1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nonnweiler

In Kastel wurde ein 14-Jähriger bei einer Heizkessel-Explosion verletzt

Einsatz in Kastel : 14-Jähriger wird bei Heizkessel-Explosion schwer verletzt

Zur weiteren Behandlung wurde der Junge in eine Klinik gebracht. Die Polizei spricht von schwersten Verbrennungen, die aber nicht lebensbedrohlich seien.

Über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel hinweg, aber auch  in den ersten Wochen des noch jungen Jahres 2021 haben die Feuerwehren im Landkreis einige größere Einsätze absolviert. Dabei waren auch immer  wieder Menschen in Gefahr. Doch bislang blieben diese glücklicherweise stets unverletzt. Nicht so bei einem Einsatz am Mittwochabend in Kastel, der sich als bedrückend für alle beteiligten Retter erwies, denn ein Jugendlicher wurde bei einer Explosion verletzt. Ein Sprecher der Polizei Nordsaarland berichtet von schwersten Verbrennungen. Aber die Verletzungen seien nicht lebensbedrohlich.

Was war geschehen? Der 14-jährige Junge lebt mit seinen Eltern und seinen beiden Schwestern (13 und 16 Jahre) in Kastel. Laut Polizei seien die Geschwister alleine zuhause gewesen, die Eltern bei der Arbeit. „Als es gegen Abend kalt in der Wohnung wurde, ging der 14-Jährige in den Keller. Dort befindet sich eine Ölheizung mit einem angebauten Feststoff-Brennkessel“, schildert der Polizei-Sprecher. Bei letzterem handele es sich um eine alte Koksheizung, die nicht mehr betrieben wird. Die abfließenden Wasserleitungen seien zugedreht.

„Ersten Ermittlungen zufolge muss davon ausgegangen werden, dass der 14-Jährige die alte Heizung mit Holz befeuerte“, so der Sprecher. Da das erhitzte Wasser jedoch nicht entweichen konnte, sei es zum Überdruck in dem Kessel gekommen, der in der Folge explodierte. Dabei erlitt der Junge schwerste Verbrennungen durch Wasserdampf und heißes Wasser im Gesicht und am Oberkörper. Trotz der schweren Verletzungen konnten er und seine Schwestern sich zu den Nachbarn retten. Von dort aus, so der Polizei-Sprecher, wählte eine der Schwestern den Notruf.

Wie St. Wendels Brandinspekteur Dirk Schäfer berichtet, alarmierte die Leitstelle auf dem Saarbrücker Winterberg gegen 20 Uhr mit dem Stichwort „Explosion in einen Wohnhaus“ ein Großaufgebot an Feuerwehr und Rettungskräften, denn an der angegebenen Wohnanschrift sind mehrere Personen gemeldet. Als die Feuerwehrleute an dem mehrgeschossigen Haus eintrafen, war starker Rauch sichtbar, der seinen Ursprung im Keller hatte. „Ein offenes Feuer gab es nicht“, so Schäfer. Somit kontrollierten seine Kollegen den betroffenen Brandbereich mit der Wärmebildkamera, um mögliche Glutnester aufzuspüren. Anschließend wurde das Gebäude mit Hochdrucklüftern vom Rauch befreit. „Die Feuerwehr leuchtete zudem die Einsatzstelle weiträumig aus und unterstützte den Rettungsdienst“, schildert der Brandinspekteur.

Dieser wiederum versorgte gemeinsam mit den Notärzten den verletzten Jungen vor Ort. Anschließend wurde er zunächst in die Homburger Uni-Klinik gebracht. Nach SZ-Informationen soll der Verletzte noch in der Nacht mit dem Hubschrauber in eine Spezialklinik nach Ludwigshafen geflogen worden sein. Um die Angehörigen in dieser Situation zu unterstützen, wurde die Notfallseelsorge hinzugezogen.

Im Einsatz waren: Löschbezirke Kastel, Nonnweiler, Braunshausen, Primstal, Schwarzenbach, Drehleiter Bosen-Eckelhausen, Notarzt Hermeskeil, Notarzt Lebach, Leitender Notarzt Homburg, Rettungswagen der umliegenden Wachen, Notfallseelsorge, Schornsteinfeger sowie die Polizei.