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Frühlingsfest baut Vorurteile ab

Frühlingsfest baut Vorurteile ab

Nonnweiler. Vor der sonstso ruhigen Einrichtung sind an diesem Tag ein Getränkestand und ein Imbisswagenwagen platziert. Aus einem Raum erklingt Blasmusik, ein Mann mit einem kleinem Saurier auf dem Arm läuft durch den Speisesaal. Das Awo-Übergangs- und Wohnheim in Nonnweiler für Menschen mit seelischer Behinderung feiert sein Frühlingsfest, und deren Bewohner sind mittendrin

Nonnweiler. Vor der sonstso ruhigen Einrichtung sind an diesem Tag ein Getränkestand und ein Imbisswagenwagen platziert. Aus einem Raum erklingt Blasmusik, ein Mann mit einem kleinem Saurier auf dem Arm läuft durch den Speisesaal. Das Awo-Übergangs- und Wohnheim in Nonnweiler für Menschen mit seelischer Behinderung feiert sein Frühlingsfest, und deren Bewohner sind mittendrin. "Genau das ist das Schöne an der Sache. So können auch Berührungsängste und Vorurteile abgebaut werden", sagt Einrichtungsleiter Hans-Werner Zenner. Apropos Vorurteile: Dies treffe auf Nonnweiler nicht mehr zu. Anfangs sei es schon schwierig gewesen. "Eigentlich ist es ja nicht typisch, dass eine Psychiatrie in der Ortsmitte angesiedelt ist", erklärt er. Pfarrer Gorges habe seinerzeit den Leuten den Kopf von der Kanzel gewaschen. "Heute sind unsere Bewohner in die Gesellschaft toll integriert", stellt Zenner fest. Von der Gemeinde Nonnweiler erfahre die Einrichtung große Unterstützung. "Man hilft uns bei der Beschaffung von Praktikumsplätzen, und ist überhaupt immer für uns da", lobt der Heimleiter die Gemeinde.Zu den Aufgaben der Einrichtung gehöre es, den Menschen dabei zu helfen, einen Weg zurück in den Alltag zu finden. Sie sollen wieder einen Bezug zu der Realität bekommen und den Kontakt zu den Normalbürgern suchen. Bei Kaffee und Kuchen tauschen sich beim Fest Bewohner, Gäste und Mitarbeiter des Hauses rege aus. "An solch einem Tag wollen wir natürlich auch unsere Kontakte vertiefen und wenn möglich neue knüpfen", sagt Zenner noch. Kurz darauf ist die Stimme des Einrichtungsleiters in einer anderen Funktion gefragt. Zenner ist Sänger im Shanty-Chor der Marinekameradschaft Segelschulschiff Passat Nunkirchen, der die Besucher mit Seemannsliedern unterhält. Zum Frühschoppen hatte die Kolpingkapelle Nonnweiler-Bierfeld ein Ständchen zum Besten gegeben. Auch die kleinen Besucher kommen voll und ganz auf ihre Kosten. Neben dem Kinderschminken und Malen für die Kinder steht für alle Generationen noch ein besonderer Höhepunkt an. Hans-Werner Müller und Michael Elsenbruch laden in ihrer Präsentation zu einem einstündigen Parkrundgang ins Gondwana-Prähistorium nach Landsweiler-Reden ein. Die beiden Besucherbetreuer haben extra auch einen Styracosaurus im Babyalter, und einen programmierten Spielsaurier, der Kunststücke vorführt, mitgebracht. Die Pfarrkapellen aus Schwarzenbach und Kastel sorgen mit beschwingten Melodien ebenfalls für gute Stimmung. Nur eines stört Zenner am diesjährigen Festtag. "So ein schlechtes Wetter hatten wir in all den Jahren noch nicht", beklagt er. Von seinem eigentlichen Vorhaben, das Frühlingsfest im Außenbereich der Einrichtung durchzuführen, musste er deshalb leider abrücken. "Das Fest war aber trotzdem stark frequentiert", resümiert Zenner. Nach den Böllerschüssen des Schützenvereins Falkenauge Otzenhausen kehrt dann die übliche Ruhe ins Übergangs- und Wohnheim zurück. Vom Erlös des Festes schafft die Arbeiterwohlfahrt therapeutische Gegenstände und Spiele an und finanziert Ausflüge für seine Klienten mit.Übergangs- und Wohnheim für Menschen mit seelischer Behinderung der Awo in Nonnweiler, Telefon (0 68 73) 9 00 10. "Man hilft uns bei der Beschaffung von Praktikumsplätzen, und ist überhaupt immer für uns da."Hans-Werner Zenner