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Kinder helfen Nikolaus in Otzenhausen aus der Patsche

Schneewanderung in Otzenhausen : Kinder helfen Nikolaus aus der Patsche

Sein defekter Geschenksack hat den heiligen Mann in Otzenhausen in die Bredouille gebracht. Glücklicherweise konnte er den Nachwuchs aus dem Kinderhaus Sonnenschein als Helfer gewinnen.

Schon der Morgen beginnt für die Kinder im kommunalen Kindergarten Sonnenschein etwas anders. Es schneit in Otzenhausen, und der Wind drückt die Schneeflocken gegen die weihnachtlich dekorierten Fenster der Einrichtung. Durch einen zunächst nicht geklärten Umstand, findet ein Brief den Weg bis auf den Schreibtisch von Kita-Leiterin Ulrike Haupenthal. „Darin hat der Nikolaus unsere Kinder um Hilfe gebeten“, sagt Haupenthal.Was war passiert?

Bei seiner Ankunft in Otzenhausen ist sein Sack kaputtgegangen, und er hat am Ortsrand viele Sachen verloren. „Es wäre toll, wenn die Kinder sich auf den Weg machen könnten, um die Dinge wieder einzusammeln“, schreibt der Nikolaus weiter. Er würde ebenfalls aufbrechen und beim Einsammeln helfen. Für die Kinder ist sofort klar: Wir müssen dem Nikolaus unbedingt aus der Patsche helfen. „Damit wir eine große Fläche richtig absuchen können, teilen wir uns in mehreren Gruppen auf“, erklärt die Erzieherin Sandra Meyer den Kleinen den Plan.

So, jetzt nichts wie rein in die Schneebekleidung, Stiefel und Handschuhe an, damit die Hilfsaktion für den Nikolaus beginnen kann. Noch im Ort machen sich die Kinder ihre Gedanken. „Hoffentlich finden wir was“, sagt die bangende Diana. Auch Luca ist aufgeregt. „Vielleicht können wir den Nikolaus ja noch treffen“, hofft er. Hinter den letzten Häusern begeben sich die kleinen Detektive auf Spurensuche.

Als Erster wird Theo auf dem schneebedeckten Untergrund fündig. „Ich habe eine Nuss gefunden“, ruft er lauthals. Die Walnuss landet im Bollerwagen, den die Kinder extra als Transportmittel für die gefundenen Sachen mitgenommen haben. „Oh, hier sind Abdrücke im Schnee“, vermeldet Erzieherin Meyer. Nach genauer Begutachtung ist sich der Nachwuchs sicher, es könnte sich um den Fußabdruck des heiligen Mannes und Spuren eines Rentieres handeln. „Auf jeden Fall haben die Kinder festgestellt, hier sind sie richtig“, sagt Meyer.

Plötzlich nehmen die Erfolgsmomente zu. „Ich habe eine Mandarine entdeckt“, verkündet Luca. Ein paar Meter weiter spürt Theo mehrere Erdnüsse am Wegesrand auf. Doch haben sich die Kinder zu früh gefreut? Diana sichtet an einem Strauch ein Büschel weiße Haare. „Ist der Nikolaus hier mit dem Bart hängen geblieben?“, fragt sie ihre Erzieherin. Umso rätselhafter verläuft die weitere Suche, als zusätzlich rote Stofffetzen vom Bischofsmantel des Heiligen im Gestrüpp baumeln. „Wenn sein Gewand kaputt ist, wird es dem Nikolaus sicher sehr kalt sein“, befürchtet Erzieherin Meyer.

Das Waldstück haben sie komplett abgesucht, und beim Blick über die freie Fläche des Otzenhausener Pfarrflurs ist weit und breit nichts von dem heiligen Mann zu sehen. Aus heiterem Himmel taucht er dann plötzlich auf. „Ich habe meinen Rentierschlitten hier in der Nähe abgestellt“, sagt er. Nikolaus bedankt sich bei den Kindern und klärt sie auf: „Ich habe einen Engel mit dem Brief in den Kindergarten geschickt, damit ihr mir helft.“ Neben den gefundenen Sachen übergeben die Kinder ihm noch einen Brief und Selbstgebasteltes. „Als Dank nehmt diesen Sack mit in den Kindergarten“, revanchiert sich der heilige Mann. Der ist ganz schön Eile und muss seine Tour fortsetzen.

Wanderung im Schnee: Die gefundenen Sachen haben die Kinder im Bollerwagen deponiert. Foto: Frank Faber

Zurück im Kindergarten, wird das spannende Erlebnis mit den Erzieherinnen reflektiert. „Wir haben den Kindern vorher die Geschichte vom Nikolaus, dass er ein Bischof war und viel Gutes getan hat, vermittelt“, erläutert Kita-Leiterin Haupenthal. Den Auftritt des Nikolaus’ habe der Kindergarten dann mit der Winterwanderung kombiniert. „Von Anfang an stand dabei der Grundgedanke des Teilens im Mittelpunkt. Der Nikolaustag und Weihnachten sollen ein Geben und Nehmen sein“, so Haupenthal. Abschließend packen die Kinder den Sack aus und haben noch jede Menge zu erzählen.