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Deutsch-französische Klaviermatinee in der Europäischen Akademie Otzenhausen

Konzert in Otzenhausen : Musikalisch aus der monatelangen Kulturpause

Deutsch-Französisches Freundschaftskonzert mit Robert Leonardy in der Europäischen Akademie in Otzenhausen.

Die Stiftung europäische Kultur und Bildung und die Europäische Akademie Otzenhausen organisierten das erste Konzert nach ihrer mehrmonatigen Kulturpause. Dass die Grenzen in Europa zumindest kurzzeitig eher trennten als verbanden, wollten sie dabei so nicht stehen lassen, teilt eine Sprecherin mit. Deshalb setzten sie mit der Klassikmatinée in der Akademie zum Auftakt ihres Herbstprogramms bewusst ein Zeichen für die deutsch-französische Freundschaft. Ein gelungener Neustart des Kulturprogramms, denn das Forum, der große Saal der Akademie, war bis nahezu komplett besetzt und gleichzeitig halb leer – aufgrund der einzuhaltenden Abstände. Was der Begeisterung der Gäste, die aus Deutschland und Frankreich angereist waren, keinen Abbruch tat.

Mit von der Partie war Robert Leonardy, der sein Programm in gewohnt meisterlicher Weise interpretierte. Auf dem Programm standen Werke herausragender Komponisten aus Deutschland, Frankreich und Österreich-Ungarn, die die Gäste musikalisch in die Romantik entführen: Ludwig van Beethoven als Wegbereiter dieser Epoche, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Franz Liszt und Frédéric Chopin als Beispiele herausragender Dirigenten und Musiker dieser Zeit. Hinzu kam Maurice Ravel, ein Hauptvertreter des Impressionismus in der Musik.

Robert Leonardy ist als ehemaliger Professor an der Hochschule für Musik Saar sowie Gründer und langjähriger Direktor a.D. der Internationalen Musikfestspiele Saar weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Trotz der Herausforderungen, die die Lehre und Federführung bei den Festspielen an ihn stellten, ist er seiner eigentlichen Leidenschaft bis heute treu geblieben. „Ich bin immer Pianist gewesen“, sagte er kürzlich im WDR-Interview. Ohne seine Verbindungen zu berühmten Orchestern zu nutzen, erwarb er sich im Laufe der Zeit mit eigenen Solokonzerten von München bis Berlin und in China und Korea den Ruf eines der interessantesten deutschen Pianisten, so die Sprecherin weiter. „Wie viele Pianisten sind schon an mir vorbeigezogen, und ich bin immer noch da, und das Publikum ist bis heute begeistert“, verriet ihm einst Jorge Bolet im Alter von fast 70 Jahren. „Die Aussage dieses berühmten Pianisten kann ich mir jetzt zu eigen machen“, so Leonardy schmunzelnd, der noch lange nicht ans Aufhören denkt.

 Gruppenbild in Corona-Zeiten:  Robert Leonardy (Zweiter von links)  sowie  Roswitha Jungfleisch (von links), Hanspeter Georgi und Georges Wagner Jourdain, allesamt Organmitglieder der Stiftung europäische Kultur und Bildung.
Gruppenbild in Corona-Zeiten:  Robert Leonardy (Zweiter von links)  sowie  Roswitha Jungfleisch (von links), Hanspeter Georgi und Georges Wagner Jourdain, allesamt Organmitglieder der Stiftung europäische Kultur und Bildung. Foto: Kerstin Adam/Kerstin Adam(C) SEKB OTZENHAUSEN

www.eao-otzenhausen.de