Kappensitzung der Karnevalsgesellschaft 1954 Nonnweiler

Kappensitzung : Fünf Stunden Klamauk und Narretei

Gala-Kappensitzung der Karnevalsgesellschaft 1954 Nonnweiler in der Kurhallen-Narrhalla.

Zu den musikalischen Klängen der Hauskapelle Schorsch und Bianca sowie lautstarkem Beifall und Jubel des Narrenvolkes hielt das Prinzenpaar der Karnevalsgesellschaft 1954 Nonnweiler, Ihre Lieblichkeit Prinzessin Kiara I. und Seine Tollität Prinz Felix I., am Samstagabend Einzug zur Gala-Kappensitzung in der Kurhallen-Narrhalla. Etwas Wehmut war sicherlich schon dabei, schließlich hielt nur ein Kinderprinzenpaar Einzug. Die KG hatte es leider nicht geschafft, ein großes Prinzenpaar zu engagieren. Doch das tat der guten Laune des Narrenvolkes über knappe fünf Stunden Klamauk und Narretei keinen Abbruch.

„Großes entsteht immer im Kleinen, wer will da was anderes sagen? Guckt mal, wie selbstverständlich sie Zepter und Krone tragen. Die zwei machen es den Großen vor. Sie meistern ihre Aufgabe mit Bravour“, eröffnete Sitzungspräsidentin Isabelle Barth die Kappensitzung. Der Regentenpaar hob das närrische Zepter und gab die Bühne frei für einen bunten Mix, zusammengestellt aus traditionellen Gardetänzen über Showtanz bis zum originellen Männerballett sowie pfiffigen und humorvollen Büttenreden, alle mit spitzer Zunge vorgetragen.

Eisbrecher in der Bütt war der „rasende Reporter“. Ob Bundeswehr, Pferderennbahn oder Oldtimer-Rennen bis zum Wandern in der Natur, humorvoll hatte er diese Themen beackert. „Bist du auf Reisen, dann lernst du nie aus“, unter diesem Motto hatte „de Lang“, wie er liebevoll in Nonnweiler genannt wird und schon etliche Jahre eine feste Größe in den KG-Kappensitzungen ist, Gott und die Welt, bekannte Zeitgenossen aus dem Kurort und anderen Dörfern, aber auch sich zuweilen sich selbst auf die Schippe genommen. Sagte doch ein Arzt im Krankenhaus in Hermeskeil zu ihm, dass er jetzt viel freier husten könne, nachdem bei ihm eine Tbc (Schwindsucht) festgestellt worden sei. Versorgt wurde er dort von herzlichen, warmherzigen und unbarmherzigen Krankenschwestern. Im Nonnweiler Rathaus habe er die Entdeckung gemacht, dass weibliche und männliche Beamte nunmehr in getrennten Schlafzimmern den Tag verbringen. Gelernt hatte er auch, dass Fische keine Haare haben, denn sie hätten kein Mittel gegen Schuppen. „De Hausmeischder von da Kurhall“ ist ebenfalls eine Institution in der Nonnweiler Faasend. Seine Mischung im Vortrag aus Wort und Gesang, gewürzt mit viel Lokalkolorit, über die Geschehnisse in der Gemeinde wie Straßenbau und Kurhallenrenovierung sowie die anstehenden Wahlen kam mal wieder gut beim Narrenvolk an. Erstmals in der Bütt war ein streitsüchtiges Ehepaar. Derweil sie sich von der Männerwelt genervt zeigte, und dies auch witzig und humorvoll zum Ausdruck brachte, konnte der Ehemann nur noch mit Ausreden und Entschuldigungen dagegen halten. Mit ihrem Musikvortrag, einem Medley aus Fastnachts- und Stimmungsliedern sorgten die Spatzelruther Katzen vom KKV Eisen, zu denen die Nonnweiler Karnevalsgesellschaft schon eine lange Zeit freundschaftliche Kontakte pflegt. Zwischen all den Vorträgen sorgten schwungvolle und sportlich akrobatische Tänze der Garden und Tanzmariechen, die traditionell bei der KG einen hohen Stellenwert haben und eine gute Nachwuchsarbeit dokumentieren, für die Erholung der Lachmuskeln beim Narrenvolk. Schwungvoll präsentierte sich neben dem Männerballett „Die Stauseehupser“ noch die Showtanzgruppe „Wild Dancers“.

Auch eine Ehrung gab’s: Jürgen Schneider (KV Nonnweiler) erhält von Horst Krummenauer (VSK-Regionalbezirk Kreis Illtall) den Ehrenorden des Kreises Illtall.

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