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Bühnenreif: Leben des Keltenfürsten in fünf Akten

Bühnenreif: Leben des Keltenfürsten in fünf Akten

Es geht um Liebe, Macht und Verrat. Es geht aber auch um Geschichte. Um die Geschichte des Hunnenringes in Otzenhausen: Im Schauspiel „Indutiomarus und Cingetorix“ steht das Schicksal des letzten Fürsten des Ringwalls von Otzenhausen im Mittelpunkt. Uraufführung ist am Samstag in der Kurhalle Nonnweiler. Der Vorverkauf läuft.

Der Stoff eignet sich bestens für ein Drama. In seinem Werk über den gallischen Krieg schreibt der römische Feldherr Caesar auch über den Sieg gegen die Treverer, über den Streit der beiden keltischen Fürsten Indutiomarus und Cingetorix. Indutiomarus zieht gegen Caesar in den Krieg und kommt um. Sein Schwiegersohn Cingetorix hat ihn zuvor verraten und sich auf die Seite der Römer geschlagen. Was aber haben diese Ereignisse in der Zeit um 50 vor Christus mit dem Ringwall von Otzenhausen zu tun? Für den Heimatforscher Manfred Peter sehr viel. Er geht davon aus, dass der keltische Fürst Indutiomarus Herr des Hunnenrings war. Das erzählt Peter auch in seinen Büchern.

Jetzt hat er eine weitere Form der Erzählung gewählt, das Theater. Ein Schauspiel in fünf Akten hat Peter geschaffen. Der Titel: "Indutiomarus und Cingetorix - Das Schicksal des letzten Fürstens des Ringwalls Otzenhausen und der Anfang vom Ende der keltischen Epoche." Am Samstag, 19. September, 20 Uhr, ist die Uraufführung in der Kurhalle in Nonnweiler .

"Ein Theaterstück gibt die Möglichkeit, die Ereignisse anschaulich darzustellen", erläutert der Autor und Regisseur im SZ-Gespräch. Geschichte werde so erlebbar und verständlicher. Fast 50 Mitstreiter vor und hinter den Kulissen konnte Manfred Peter für die Aufführung gewinnen. Die Darsteller schlüpfen nicht nur in die Rollen der Hauptcharaktere, sondern treten auch als keltische Fürsten, Krieger, Druiden und Bedienstete auf. Mitglieder der Römergruppe Vigilia-Romana-Vindriacum aus Wintrich an der Mosel mimen römische Offiziere und Legionäre. Musikalisch gestaltet wird das Schauspiel von einer eigens geschriebenen Komposition von Christoph Oberweis und seiner Gruppe.

Seit Februar wird einmal in der Woche geprobt. "Die Theatergruppe hat sich speziell für dieses Stück zusammengefunden. Sie kommen aus dem Saarland, aber auch aus Luxemburg, Lothringen und der Moselregion", so Peter. Zweieinhalb Stunden dauert laut Verfasser das Schauspiel . Der erste Akt versetzt den Zuschauer zurück ins Jahr 66 vor Christus auf der Festung in Otzenhausen. Indutiomarus betrachtet voller Stolz den Ausbau der Anlage, seine Tochter Etain wird den keltischen Fürsten Cingetorix heiraten, den Herrn des Titelberges im heutigen Luxemburg. Der zweite Akt spielt im römischen Feldlager Caesars. Eine Delegation der Treverer ist zu Besuch. Einige Jahre später, ebenfalls im römischen Lager: Casesar will die Treverer einschüchtern, Indutiomarus und Cingetorix streiten über das richtige Vorgehen gegen die Römer. Der Streit der Keltenfürsten spitzt sich im vierten Akt auf dem Oppidum Otzenhausen zu. Es kommt zum Zerwürfnis. Im letzten Akt unterliegt Indutiomarus im Kampf gegen Caesar, der Clan muss seinen Stammsitz auf dem Hunnenring verlassen.

Tickets für 6,60 Euro gibt's im Vorverkauf bei: Tourist-Info und Rathaus Nonnweiler , Schreibwaren Feis, Otzenhausen, Kaufhaus Becker, Primstal und unter www.ticket-regional.de . Tickets an der Abendkasse kosten neun Euro. Veranstalter ist das Kulturamt Nonnweiler .

Seit Mitte der siebziger Jahre beschäftigt sich Manfred Peter, Verfasser des Schauspiels "Indutiomarus und Cingetorix - Das Schicksal des letzten Fürstens des Ringwalls Otzenhausen und der Anfang vom Ende der keltischen Epoche", mit dem Hunnenring und den Kelten . Peter hat Jura und Politik studiert und als Direktor für Personal beim Generalsekretariat des Europäischen Parlamentes in Luxemburg gearbeitet. Der 72-Jährige stammt aus Primstal, wohnt in Luxemburg. In mehreren Büchern beschäftigt er sich mit der keltischen Festungsanlage. So ist 1985 das Werk "Das vergessene Erbe" erschienen, 2009 "Indutiomarus, der Herr des Ringwalls von Otzenhausen" und 2015 "Hochwald - Keltenland". In seinem Historienspiel will der Autor nun die Ereignisse rund um den Ringwall Otzenhausen in der Zeit des gallischen Krieges darstellen. Er stützt sich dabei auf Caesars Beschreibungen der beiden treverischen Fürsten Indutiomarus und Cingetorix in "De Bello Gallico". Zudem interpretiert er die Erkenntnisse der Archäologen der vergangenen Jahre. Diese haben festgestellt, dass der Hunnenring zwischen 80 und 60 vor Christus stark ausgebaut wurde. Für Peter heißt das, dass der Fürst damals eine bedeutende Rolle gespielt haben muss. Um die Mitte des ersten Jahrhunderts aber endet abrupt die Besiedlung auf dem Hunnenring . Peter schlussfolgert, dass die Herrscherfamilie ihren Stammsitz aufgeben musste. Ein Hinweis auf die Familie des Indutiomarus. Dass dieser eine zentrale Figur des Widerstandes war, dafür spreche auch das römische Militärlager bei Hermeskeil, in Sichtweite des Hunnenringes. Der Heimatforscher kombiniert Caesars Beschreibung mit den Erkenntnissen der Wissenschaftler. Seine Schlussfolgerung: Indutiomarus war der Herr des Hunnenringes.