Kalligrafie-Projekt: Junge Künstler beschreiben in Otzenhausen Europa

Kalligrafie-Projekt : Junge Künstler „beschreiben“, wie ihr Europa aussehen soll

25 Jugendliche beschäftigten sich in der Europäischen Akademie Otzenhausen mit der Frage, inwieweit europäische Entscheidungsprozesse sie betreffen.

Europa ist allgegenwärtig, und das nicht nur in Zeiten von Europawahlen: Bis Samstag nahmen 25 Jugendliche in einem Seminar unter dem Titel  „YOUrope – es geht um dich!“ an der Europäischen Akademie Otzenhausen (EAO) Europa unter die Lupe. Sie diskutierten seit Montag, wie sich die Europäische Union auf ihr Alltagsleben auswirkt. Wie eine Sprecherin der EAO weiter berichtet, kamen die Jugendlichen aus Deutschland, Kroatien, Polen, Griechenland und Tschechien und sind zwischen 16 und 18 Jahren alt. Die Projektteilnehmer waren Gewinner des 66. Europäischen Schülerwettbewerbs: Ihr Preise: die Teilnahme am Seminar in Otzenhausen.

„Letztendlich betreffen Entwicklungen und Entscheidungen auf EU-Ebene jeden von uns, ob es zum Beispiel um den Brexit geht oder die Abschaffung von Auslandsgebühren für Handytelefonate oder SMS. Nur haben viele junge Erwachsene das Gefühl, bei diesem Thema außen vor zu sein“, sagte Sophia Rickert, die betreuende Studienleiterin an der Europäischen Akademie Otzenhausen. Sie wollte den Jugendlichen verdeutlichen, dass sie eben nicht außen vor sind, sondern viele Gestaltungsmöglichkeiten haben: online in Social Media, bei Demonstrationen, mit Flashmobs oder langfristiger auch in der Politik, in Bürgerinitiativen (wie Fridays for Future) oder regierungsunabhängigen Organisationen.

Dafür hatte die Studienleiterin einen kreativ-künstlerischen Ansatz gewählt: Nach ihrer inhaltlichen Vorarbeit mussten alle Jugendlichen selbst Hand anlegen und ihre persönliche Botschaft, Wünsche und Fragen an ein Europa der Zukunft in einem „Kalligrafie-Graffito“ festhalten. Der Kommunikationsdesigner Jan Sahner aus Saarbrücken, der in und um die Landeshauptstadt so manches Kalligrafie-Projekt mitgestaltet hat, stand ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite.

Schrift und Sprache standen dabei im Mittelpunkt. Jeder arbeitete in seiner Muttersprache, so dass allein schon optisch die Vielfalt an Ideen und Sprachen in Europa sichtbar wurde. Dies übrigens nicht nur für die Teilnehmer: Wer mochte, konnte die sieben Kalligrafien mit ihrem Mix aus Sprachen und Gedanken nach Projektabschluss an der Europäischen Akademie Otzenhausen bewundern. Vielleicht lief die Akademie bei ihren Teilnehmern zum Thema Europa offene Türen ein?

Gemeinsam arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Ländern die positiven und negativen Aspekte Europas heraus. Foto: Sophia Rickert

Das Kalligrafie-Projekt war einer der Preise für die Gewinner des 66. Europäischen Schülerwettbewerbs, die sich dabei schon mit Street-Art als Protestform sowie Social Media und den Auswirkungen auf die Demokratie und den Europawahlen beschäftigt haben. „Dafür können sie sich womöglich nun umso mehr auf die künstlerischen Aspekte konzentrieren“, sagte Rickert augenzwinkernd. Dieses Projekt der Akademie wurde in Zusammenarbeit mit der Europäischen Bewegung  und der Stiftung europäische Kultur und Bildung umgesetzt.

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