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Kappensitzung in Bierfeld mit viel Tanz

Kostenpflichtiger Inhalt: Kappensitzung in Bierfeld : Nicht nur die Tänzerinnen hatten es faustdick hinter den Ohren

Bei der Kappensitzung in Bierfeld bot das Programm eine Mischung aus Tanz, Musik und wortgewandten Büttenrednern.

Ein karnevalistisches Schlaraffenland ist der kleinste Nonnweiler Gemeindebezirk Bierfeld sicherlich nicht, auch deshalb nicht, weil es den früheren Fastnachtsverein „Mir mache bees Bierfeld“ nicht mehr gibt. So hat sich der örtliche Jugendclub diesem traditionellen Brauch- und Kulturgut verschrieben, lud das Bierfelder Narrenvolk zum vierten Mal in die Bürgerhaus-Narrhalla zur Kappensitzung. Mit Ortsvorsteher und Moderator Thomas Lauer, unterstützt von den Mädels Jenny Meter und Julia Volkmer, komplettierten Matthias Wiesen, Michael Wiesen, Vorsitzender des Jugendclubs, Martin Müller und Maximilian Franz den Siebenerrat – anstelle eines Elferrates. Ein Prinzenpaar oder Dreigestirn gab es nicht. Das Berwelder Narrenvolk kam auch ohne bestens in Stimmung.

Tuschmeister war Max Hornig, der die Pointen der Büttenredner und Tänzerinnen lautmalerisch unterstütze. „Dieses närrische Treiben hier in Bierfeld ist schon etwas anders, als wir es vom Verband Saarländischer Karnevalsvereine gewohnt sind“, sagte Jürgen Jäckel, Vorstandsmitglied des Verbandes (VSK), der sich vor Ort über diese Art von Kappensitzung informierte und die Grüße des Verbandes überbrachte. Wenn der Jugendclub auch noch kein Mitglied im VSK sei, könne dies noch geändert werden. Hier werde das Brauchtum gepflegt, dazu eine gute Jugendarbeit gemacht. An Michael Wiesen und Julia Volkmer überreichte er einen VSK-Orden.

Und dann ging es rund im bundesländer- und gemeindeübergreifenden Programm, das das Narrenvolk mit viel Beifall und lautstarken Raketen bedachte. Alleinunterhalter Manuel Peter von der AG OV aus Otzenhausen gab Witze und Kalauer zum Besten, setzte erste Akzente. Akrobatische und tänzerische Glanzpunkte setzten die Gardemädchen von den nachbarlichen Vereinen. Sie kamen aus Neuhütten, Otzenhausen, Nonnweiler, Gusenburg und Löstertal. Die Showtanzgruppe Pink Panter der KGN ließ sich auch nicht lumpen, brachte Mode und Musik aus den Fünfzigern bis in die Zukunft mit. Viel Applaus heimste auch Tanzmariechen Xenia Martin ein.

Ungekrönter Höhepunkt war aber der Auftritt von Quietschi und Quatschi, eine Ausleihe vom Habacher Karnevalsverein. Nach einigen Witzen über Mama, Papa, Bekannte und Nachbarn brachten sie die Stimmung im Saal mit ihren Liedgesängen und Karnevalsschlagern zum Kochen. Zwischen den vielen Tänzen lockerten humorige Büttenreden das Narrenprogramm auf. so blickte Thomas Lauer als Handelsvertreter auf das Geschehen im Dorf zurück, etliche Zeitgenossen bekamen ihr Fett weg. Schlagersänger Michael Wendler und seine junge Freundin Laura wurden gekonnt parodiert, aber noch vom Vortrag zweier Urlauber bestens überboten. Angekündigt als Königsdisziplin in der Bütt brachten beide unisono nur einen Satz über ihre Lippen: „In Schwarzenbach war’s Rettich, – fertisch“, womit sie unter viel Beifall und Jubel die Bühne verließen. Dafür hatte die „verzweifelte Single-Frau“ viel mehr zu erzählen. Hübsch formuliert ließ sie das alte Jahr 2019 Revue passieren und gab zum Besten, warum die vielen Dates, die sie mit etlichen unterschiedlichen Typen hatte, nicht von Erfolg gekrönt waren. „Meine Bett blieb immer halbvoll“, so ihr Resümee. Mit viel Bedauern wurde sie würdevoll verabschiedet. Und wie alle Kappensitzungen so gipfelte auch die Bierfelder in einem Finale mit allen Akteuren auf der Narrenbühne.