Ganoven, Gauner, Gänsehaut

Nonnweiler. Das Intro von "Let me entertain you", im Original von Robbie Williams, erfüllte den Saal. Das Publikum wippte mit den Füßen. Doch auf der Bühne stand kein Keyboard, kein Schlagzeug, keine Gitarre. Die sechs Männer von Vokalverbot trugen das Lied nur mit ihren Stimmen vor

 Die Gruppe Vokalverbot ist ein Publikumsmagnet.
Die Gruppe Vokalverbot ist ein Publikumsmagnet.

Nonnweiler. Das Intro von "Let me entertain you", im Original von Robbie Williams, erfüllte den Saal. Das Publikum wippte mit den Füßen. Doch auf der Bühne stand kein Keyboard, kein Schlagzeug, keine Gitarre. Die sechs Männer von Vokalverbot trugen das Lied nur mit ihren Stimmen vor. Die 450 Zuschauer in der ausverkauften Kurhalle in Nonnweiler waren begeistert von der großen Wirkung, die man mit Gesang erzielen kann. Es war der zweite A-cappella-Abend, den die Gruppe Vokalverbot zusammen mit ihren Gästen, den vier Sängerinnen von A caBella, gestaltete. "Spritzig, witzig, kurzweilig, humorvoll, mitreißend", all diese Adjektive fand Zuschauerin Annette Mechel aus Marpingen für das, was ihr auf der Bühne geboten wurde. Sie war mit ihrer Meinung nicht alleine. Die Menschen im Saal sparten nicht mit Applaus für die beiden Formationen. In die Welt der Gauner und Ganoven entführten die Frauen von A caBella das Publikum. Lieder wie "Criminal Tango" oder die "Moritat von Mackie Messer" unterstrichen das Thema. Ganz in Gangster-Manier stellten sie sich vor. Schon so einige Diamanten habe sich Mezzosopran Dorothee Schmidt, die Galante, unter den Nagel gerissen. "Kathi Köhler ist raffiniert, sie druckt ganz ungeniert ihr Geld in rauen Mengen", reimten die drei anderen über ihren Sopran. Auch der Alt habe es in sich, so mache die geschickte Petra Hafner gerne lange Finger und "Annegret Staub ist weltbekannt, wird auch die Patin genannt." Die vier Gesetzesbrecherinnen zeigten auch ihre gefühlvolle Seite. Mit der Ballade "Kiss from a rose" aus dem Film "Bad Man" sorgten sie für Gänsehaut bei den Zuschauern. Ganz so ernst, wie im echten Gauner-Milieu ging es bei A caBella aber nicht zu. Im Gegenteil, es wurde viel gelacht, denn die Frauen bewiesen auch ihr komödiantisches Talent. "A caBella waren super", sagte Zuschauerin Franziska Saar aus Sötern in der Pause, ursprünglich hergelockt habe sie aber Vokalverbot. Die Gruppe aus Otzenhausen scheint ein echter Publikumsmagnet zu sein. Seit 1992 machen Hans Jürgen Schön (Bariton), Andreas Jung (Bass), Frank Klässner (Tenor), Klaus Rimlinger (Bariton), Holger Schön (Tenor) und Stefan Schweig (Tenor) Musik. Schweig arrangiert zudem und gibt den Rhythmus vor. Er übernimmt mit seiner Stimme die Aufgabe des Schlagzeugs. Viele ihrer Texte schreiben Vokalverbot selbst, sie orientieren sich auch an Gruppen wie Wise Guys, Basta oder Maybebop. Von letzteren übernahmen sie die Interpretation zweier Lieder der Comedian Harmonists und sorgten damit für einen der Höhepunkte des Abends. Künstlicher Nebel stieg auf. Andreas Jungs Stimme erinnerte an die von Rammstein Frontmann Till Lindemann, als er dröhnend den "Kaktus" sang.