1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nonnweiler

Kappensitzung Braunshausen führte Narren auf die sieben Weltmeere

Alleh Hopp in Braunshausen : Fasendbooze fahren in Braunshausen hinaus auf hohe See

Um eine ordentliche Kappensitzung auf die Bühne zu bringen, braucht es nicht unbedingt einen Elferrat mit Sitzungspräsident und ein Prinzenpaar. Zwei redselige Moderatoren mit Humor und Schlagfertigkeit reichen aus, um einem mit Narren vollbesetzten Bürgersaal ein anspruchsvolles Unterhaltungsprogramm zu bieten.

Das war zumindest in Baunshausen, neuerdings Browntown genannt, der Fall. Mit Hubert Lauer und Heinz Peter Koop hatte der Karnevalsverein wohl die richtigen Steuermänner angeheuert, die unter dem Motto „Browntown Ahoi – Lachangriff auf dem Narrenschiff“ ihr Gefährt durch die hohen Wellen des närrischen Frohsinns steuerten. Kapitän und Bootsmann gelang es mit wohlformulierten Ansagen die Stimmung in der Narrhalla stets am Kochen zu halten, sodass keine Langeweile beim Narrenvolk aufkam. Dazu gab es einen kleinen Orden von den Gardemädchen als Lohn für die guten Darbietungen.

Mit dem Showtanz „Mary Poppins“ eröffneten die Tanzmäuse in Schornsteinfegermontur aus Browntown und dem nachbarlichen Blackriver den Abend. Da er kaum Gelegenheit hatte, eine Frau kennenzulernen, bediente sich Hubert Lauer in einem Sketch einer Heiratsvermittlerin. Bei seinen Bemühungen, die Richtige zu finden, landete er aber bei einer Reitschule. Dass es dann ulkige Verwechslungen gab, erfreute das Narrenvolk. Bis zum nächsten Vortrag sorgte die Ein-Mann-Kapelle Thomas M. mit Schunkel-Liedern für eine kleine Erholung.

Die Dorftratsch ließ aus der Bütt etliche Kalauer über Freunde, Nachbarn, Bekannte und andere Zeitgenossen vom Stapel. Nahezu Jedermann und Frau mit Kind und Kegel wurden durch den Kakao gezogen. Den zweiten Teil des Abends eröffnete die Garde des KVB. Mit einem schmissigen Gardetanz leiteten sie das Narrenvolk über zu den Browntown-News aus dem örtlichen Nachrichtenkanal, auf einer Leinwand bildlich dargestellt und vorgelesen von Judith Rakers. Eine Sensation war Revolution der Randbevölkerung aus Mariahütte, deren Dorf-Eingangsschild nunmehr nicht den Zusatz „Ortsteil Braunshausen“ trägt. Auch die Eröffnung der Talstation am Peterberg mit Ministerin Anke Rehlinger, Bürgermeister Franz Josef Barth und Ortsvorsteher Heinz Peter Koop verursachte Ungemach. Derweil hat Feuerwehrmann Sebastian Gehrmann aufgrund fehlender Mittel in der Gemeindekasse für ein neues Feuerwehrfahrzeug dem Löschbezirk mit einem auf eigene Faust angeschafften Löschfahrzeug aus der Patsche geholfen. Und dann betätigten sich noch einige Männer aus dem Ort beim Ausheben eines Fundaments für eine Ruhebank. Dieses wurde aber, wohl in Ermangelung ordentlicher Pläne, so groß ausgehoben, dass ein Bankgebäude, sprich Sparkasse, hineingepasst hätte. Über die Übertäter, die die Spitze vom Maibaum angesägt hatten, kann erst in der nächsten Sendung berichtet werden.

Lied-Beiträge überbrachte Marathonläufer Thomas Martin. Von Morbach kommend parodierte er die schönsten Orte in Rheinland-Pfalz, Tranenweiher, Börfink und Muhl, die er durchlaufen hatte. Dazu gab er bekannt, dass „auf der Bach“ ein neuer Media Markt eröffnet habe, denn die Elektro-Artikel können dort in „Rathen“ bezahlt werden. Bevor das Männerballett seine Weltreise mit einigen illustren Kostüm- und Szenenwechsel zum finalen Programmpunkt startete, gab ein Pflegeroboter noch Einblicke in die Behandlungsmethoden von Patienten in der Zukunft frei.