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Christbäume von schlicht bis stattlich-edel

Christbäume von schlicht bis stattlich-edel

Primstal. Samstagmorgen. Vom klarblauen Himmel strahlt die Sonne. Das Thermometer zeigt minus 13 Grad an. An dem langgezogenen Firmengebäude des Mobilen Sägewerks von Stefan Giebel in der Tholeyer Straße 12a lehnen in Reih und Glied Christbäume. Große und kleine, schmale und weit ausladende, solche mit grünen und solche mit blau schimmernden Nadeln

Primstal. Samstagmorgen. Vom klarblauen Himmel strahlt die Sonne. Das Thermometer zeigt minus 13 Grad an. An dem langgezogenen Firmengebäude des Mobilen Sägewerks von Stefan Giebel in der Tholeyer Straße 12a lehnen in Reih und Glied Christbäume. Große und kleine, schmale und weit ausladende, solche mit grünen und solche mit blau schimmernden Nadeln. Leute stehen davor, begutachten die Tannen und Fichten, die über Nacht ein weißes Schneekleid angezogen haben. "Schon kurz nach acht ist es heute losgegangen mit dem Verkauf", erzählt Firmenchef Stefan Giebel. "Man merkt halt, dass Weihnachten vor der Tür steht." Unwillkürlich denkt man an das Lied "O Tannenbaum, o Tannenbaum", auch wenn die Bäume, die vor und hinter dem Haus in reicher Auswahl der warmen Stube entgegenträumen, nicht alles Tannen sind. Auch der gemeinen Fichte wird am Heiligen Abend "O Tannenbaum" gesungen, denn "O Fichtenbaum, o Fichtenbaum" würde wohl kaum passen und außerdem mit der Liedtradition brechen.Den Kunden fällt die Qual der Wahl zu. Soll es eine Nordmanntanne sein? Oder vielleicht eine Nobilistanne? Besonders festlich wirkt eine Blaufichte, sehr apart die Koreatanne. Vielleicht genügt dieses Jahr doch die einfache, traditionelle Fichte? "Den Kunden ist es zunächst wichtig, zu wissen, wo der Baum herkommt und ob er frisch geschlagen ist oder nicht", sagt Stefan Giebel und fährt fort: "Der Trend geht dieses Jahr zum Baum in seiner ganzen Höhe." Kleine und einfache Christbäume gibt es bei ihm schon ab zwölf Euro. Die Preisspirale endet bei 40 Euro. "Das ist dann schon ein ganz stattlicher und edler Baum", so Stefan Giebel. Seit 15 Jahren kultiviert das Unternehmen seine Weihnachtsbäume auf einem 2,2 Hektar großen Grundstück auf dem Primstaler Bann selbst. Nur so ist es möglich, die Bäume immer frisch zu schneiden, vor allem nur soviele, wie an einem Verkaufstag gebraucht werden. "Wenn sie mal nicht reichen, fahre ich rasch raus und hole neue. Hauptsache, der Kunde bekommt keinen alten Baum", erklärt er sein Verkaufsprinzip, dem er seit Jahren treu ist. Zwei Netzgeräte sind am Samstag im Einsatz. Der Baum wird durch einen Tunnel gezogen, kommt in einem Netz verpackt am anderen Ende heraus und lässt sich so gut transportieren. Am Samstag bereitet das Einpacken ab und an Schwierigkeiten. Ausladende Bäume lassen sich wegen der Kälte nur schlecht durchziehen und werden deshalb mit einer Schnur zusammengebunden. Gegen kalte Füße hat Stefan Giebel an diesem Tag vorgesorgt. Es gibt warme Speisen und Getränke. Die aufgebauten Stände wirken wie ein kleiner Weihnachtsmarkt. An ein besonderes Erlebnis am Heiligenabend 2006 erinnert sich Stefan Giebel noch heute. Am Nachmittag des Heiligen Abends klingelt ein Bürger an seiner Haustür. Ihm ist der eingekaufte Christbaum gestohlen worden. Was tun kurz vor der Bescherung? Stefan Giebel kann helfen. Statt unter die Dusche zu steigen steigt er in sein Fahrzeug und fährt mit dem Kunden auf sein Tannengrundstück. "Ich konnte den Mann damals einfach nicht enttäuschen - es war doch Weihnachten", sagt Stefan Giebel und verlässt den warmen Bauwagen. Draußen warten Kunden mit ihren ausgesuchten Christbäumen. Alleine kann er sie heute nicht alle bedienen. Die ganze Familie hilft mit. gtr