„Das wirft uns nicht zurück“

„Das wirft uns nicht zurück“

Im Spitzenspiel der Fußball-Saarlandliga hat der VfL Primstal vor 800 Zuschauern beim 1:2 gegen den FV Diefflen seine erste Heimniederlage der Saison kassiert. Die Gäste profitierten bei ihrem zweiten Treffer von einem kapitalen Schnitzer in der VfL-Abwehr.

"Das wirft uns nicht zurück", sagte Primstals Kapitän Tobias Zimmer nach dem Schlusspfiff trotzig. Gerade hatte der VfL Primstal am Samstag das Topspiel der Fußball-Saarlandliga gegen Oberliga-Absteiger FV Diefflen mit 1:2 verloren, in der Tabelle verdrängte der Gegner den VfL dadurch auf den dritten Platz. Und dennoch zeigte sich Zimmer keineswegs enttäuscht über die Niederlage. Denn Primstal hatte sich gegen den Oberliga-Absteiger als ebenbürtiger Gegner präsentiert. "Wir haben unser Spiel eigentlich so aufgezogen, wie wir es wollten und gut gespielt. Hinten haben wir nur lange Bälle zugelassen", sagte Zimmer.

Allerdings bereitete Diefflen genau mit einem dieser langen Bälle den Führungstreffer vor. In der 41. Minute bediente Spielertrainer Thomas Hofer den startenden Fabian Poß, der zunächst an VfL-Torwart Larson Arend scheiterte. Poß schnappte sich jedoch erneut die Kugel und schoss zum 1:0 ein. Der zweite Gegentreffer ging auf die Kappe von Torhüter Arend. "Leo", rief er nach einem Ball von Chris Haase über die VfL-Abwehr. Doch dann blieb Arend urplötzlich wie eine Statue stehen, irritierte damit Marc Pesch völlig - und der Dieffler Carsten Roth schob die Kugel zum 2:0 (53. Minute) ins leere Tor.
Biehl sorgt für mehr Druck

Zuvor hatten sich beide Mannschaften lange Zeit neutralisiert. Mit grenzwertig provozierten Behandlungspausen würgten die Gäste mehrmals den Spielfluss ab. Die beste Torgelegenheit für den VfL verzeichnete Pascal Schmidt, dessen Distanzschuss unmittelbar vor dem 0:1 knapp am Gäste-Kasten vorbeistrich. Nach dem Treffer von Roth versäumte es der FV, den kurzzeitig angezählten Primstalern den K.o-Schlag zu versetzen. Haase köpfte knapp über die Torlatte - und auch eine riesige Konterchance schenkte der FV her. VfL-Trainer Andreas Caryot reagierte auf die mangelnde Durchschlagskraft seiner Mannschaft im Angriff, wechselte Lukas Biehl und damit mehr Torgefahr ein (63. Minute). Nun waren die Gastgeber am Drücker: Manuel Kiefers Kopfball nach einem Freistoß von Steffen Haupenthal flog um Zentimeter am Tor vorbei (66. Minute). Dann war Biehl zur Stelle und verkürzte in der 75. Minute auf 1:2. Steffen Backes hatte ihm den Ball mit dem Kopf vorgelegt. Kurz darauf rauschte Biehl im Strafraum bei einer Eins-gegen-eins-Aktion mit Gäste-Schlussmann Enver Marina zusammen. Der Torschütze musste verletzungsbedingt den Platz verlassen.

Eine letzte Möglichkeit zum Ausgleich besaß Haupenthal, dessen Freistöße allesamt in der Dieffler Abwehrmauer hängen blieben. "Es war ganz knapp, ein 2:2 wäre durchaus gerecht gewesen", fand der VfL-Vorsitzende Alwin Arm.

In der Nachspielzeit vergab Tsukasa Kitano noch einen höheren Sieg des FV. "Wir schauen nach vorne und freuen uns auf unser nächstes Spiel bei Tabellenführer Mettlach", gab Zimmer die Richtung vor. Primstal ist mit 34 Punkten nun Tabellendritter und tritt am kommenden Samstag, 15.15 Uhr, im Mettlacher Stadion am Schwimmbad an. Der SVM gewann bei der SG Saubach mit 4:0 und hat jetzt 39 Punkte. Mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht verließ Georg Müller , Trainer des Fußball-Saarlandligisten SV Hasborn am Samstag den Kunstrasenplatz des 1. FC Riegelsberg. "Das war genau die Antwort, die ich von meiner Mannschaft erwartet habe", sagte der Übungsleiter. Mit 5:0 (2:0) hatte sein Team sich soeben vor 150 Zuschauern beim Tabellenletzten 1. FC Riegelsberg durchgesetzt und damit erfolgreich Wiedergutmachung für die 0:4-Pleite eine Woche zuvor beim damaligen Tabellenvorletzten DJK Bildstock betrieben.

Dass der Hasborner Sieg so deutlich ausfallen würde, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen, denn die Personallage bei den Rot-Weißen war vor der Partie extrem angespannt. Neben den schon länger verletzten Spielern fehlten in Riegelsberg auch Fabian Grill sowie Robbin Jost. Beide mussten aus beruflichen Gründen passen. Dafür kam Maximilian Alt, der in den vergangenen beiden Jahren ausschließlich in der zweiten und dritten Mannschaft spielte, zu seinem Comeback in der Saarlandliga. Alt wurde für Jan Klein eingewechselt. Zudem saß Stürmer Jörg Feid, der eigentlich vor anderthalb Jahren seine Karriere beendet hatte, auf der Bank. Feid kam aber nicht zum Einsatz.

Im Spiel ging Hasborn bereits in der neunten Minute in Führung. Der im Mittelfeld stark auftrumpfende Nicolas Küss schickte Fabian Scholler steil, und der vollstreckte zum 1:0. Zehn Minuten später bediente Scholler mit einer Flanke Küss, und der schoss zum 2:0-Pausenstand ein. In den letzten sieben Spielminuten erhöhten die Rot-Weißen auf 5:0. Zunächst traf Rico Altmeyer nach einem Pass von Klein (83. Minute). Dann ließen Scholler (84.) und Altmeyer (87.) zwei weitere Tore folgen. Beide Treffer bereitete Johannes Gemmel vor.

Morgen um 19 Uhr ist Hasborn im Achtelfinale des Saarlandpokals beim FC Brotdorf zu Gast. Der FCB war bis Sonntag Tabellenführer der Verbandsliga Südwest, musste den ersten Platz aber durch ein 2:4 gegen den neuen Spitzenreiter TuS Herrensohr abgeben. "Mein Co-Trainer Rudi Lesch hat die Partie beobachtet. Der FC wird eine harte Nuss für uns. Wir wollen aber auf jeden Fall im Pokal überwintern", sagt Müller.