachliteratur besorgt. Eingebracht wurde auch eine Menge Schweiß in Form von vielen Stunden Eigenleistung. Ein alter stillgelegter Bauerngarten wurde neu erschlossen und zum Lehrgarten umgestaltet. Nicht selbst benötigte Gartenerträge konnten der lokalen Gastronomie zur weiteren Verwendung angeboten werden. Ältere und in der Gartenbewirtschaftung erfahrene Teilnehmer gaben ihr reichhaltiges Wissen an jüngere Teilnehmer weiter. Aufmerksam geworden durch den positiven Anklang in Sitzerath stießen weitere Teilnehmer nachträglich zu dem Projekt, darunter auch ein junges Ehepaar mit ihrem Kleinkind. Unverfälschte naturreine "Bioprodukte" zu erzeugen, war hierfür der Grund. Aus Sicht des mit der Projektbegleitung und Dokumentation beauftragten Planungsbüros Kern aus Illingen stellt die Projektverwirklichung einen richtigen Erfolg dar. Das vom Land geförderte Projekt hat einen wichtigen Anstoß gegeben, dass Bürger selbst etwas für die Erhaltung der Dorfkultur tun und den Zusammenhalt im Ort durch generationenübergreifende Zusammenarbeit maßgeblich beeinflussen können. Obwohl formell beendet, soll der Projektgedanke künftig fortgeführt werden, so die einhellige Meinung aller Anwesenden. Ortsvorsteher Schmitt bedankte sich bei allen Projektteilnehmern, vor allem bei den Sitzerather Mitbürgern, die ihre Gärten immer noch bewirtschaften und ihr Wissen und Können auch an die nächste Generation weiter geben. "Ein solch kostbares Kulturgut wie die Sitzerather Haus- und Küchengärten muss unbedingt für das Dorf und seine Bewohner erhalten bleiben." red

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