Kappensitzung : Elferrat gewinnt die Saalwette haushoch

Die Kappensitzung in Otzenhausen, das Otzema Spektakulum, ging in der Hunnenring-Narhalla über die Bühne. Das Narrenvolk war begeistert.

Vor mehr als 2000 Jahren hatten die Kelten eine größere Siedlung mit Befestigungsanlage am Dollberg in der Nähe von Otzenhausen in friedlicher Mission bevölkert. Doch elf wild aussehende Männer und ebensolche Frauen, in Tierfellen gekleidet und auf dem Kopf einen behörnten Helm, scheinen von diesem urigen Volksstamm noch übrig geblieben sein. Die Horde dieser wilden Zeitgenossen zeichnet heute in der fünften Jahreszeit für viel Kokolores und närrischen Blödsinn im Nonnweiler Gemeindebezirk verantwortlich. Genauer gesagt, sie rocken nicht unbedingt traditionell, umso unkonventioneller und auch äußerst lautstark das Spektakulum der Faasend zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Otzenhausener Vereine. Dazu braucht es auch keinen närrischen Thronadel mit Prinzenpaaren oder Elferratspräsident, wohl aber allen sonstigen närrischen Mix, um das Narrenvolk in der Hunnenring-Narrhalla bestens unterhalten zu können. Und dieser bunte Mix aus Büttenreden, Tänzen und Gesängen sowie Sketchen und Schunklern, musikalisch untermalt vom heimischen Musikverein Otzenhausen/Sötern unter Dirigent Thomas Müller und moderiert von Manuela Welter, wohl die Frontfrau dieser Horde, kam an.

Mit dem Einzug von Elferrat, Garden und Funkenmariechen ging es mit den Klängen des Musikvereins und dem Heimatlied „In Otzenhausen am Hunnenring“ gleich stimmungsvoll los. In der Bütt konnte sich ebenfalls alles sehen und hören lassen. Zahlreiche Raketen, extrem lautstark gezündet, waren neben einer Keltenbrause oder einem Keltenbräu, je nach Alter der Akteure, der Lohn für die Vorträge. Feuerwehrmann Wolfgang sowie die Zwei vom Marktplatz plauderten aus dem Nähkästchen, zogen dabei so manchen Zeitgenossen durch den Kakao. Ins Reich der Magie entführten die Zauberer Tom und Bock, der Meistermagier und sein Azubi, wobei nicht alle Zaubertricks sehr zur Freude des Narrenvolkes von Erfolg gekrönt waren. Das Ehepaar Maja und Klaus befand sich auf Sauna- und Wellnesskur, diskutierte Beziehungsprobleme, wobei weder er noch sie ein gutes Haar an dem anderen ließ. Kosten und Mühen wurden auch nicht gescheut. Fernseh-Moderator Thomas Gottschalk alias Jan Kohlhaas parodierte die Kultsendung „Wetten dass“. Mit seiner Saalwette verlangte er vom Elferrat 30 im Stil von KISS geschminkte Personen, die auf der Bühne deren weltbekannten Hit „I was made for loving you“ schmettern sollten. Aber auch die Tänze brachten zusätzlich Stimmung unter das Narrenvolk. So wirbelte neben den Keltenzwergen auch die Funkengarde mit viel Schmiss über die Bühne. Sportlich akrobatisch verzauberten die Funkenmariechen Lea Marie Wolf und Xenia Martin das Narrenvolk. Gänsehaut-Gefühl vermittelte die Formation Burning Steps mit ihrer Darbietung „Avatar, Aufbruch nach Pandora“. Nach einigen Stimmungsliedern rund um Bier, Wein oder anderen Alkohol der „Pfünpf“ entführte die Showtanzgruppe Viva la Vida im Dirndl und Lederhose das Narrenvolk mit ihrem Tanz unter dem Motto Aprés Ski – Wir reißen die Hütte ab – in die alpine Bergwelt, derweil das AGOV-Männerballett als Cowgirls aus dem Wilden Westen nahtlos zum furiosen Finale überleitete.

Übrigens, die Saalwette hatte der Elferrat gewonnen, mehr als doppelt so viel wie die geforderten 30 Narren ließen sich schminken und stimmten den vorgesehenen Hit an.

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