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Autofahrer will eigenmächtig Baustelle freigeben

Autofahrer will eigenmächtig Baustelle freigeben

Nonnweiler. Von einer "unsinnigen Verkehrsbehinderung" spricht Klaus Jung aus Nonnweiler. Und von "unbegründeter Sperrung" der Auffahrt zur A1 bei Theley. Der 63-Jährige redet sich richtig in Rage, wenn er die aus seiner Sicht nur schleppend vorangehende Arbeit an dieser Baustelle beschreibt. Zurzeit werde sogar überhaupt nicht gebaut

Nonnweiler. Von einer "unsinnigen Verkehrsbehinderung" spricht Klaus Jung aus Nonnweiler. Und von "unbegründeter Sperrung" der Auffahrt zur A1 bei Theley. Der 63-Jährige redet sich richtig in Rage, wenn er die aus seiner Sicht nur schleppend vorangehende Arbeit an dieser Baustelle beschreibt. Zurzeit werde sogar überhaupt nicht gebaut. Jung, der täglich die betroffene Stelle auf dem Weg zur Arbeit und wieder zurück passiert: "Die Zufahrt ist fertig, man kann ungehindert über die Zufahrt zur Autobahn fahren. Warum ist sie trotzdem gesperrt?" Aus diesem Grund würden täglich Hunderte Laster durch Primstal brettern und so die Bürger dort gefährden. Damit nicht genug - Jung beklagt: Kommen die Lkw- und Autofahrer über die Umleitung durch den Ort an der A1-Auffahrt bei Kastel an, stünden sie vor der nächsten Baustellen-Barriere: Kreiselbau zwei. Hier regeln gleich vier Ampel den Verkehr. Und auch hier gehe es nicht zügig voran. Stillstand mitunter an dieser Baustelle. Klaus Jung ist sauer und fordert sowohl von der Gemeinde Nonnweiler als auch von der Polizei, dass sie umgehend für Abhilfe sorgen. Er kündigt sogar an, selbst an der Primstaler Auffahrt "aktiv zu werden", wenn sich nicht bald was ändert: "Ich werde die Sperrung wegräumen. Arbeitszeit maximal 30 Sekunden", heißt es in seinem offenen Brief an Polizei, Gemeindeverwaltung und Saarbrücker Zeitung. Er nehme auch hin, dass dann strafrechtlich gegen ihn ermittelt werden könne. Trotz der Drohung hält der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) in Neunkirchen am Zeitplan fest. Demnach müssten Jung und die übrigen Verkehrsteilnehmer mit der Umleitung bis voraussichtlich Ende August leben. So lange sei die Baustelle auch genehmigt, bestätigte St. Wendels Polizeisprecher Dietmar Böhmer.Auch wenn der Weg zur Autobahn bei Primstal bereits fertig sei, könne wegen des noch nicht abgeschlossenen Baus am vorgelagerten Kreisel die Zufahrt nicht freigegeben werden. Gerd Kloy von der Stabsstelle Sonderprojekte beim LfS: "Aus Gründen der Verkehrssicherheit muss die Auf- und Abfahrt der Anschlussstelle Nonnweiler-Primstal in Fahrtrichtung Trier während der gesamten Bauzeit gesperrt bleiben." Grund seien die Kurven, die nicht in entgegengesetzter Richtung von schweren und langen Lastwagen passiert werden könnten, ohne über die Abgrenzungen zu rollen. Dabei könnten sie beschädigt werden. Darum bleibe es bei der Umleitung zur Auffahrt bei Kastel. Kloy weiter: Im diesem Bereich an der Gomms Mühle komme es "nach mehrmaliger Überprüfung und Rückfragen der Bauüberwachung zu keinerlei Staus". Franz-Josef Barth (SPD), Nonnweilers stellvertretender Bürgermeister, vertraut auf die Pläne des LfS. Was den Arbeitsstopp an der Kasteler Auffahrt betrifft, sagt Barth: "Am 3. August geht es weiter." Dann seien die Ferien der dort eingesetzten Arbeiter vorbei. "Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan." Für ihn sei die Situation keinesfalls dramatisch, schließlich seien die Bürger auch frühzeitig über das Projekt informiert worden. Trotz der Erklärung aus der Straßenbaubehörde gibt sich Klaus Jung nicht zufrieden: "Ich halte es für unvernünftig, den Verkehr jetzt noch durchs Dorf zu leiten. Von 100 Lkw, die die Baustelle passieren, könnte einer falsch rum bei Primstal auf die Autobahn fahren und dabei die enge Kurve beschädigen." Das sind für den Nonnweiler allzu viele Zufälle auf einmal, die laut Landesbetrieb für Straßenbau gegen eine jetzige Freigabe sprechen. Jung bleibt bei seiner Drohung, eigenmächtig die Baustelle freizugeben. "Ich sehe die Sperrung derzeit als vergessene Barrikade". Und er spricht von "Schildbürgerstreich". Dabei will er auch in Kauf nehmen, mit seinem Tun eine Strafanzeige zu riskieren. Jung gibt sich gelassen: "Ich werde es überleben." "Ich werde die Sperrung wegräumen. Arbeitszeit maximal 30 Sekunden."Klaus Jung, verärgerter Autofahrer aus Nonnweiler