Die zwei Gesichter des VfL

Primstal. "Das war fast eine Kopie des Spiels in Hüttigweiler. Da haben wir auch mit zwei Toren geführt und am Ende hat es nur zu einem Unentschieden gereicht", ärgerte sich Frank Schmidt, der Torwart des Fußball-Verbandsligisten VfL Primstal, über die Punkteteilung beim 2:2 gestern zu Hause gegen die SG Noswendel-Wadern

Primstal. "Das war fast eine Kopie des Spiels in Hüttigweiler. Da haben wir auch mit zwei Toren geführt und am Ende hat es nur zu einem Unentschieden gereicht", ärgerte sich Frank Schmidt, der Torwart des Fußball-Verbandsligisten VfL Primstal, über die Punkteteilung beim 2:2 gestern zu Hause gegen die SG Noswendel-Wadern. Was ihn besonders wurmte: "Gegen meinen Heimatverein hatte ich mir einen Sieg fest vorgenommen. Und nach der ersten Halbzeit umso mehr. Denn wenn man daheim mit 2:0 führt, denkt man ja, dass der Plan auch aufgeht." Doch in der zweiten Hälfte schien es so, als gäbe es beim VfL gar keinen Plan mehr.Doch der Reihe nach: Primstal begann vor knapp 400 Zuschauern gut und versuchte, der SG früh den Schneid abzukaufen. Das gelang jedoch nur bedingt, weshalb die Anhänger der Heimmannschaft bis zur 37. Minute warten mussten, ehe sie erstmals ein Tor bejubeln durften: Nach einem öffnenden Pass von Mittelfeldspieler Tobias Zimmer auf Nicola Lalla, drang dieser über links in den gegnerischen Strafraum ein und ließ dem herauseilenden Gästetorwart Marc Lauer mit einem platzierten Flachschuss keine Chance. Nur zwei Minuten später erhöhte Dominik Flesch, gegen die SG wieder in der Startelf, nach Vorarbeit von André Kunrath und Thomas Maldener zum 2:0-Pausenstand. Da schien alles in die richtige Richtung zu laufen.Aber dann: Halbzeit zwei, der gleiche Ort, die gleichen Mannschaften - aber ein völlig anderes Spiel: Bestimmte der VfL in den ersten 45 Minuten das Geschehen auf dem Platz, drückte nun die SG Noswendel-Wadern. "Die Kompaktheit der ersten Halbzeit fehlte uns in der zweiten Hälfte völlig, wir haben viel zu viele Räume gelassen", analysierte VfL-Schlussmann Schmidt den zweiten Durchgang, in dem der eingewechselte Azad Aslan in der 67. Minute aus 15 Metern Torentfernung den Anschlusstreffer erzielte. "Es ist wohl eine mentale Sache. Wir schalten in Gedanken einen Gang zurück, der Gegner will unbedingt noch etwas reißen, so dass zwei völlig gegensätzliche Einstellungen aufeinandertreffen. Und dann kassiert man halt Gegentore", sagte Schmidt, der in der 86. Minute erneut hinter sich greifen musste - Thomas Holz hatte zum 2:2-Endstand getroffen.Des einen Leid ist des anderen Freud: "In der ersten Halbzeit haben wir nur reagiert, anstatt selbst zu agieren. Das konnten wir nach der Pause ändern, da hat meine Mannschaft eine tolle Moral gezeigt", lobte SG-Trainer Lothar Pesch, der Jugendleiter beim VfL ist und dessen Sohn Marc für Primstal spielt, seine SG-Schützlinge. "Nach zwei Niederlagen in Folge liegen wir gegen den Tabellenführer zurück, und kommen dann noch mal wieder - das war einfach klasse."