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Das ist in den vergangenen Jahren in der Gemeinde Nonnweiler passiert

Kommunalwahl : Im Nonnweiler Rathaus ist Ruhe eingekehrt

Wenig Streit, viele Veränderungen — die Mitglieder des Gemeinderates waren sich in der Wahlperiode meist einig.

„Turbulente fünf Jahre“ – so betitelte die Saarbrücker Zeitung den Bericht über die Gemeinde Nonnweiler vor der Kommunalwahl im Jahr 2014. Gründe für diese Überschrift gab es zur Genüge. Die Mitglieder des Gemeinderates lieferten sich beispielsweise hitzige Debatten über den Ausbau der Windkraft in Sitzerath. Und auch die Diskussion über die Zukunft der Gemeinschaftsschule in Primstal war eine emotionale Angelegenheit. Hinzu kam eine Gemeinderat-Konstellation, die es in sich hatte.

Mit 13 Mandatsträgern ging die SPD aus der Kommunalwahl im Juni 2009 als Sieger hervor. Bei 27 Sitzen im Rat reichte das aber nicht für die Mehrheit. Unterstützung fand die SPD zunächst bei FDP und Linke, die mit je einer Person im Rat vertreten waren. Kurz vor der Wahl im Mai 2014 sah das jedoch ganz anders aus. Im Gremium hatte sich einiges verändert. Ein ehemaliger CDU-Politker hatte sich den Sozialdemokraten angeschlossen, die somit 14 Sitze und die alleinige Mehrheit hatten. Und Linke und FDP? Die bildeten eine Zwei-Mann-Fraktion namens „Allianz für Nonnweiler“.

Nach der Kommunalwahl 2014 kehrte jedoch wieder Ruhe im Gremium ein. Die turbulenten Zeiten waren vorbei. Das lag auch daran, dass nur noch drei statt zuvor fünf Parteien im Rat vertreten waren. Zum einen die Freie Wählergemeinschaft (FWG) mit zwei Mandatsträgern, zum anderen die CDU mit zehn und die SPD mit 15 Politikern. „Daran hat sich in den vergangenen fünf Jahren auch nichts verändert“, blickt Nonnweilers Bürgermeister Franz Josef Barth (parteilos, unterstützt von der SPD) zurück. Lediglich bei den Sozialdemokraten habe es intern zwei Wechsel gegeben. Auch die Abstimmungen gingen oft ohne größeres Tamtam über die Bühne. Zwar waren sich die Fraktionen nicht immer einig und so manche Diskussion zog sich in die Länge – am Ende kamen die Ratsmitglieder aber meist auf einen gemeinsamen Nenner. Das zeigt die Quote der einstimmigen Beschlüsse. Die liegt laut Verwaltungschef Barth bei rund 90 Prozent. Dennoch gab es auch unüberbrückbare Differenzen zwischen den Fraktionen. Vor allem, was die Alm auf dem Peterberg anging. Während sich die CDU-Fraktion dafür aussprach, die ehemalige Schutzhütte zu sanieren und darin wieder ein Restaurant zu etablieren, stimmte die SPD dafür, das Gebäude abzureißen. Was dann letztlich auch im Mai vergangenen Jahres geschah.

Inzwischen liegt ein neues Konzept für den Peterberg vor – das im Übrigen wieder eine Gastronomie beinhaltet. Doch auch fernab des Gipfels hat sich die Gemeinde Nonnweiler seit der Wahl 2014 im Bereich Tourismus weiterentwickelt. Der Radweg zwischen Kastel und Primstal ist fertiggestellt, ebenso der Spielplatz am Freizeitzentrum in Braunshausen. Darüber hinaus wurde das Keltendorf in Otzenhausen eingeweiht. Im Jahr 2015 eröffnete der Nationalpark, 2018 gründete sich der Zweckverband Nationalparktor und ein Architektenwettbewerb zu dessen Gestaltung wurde initiiert.

Einiges getan hat sich auch im Bereich Bildung. Die Kindergärten in Primstal und Nonnweiler wurden saniert, der in Kastel wurde neu gebaut. Außerdem behält die Grundschule Nonnweiler weiterhin zwei Standorte. Ein Wermutstropfen: „An der Gemeinschaftsschule Primstal werden keine Kinder mehr eingeschult“, sagt Bürgermeister Barth. Zwar besteht zurzeit noch eine Dependance mit Türkismühle. Jedoch ist inzwischen sicher, dass die Primstaler Schule im Jahr 2020 auslaufen wird.

Gemeinderat_Nonnweiler Foto: SZ/Steffen, Michael

Zunächst einmal endet jedoch die derzeitige Wahlperiode. Bei der Kommunalwahl am Sonntag, 26. Mai, wird sich entscheiden, welche Fraktionen die Zukunft Nonnweilers in die Hand nehmen. Ins Rennen gehen SPD, CDU und Bündnis 90 die Grünen. Die FWG hingegen tritt nicht mehr an.