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"Der Hirte ist auf seine Herde angewiesen"

"Der Hirte ist auf seine Herde angewiesen"

Primstal. "Es war eine schöne und erfüllte Zeit. In den Gemeinden hier habe ich sehr viel Offenheit und Herzlichkeit erfahren. Ihre unkomplizierte und nette Art hat mir meine Arbeit leicht gemacht

Primstal. "Es war eine schöne und erfüllte Zeit. In den Gemeinden hier habe ich sehr viel Offenheit und Herzlichkeit erfahren. Ihre unkomplizierte und nette Art hat mir meine Arbeit leicht gemacht." Mit diesen Worten bedankte sich Pastor Thomas Weber in den Pfarreien Braunshausen, Kastel und Primstal und fügte an: "Deshalb ist es an erster Stelle an mir, Ihnen allen zu danken, denn der Hirte ist immer auch auf seine Herde angewiesen." In der Pfarrkirche Primstal war am Sonntagvormittag bei einem Drei-Herren-Amt mit Pater Alois Maldener und Pastor Martin Birkenauer die letzte von drei Abschieds-Etappen. Das Programm, gestaltet vom Kirchenchor (Leitung Organistin Evelyn Finkler), der Pfarrkapelle (Leitung Mario Düpre) und dem Singkreis (Leitung Jutta Backes), war sehr feierlich, aber auch rührend. Ganz ohne Tränen ging es beim Pastor und bei den Gläubigen nicht ab. Die Floskel "Aus den Augen, aus dem Sinn" relativierte Thomas Weber für seine bisherigen Pfarrkinder so: "Aus den Augen in der ersten Zeit, aus dem Sinn nie! Sie können mich gerne in Bitburg besuchen." Man habe einen "herzlich guten Pastor" verloren, würdigte Hubert Finkler für die Kirchengemeinde Primstal. Er überreichte dem scheidenden Pastor eine Statue des Namenspatrons Thomas Becket, des heiligen Erzbischofs von Canterbury. Der scheidende Priester hinterließ eine ausschließlich positive Erbschaft: Störungsfreie Zusammenarbeit überall, in den Pfarreien, im Dekanat, in den Kommunen. Auch die menschliche Harmonie habe stets gut funktioniert. Danksagen stand obenan auf seiner Liste. Dabei waren für den Pastor die Gemeinde-Referentinnen Helene Gmelch und Karin Strempel wichtige Kräfte in vielen Pfarrdiensten. Und die persönliche Note: "Für mich ist in diesen elf Jahren hier mehr als gut gesorgt worden, in jeder Beziehung." In den vergangenen Wochen habe er beim Sichten und Räumen im Pfarrhaus viele Dinge aus seiner Amtszeit aussortiert. In einem Jahrzehnt, das habe er festgestellt, würden sich "viele unwichtige Dinge" ansammeln. Nach dem klangvollen Finale in der Kirche wechselten die Besucher in den Pfarrsaal. Hier hatten zunächst Kinder und Messdiener das humorvolle Wort. In einem Sketch deuteten sie zunächst auf ihre heitere Art die Funktionen einer Kirche während des Gottesdienstes. "Die Messdiener habe ich immer am liebsten gehabt. Diese jungen Menschen haben mir auch jetzt mit ihrem dynamischen Vortrag viel Freude gemacht. Vielleicht macht ihr mal einen Ausflug zu mir nach Bitburg", kann sich Thomas Weber nicht ganz spontan und total von seiner jüngsten Seelsorge-Vergangenheit trennen. Die Kommunalpolitik kam auch zum Abschied in den Pfarrsaal. Dr. Franz-Josef Barth, erster Beigeordneter der Gemeinde Nonnweiler, wünschte dem scheidenden Pastor weiterhin viel Freude in seinem Amt und überreichte ein Präsent. Das tat auch Primstals Ortsvorsteher Kurt Rech ebenso wie Werner Lauck von der Pfarrei. Die Pfarreien Braunshausen und Kastel und ihre kirchlichen sowie kulturellen Vereine waren mit der feierlichen Verabschiedung von Pastor Thomas Weber dem größten Pfarrort Primstal vorausgegangen. Auch hier war Danksagen nach beiden Richtungen angesagt. Der Pastor gab seinen jetzt Ex-Pfarreien im Gestalten kirchlichen Lebens ausschließlich gute Noten. Gute Noten gaben umgekehrt auch die jeweiligen Musikkapellen und Chöre zu seinem Abschied. wb