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Gemeinderat Nonnweiler stimmt dem Haushaltsentwurf 2020 zu

Kostenpflichtiger Inhalt: Gemeinderat segnet Haushaltsentwurf ab : Nonnweiler investiert 2,9 Millionen Euro

Der Kämmerer hat die Zahlen auf den Tisch gelegt: In der jüngsten Sitzung stellte er im Gemeinderat den Haushaltsplan 2020 vor.

So eine entspannte Gemeinderatssitzung hatte Nonnweilers Bürgermeister Franz Josef Barth (SPD-unterstützt) schon lange nicht mehr. Denn bei der jüngsten Zusammenkunft des Gremiums gab es eine Premiere: Dieses Mal stellte der Kämmerer den Haushaltsentwurf persönlich vor. Bislang war das immer Chefsache. „Mario Michels wollte die Präsentation gerne übernehmen. Da habe ich nicht ,Nein’ gesagt“, kommentierte Barth. Und so konnte er sich – wie all die anderen Ratsmitglieder – zurücklehnen, während der Kämmerer die Zahlen auf den Tisch legte beziehungsweise an die Wand warf. Michels hatte dazu eine Präsentation erstellt. Auf 23 Folien klärte er die Anwesenden über die finanzielle Lage der Gemeinde auf.

1. Ergebnishaushalt: Der Ergebnishaushalt stellt den gesamten Ressourceneinsatz und -verbrauch einer Kommune dar. „Darin enthalten sind auch die Abschreibungen, sprich der Wertverlust der Anlagen“, erklärte der Kämmerer. Die Verwaltung kalkuliert in diesem Jahr mit Erträgen in Höhe von 16,62 Millionen Euro. Der größte Batzen komme dabei aus Steuereinnahmen. „In der Gemeinde Nonnweiler schlägt vor allem die Gewerbesteuer ordentlich zu Buche“, sagt Michels. Sie bringt Erträge in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Das sind 531 Euro je Einwohner. Zum Vergleich: Der Durchschnitt im Saarland liegt bei 459 Euro pro Kopf. Durch Schlüsselzuweisungen erhält die Gemeinde 3,8 Millionen Euro. Was die Aufwendungen betrifft, rechnet die Verwaltung mit einer Summe von 18,24 Millionen Euro. Darin enthalten ist beispielsweise die Kreis- 
umlage, welche für Nonnweiler in diesem Jahr bei 5,36 Millionen Euro liegt. Für Sach- und Dienstleistungen wendet die Gemeinde 3,56 Millionen Euro auf – davon allein 600 000 Euro, um Wege, Straßen und Plätze zu unterhalten. Zieht man nun die Aufwendungen von den Erträgen ab, so ergibt sich unterm Strich ein Fehlbetrag von 1,63 Millionen Euro im Ergebnishaushalt.

2. Finanzhaushalt: Der Finanzhaushalt orientiert sich sehr am Ergebnishaushalt. „Er beinhaltet die gleichen Positionen, nur dass hier die Abschreibungen rausfallen“, erläuterte Michels. Der Bürgermeister hält den Finanzhaushalt für aussagekräftiger. Er stelle die zahlungswirksamen Vorgänge dar. „Der Finanzhaushalt zeigt somit den tatsächlichen Geldfluss und die Leistungsfähigkeit einer Kommune auf“, beschrieb Barth bei einem Vorgespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Für das Jahr 2020 rechnet die Gemeinde mit Einzahlungen in Höhe von 16,08 Millionen Euro und Auszahlungen von 16,01 Millionen Euro. Das ergibt ein Plus von 70 081 Euro. Darüber freute sich der Rathauschef besonders. Vor allem, weil hier im vergangenen Jahres noch ein Minus von 1,46 Millionen Euro stand.

3. Investitionstätigkeit: Insgesamt möchte die Gemeinde in diesem Jahr 2,93 Millionen Euro investieren. Davon sind 1,96 Millionen Euro Förder- und 974 000 Euro eigene Mittel. „Wir schreiben im Oktober/November immer alle Ortsräte an. Sie können uns die gewünschten Maßnahmen für ihren Ort melden. In der Ausschusssitzung besprechen wir dann, welche Maßnahmen wir aufnehmen können und welche nicht“, erklärte Barth die Vorgehensweise. Im Haushaltsentwurf sind nun unter anderem folgende Projekte aufgelistet: So sollen 600 000 Euro in städtebauliche Maßnahmen fließen. 354 000 Euro sind für den Ausbau von Bushaltebuchten angedacht. Für 300 000 Euro soll der Kunstrasenplatz in Sitzerath erneuert werden. 292 000 Euro stehen bereit, um neue Krippenplätze in Nonnweiler, und 186 000, um neue Krippenplätze in Kastel zu schaffen. Um ein Jugendhaus in Nonnweiler zu errichten, sind 280 000 Euro eingeplant. In den Anbau und die Dachsanierung der Kurhalle sollen 164 000 Euro fließen, zudem 120 000 Euro in den Schulen-Digitalpakt und 109 000 Euro in die Umrüstung der Beleuchtung im Gewerbegebiet Münzbachtal.

4. Schuldenstand: Um die 2,93 Millionen Euro investieren zu können, muss die Gemeinde Nonnweiler in diesem Jahr einen Kredit in Höhe von 904 000 Euro aufnehmen. Der setzt sich zusammen aus 254 000 Euro langfristiger Kredite (auch Investitionskredite genannt) und 650 000 Euro kurzfirstiger Kredite (auch als Kassenkredite bekannt). Wirft man einen Blick auf das generelle Schuldenkonto der Kommune, finden sich folgende Zahlen: Am 31. Dezember 2020 wird die Gemeinde Nonnweiler voraussichtlich 9,54 Millionen Euro Schulden in Form von Investitionskrediten haben. Das sind 1096 Euro Schulden pro Einwohner. Was die Kassenkredite betrifft, so hat die Gemeinde einen Schuldenstand von 13,65 Millionen Euro. Allerdings werden davon durch den Saarlandpakt 6,13 Millionen Euro übernommen. Daher bleibt am Ende des Jahres ein Schuldenstand von 7,53 Millionen Euro übrig. Was einer pro Kopf Verschuldung von 887 Euro entspricht.

Fazit: Es sei gelungen, im Ergebnishaushalt 600 000 Euro für Sanierungsmaßnahmen einzustellen. Gleichzeitig schließe der Finanzhaushalt in der laufenden Verwaltungstätigkeit mit einem positiven Ergebnis ab. „Das primäre Ziel unserer Finanzpolitik, die Sanierung der Gemeindefinanzen, wird vom vorgelegten Haushalt vollumfänglich erfüllt“, resümierte Barth. Darüber hinaus seien auch in diesem Jahr die Investitionen in die Infrastruktur der Dörfer und die Entwicklung des Tourismus mit 2,9 Millionen Euro überdurchschnittlich hoch.

Bürgermeister Franz Josef Barth. Foto: Bonenberger & Klos/Bonenberger

Abstimmung: Der Gemeinderat gab grünes Licht für den vorgelegten Haushalsplan 2020. Sowohl die SPD als auch die CDU stimmten dem Entwurf geschlossen zu.