Hochwaldkelten bespannten fürstlichen Webstuhl im Weltkulturerbe Ein fürstlicher Webstuhl

Hochwaldkelten bespannten fürstlichen Webstuhl im Weltkulturerbe Ein fürstlicher Webstuhl

Nonnweiler. Mit dem fürstlichen Webstuhl hat das mobile Museum der Hochwaldkelten im Weltkulturerbe Völklinger Hütte erstmalig ihr Mammutprojekt in der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben der Erprobung und Leistungsfähigkeit des Webstuhl, war für Michael Koch, den Vorsitzenden des Freundeskreis keltischer Ringwall, zusätzlich die Sammlung erster wichtiger Daten von enormer Bedeutung

Nonnweiler. Mit dem fürstlichen Webstuhl hat das mobile Museum der Hochwaldkelten im Weltkulturerbe Völklinger Hütte erstmalig ihr Mammutprojekt in der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben der Erprobung und Leistungsfähigkeit des Webstuhl, war für Michael Koch, den Vorsitzenden des Freundeskreis keltischer Ringwall, zusätzlich die Sammlung erster wichtiger Daten von enormer Bedeutung. Die Berechnung des Garns, um die nötigen Mengen zu färben, und das Weben der Brettchenborte, nahm im Vorfeld sechs Stunden an Zeit in Anspruch."Drei Stunden haben wir benötigt um vor Ort die 82 Webgewichte dran zu hängen", nannte er als weiteren aufwendigen Punkt. Dem fertigen Webstuhl ging eine Entwicklungszeit von eineinhalb Jahren, und eine Bauzeit von zweieinhalb Wochen voraus.

Griechen als Vorbild

Dessen Nachbau erfolgte nach griechischem Vorbild. Denn, so Koch, die Kelten hätten - auf dem Umweg über die Etrusker - viele Einflüsse der Griechen aufgenommen. Etliche Details sind aber auch keltischen Ausgrabungsfunden nachgebildet. "Er ist eine idealisierte Patchwork-Rekonstruktion. Dazu flossen verschiedene Beobachtungen und Arbeitsergebnisse in das Objekt ein", fasste Koch den Bau des neuen Prunkstücks der Keltengruppe zusammen.

Der 2,40 Meter breite und knapp zwei Meter hohe vertikale Gewichtswebstuhl wurde komplett aus deutscher Fichte geschnitzt, und wird von kunstvoll verknoteten Schnüren, verziert mit ursprünglich etruskischen Motiven, zusammen gehalten. Zwei Personen, die die uralte Arbeitstechnik der Brettchenweberei wieder aufleben lassen, können gleichzeitig den Webstuhl bedienen. Während der jüngeren Eisenzeit, so Koch, habe die Textilherstellung mit seinem fundamentalen Fertigungsprozess eine wachsende Bedeutung und Innovationen erfahren.

"Textil ist vergänglich. Deshalb gibt es wenig überlieferte Funde", bedauerte der Archäologe und Grabungsleiter am Ringwall in Otzenhausen. Aus Schriftquellen sei jedoch ersichtlich, dass neben Gold auch Textilien zum Hausschatz gehörten.

"Die getragene Kleidung gehörte zum Identifikationsmerkmal der Etrusker", informierte er. Ebenfalls habe Kleidung in der Eisenzeit zur keltischen Ausdrucksform gezählt. Laut den Aufzeichnungen Cäsars - dem Völkerkundler der Kelten - sollen sie bunte Kleidung getragen haben. Bunt soll einmal auch der fertige Prachtmantel sein, den die Hochwaldkelten in der Ausstellung nun angefangen haben zu weben. "Das wir in Völklingen einen anschaulichen Einblick ins keltische Alltagsleben vor 2500 Jahren geben konnten, war für uns eine ganz tolle Sache", freute sich Koch.

Neben der Premiere des Webstuhls zeigte die zwölfköpfige Keltengruppe zudem den Besuchern als Replik hergestellte Waffen, und wie Schnallenschuhe genäht werden.

Auf einen Blick

Feststehende Auftritte des mobilen Museums der Hochwaldkelten im Landkreis St. Wendel: 2500 Jahre Geschichte des St. Wendeler Land, veranstaltet von der Kulturinitiative St. Wendeler Land, am 14. Mai auf der Gelände der Europäischen Akademie in Otzenhausen. Keltenfest Celtoi der Gemeinde Nonnweiler am 18. und 19 . Juni in Otzenhausen. Grabungsfest im Wareswald am 27. Juni. frf