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Primsrock: Hateclub kommt zum Primsrock

Primsrock : Hateclub kommt zum Primsrock

Die Hardcore-Jungs aus dem Hochwald treten nach vielen Jahren noch einmal gemeinsam auf. 16 Songs wird es auf die Ohren geben.

Eine freudige Ansage mit dem Presslufthammer: Die Hochwälder Hardcore-Punk-Band Hateclub hat sich für eine einmalige Show am 2. September auf dem Primstaler Primsrock-Festival wieder zusammengerottet. 16 Songs wird die Band in einer guten halben Stunde herunterprügeln.

„Es ist ein Auszug aus der Bandgeschichte“, sagt Sänger Ozzy, während der Probe im Kasteler Jugendclub. Nach sieben Jahren hat der Hateclub 2008 beim Primsrock seinen Laden dichtgemacht, weil Frontmann Ozzy aus beruflichen Gründen mit der Familie in Dänemark landete. Seit ein paar Jahren singt er wieder zusammen mit Bassist Strieme in der eisenharten Hardcore-Formation Dislocate. „Es war zuerst nur eine Idee wieder die Band zusammenzutrommeln, weil es regional nicht mehr so viele Hardcore-Bands gibt“, erklärt Ozzy.

Ihre Überlegung war sofort Musik in den Ohren der Primsrock-Macher und das Okay für die Freiluft-Dröhnung auf dem Primstaler Kirmesplatz ratzfatz perfekt. „Jetzt haben wir die Bescherung und hängen mit den Proben hinterher“, meint Gitarrist Schirra und grinst. Er greift mittlerweile bei den Feelgood Mc Louds in die Saiten. In Schirras elterlichem Gartenhäuschen in Rathen hat die Band damals den Hardcore-Vorschlaghammer rausgeholt. „Wir wollten Musik machen, die in Richtung Punk geht. Dass Hardcore rauskam, war Zufall“, berichtet Schlagzeuger Otti, neben Ozzy und Schirra Gründungsmitglied des Hateclubs. Im Stile von Agnostic Front und Sick off it all fährt die Band ein schnelles musikalisches Brett, die Songs schrammen an die Zwei-Minuten-Grenze ran. „So wird es auch beim Primsrock, zwei Minuten auf die Fresse und weg“, kündigt Ozzy an.

Beim Songschreiben hat sich die Band früher schon sozial- und gesellschaftskritischen Themen wie Rassismus und Perspektivlosigkeit gewidmet, die heutzutage ihre Aktualität noch nicht verloren haben. Auch persönliche Texte über gescheiterte Beziehungen sind in Lieder eingepackt. „Get it“ heißt der von Hand gebrannte Debüt-Tonträger, mit dem sich der Hateclub 2002 in der Hardcore-Szene lautstark bemerkbar macht. „200 Stück haben wir selbst gebrannt. Heute funktioniert das Abspielen der CD nicht mehr, das ist der Unterschied zwischen Brennen und Pressen“, klagt Otti, der jetzt bei der Band O Captain! My Captain hinter der Schießbude sitzt. Es folgen drei weitere professionelle CD-Produktionen und bundesweite Auftritte unter anderem in Jena, Coburg, Berlin und Hamburg.

Einem musikalischen Trend sind die Jungs nie hinterhergelaufen, sondern haben voll ihr eigenes Ding niedergeknüppelt. Mit dem sogenannten Straight-Edge-Gehabe in der Szene, dass unter anderem die Vermeidung von Alkohol, Tabakwaren, Drogen und häufig wechselnde Geschlechtspartner einschließt, um im Alltag wie auf der Bühne stets einen klaren Kopf zu bewahren, haben sie nie was am Hut gehabt. Deshalb seien sie von anderen Bands, so Schirra, oft als Provinzler belächelt worden. Und die haben sich selbst sympathisch auf die Schippe genommen und sind mit Kappen mit der Aufschrift „100 Prozent Agrarcore“ aufgetreten.

Für die Primsrock-Wiedersehensfeier hat sich die Band mit O Captain! My Captain-Sänger und Gitarrist Vicari verstärkt. „Seine schöne Stimme übernimmt auch den Backgroundgesang“, verrät Ozzy. Bei drei Songs kommt noch der frühere Hateclub-Gitarrist Piff auf der Bühne in seinem Heimatdorf zum Einsatz.