Gemeinderat Nonnweiler zu Solar-Projekt und Windenergie-Dialog

Gemeinderat Nonnweiler : Kraft der Sonne soll auf Handenberg Strom erzeugen

Solaranlagen-Projekt wurde im Gemeinderat Nonnweiler vorgestellt. Windenergie-Dialog Sitzerath war ein weiteres Thema.

Wind und Sonne: Um unterschiedliche Facetten erneuerbarer Energien ging es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Nonnweiler im Bürgerhaus in Braunshausen. Zum einen wurden die Ergebnisse des Windenergie-Dialoges Sitzerath präsentiert, zum anderen wurde das Konzept einer Solaranlage Handenberg-Pescheid in Primstal vorgestellt.

Das Projekt in Primstal präsentierte Achim Gebel, ein gebürtiger Primstaler. Gemeinsam mit Helmut Bernardy ist er Geschäftsführer des Unternehmens Clean Source Energy in Berlin. Dieses will auf dem Handenberg auf einer Fläche von 13 Hektar und auf der Gemarkung Pescheid auf drei Hektar Fotovoltaik-Module aufstellen. Die Investitionskosten belaufen sich laut Gebel auf fünf bis sechs Millionen Euro, die Module sollen etwa zehn Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen. Das entspricht etwa dem Verbrauch von 2800 Haushalten. Für das Projekt werde man ein eigenes Unternehmen in Primstal gründen, so dass die Gewerbesteuereinnahmen in der Gemeinde bleiben. Im Ortsrat würde das Vorhaben auf Zustimmung stoßen, sagte Ortsvorsteher Rainer Peter. Man wolle in diesem Jahr das Plan-Verfahren einleiten, so Gebel. Dies werde etwa ein Jahr dauern. Die Fraktionen des Gemeinderates werden sich weiter mit dem Thema befassen. Der Rat muss die Aufstellung eines Bebauungs-Planes beschließen.

Zu Beginn der Ratssitzung ging es um den Wind-Dialog Sitzerath. Wind-Dialog Saar ist ein für die Kommunen kostenfreies Angebot des Landes. Die kommunal Verantwortlichen sollen dabei bei der Deeskalation von Konflikten unterstützt werden, die bei der Planung und Umsetzung von Windrädern entstehen können. In Sitzerath ist der Ausbau der Windkraft heftig umstritten. Unter Federführung von Mitarbeitern des Institutes IZES und einer örtlichen Lenkungsgruppe gab es eine Begehung in Sitzerath. Es folgten ein Fachvortrag und ein Runder Tisch. Durch Informationsaustausch sollte mehr Transparenz geschaffen werden.

Inhaltliche Fragestellungen im behördlichen Planungs- und Genehmigungsverfahren, aber auch Bedenken oder Widerstände lokaler Initiativen seien zielführend und lösungsorientiert in mehreren Workshops erarbeitet, entwickelt und gezielt weitergeleitet worden, unterstrich die Sitzerather Ortsvorsteherin Lieselene Scherer. Dabei ging es um die Stimmung in der Bevölkerung, den Bau eines vierten Windrades, die Lärmbelastung und die Planungen im angrenzenden Rheinland-Pfalz. Sie hätte sich gewünscht, dass das Dialog-Projekt viele Jahre früher gestartet wäre. Scherer: „Sitzerath wird noch einige Zeit mit der Spaltung leben müssen.“

Der Dialog solle weitergeführt werden, sagte Bürgermeister Franz Josef Barth (SPD-unterstützt). Man habe gute Erfahrungen gemacht. Es wäre allerdings besser gewesen, wenn man diesen Dialog schon vor einigen Jahren geführt hätte.