Alles unter einen Hut gebracht

Primstal · Das Gemeinschaftsorchester Steinberg/Weiskirchen sowie die Kirchenchöre Sitzerath, Primstal und Kastel gaben gemeinsam ein großartiges Adventskonzert in der Primstaler Pfarrkirche. Instrumental und stimmlich voluminös wurden neue, bekannte, adventliche und weihnachtliche Chorsätze und Orchesterstücke präsentiert.

 Michael Ludwig dirigiert die 80 Sänger des großen Chors Foto: Faber

Michael Ludwig dirigiert die 80 Sänger des großen Chors Foto: Faber

Foto: Faber

In der gut besuchten Primstaler Pfarrkirche teilten sich beim Adventskonzert drei Chöre und eine Instrumentalgruppe das Rampenlicht. Gemeinsam mit dem Publikum suchten sie in der hektischen Vorweihnachtszeit eine Stätte der Stille und tauchten in einen Zufluchtsort der Besinnlichkeit. Michael Ludwig, der die Kirchenchöre Kastel, Sitzerath und Primstal leitet und zudem das Gemeinschaftsorchester Steinberg-Weiskirchen dirigiert, hat daraus einen stimmigen Klangkörper geformt.

"Es war für mich schon eine Herausforderung, alles unter einen Hut zu bringen", gesteht der musikalische Leiter aus Otzenhausen. Die Schwierigkeit: "Eine gemeinsame Literatur vor Chor und Orchester gibt es nicht. Das sind zwei verschiedene Welten, die wir mit dem Konzert verbinden wollten", schildert Ludwig. Als gemeinsamen Konzerteinstieg für den Chor und das Orchester hatte er Georg Friedrich Händels "Hallelujah" gewählt. Mit dem "Abendlied" von Josef Rheinberger begann der vierteilige Chorblock, getragen intonierten daraufhin 80 Stimmen "Die Stille, Heilige Nacht" von Bernd Stallmann, nach einem katalanischen Volkslied. Auf sympathisch einschmeichelnde Weise brachten sie auch das unter "Christmas Lullaby" bekannte "Weihnachts-Wiegenlied" von John Rutter rüber.

Szenenwechsel: Beschwingt, mächtig und eindrucksvoll wechselte das Gemeinschaftsorchester Steinberg-Weiskirchen das Gotteshaus, es läuteten die "Glocken von Notre Dame". In der berühmten Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens wandelt sich am Heiligabend der alte geizige Kaufmann Scrooge in einen Wohltäter, die das Orchester samt Sprecher in der "Weihnachtsnovelle" (Raphael D. Thöne) als bezaubernde symphonische Tondichtung erzählte. Trommeln und Röhrenglocken erklingen in dem Gotteshaus mit Hörsaal-Atmosphäre.

Es wurde lebhaft und fröhlich, die Musiker skizzierten mit der Interpretation "Festa Paesana" (Jacob de Haan) das Treiben rund um ein Dorffest. Ob Naohiro Iwais musikalisch arrangierter Traum von einer "White Christmas" (Weißen Weihnacht) demnächst wahr werden wird? Wie ein strahlender Stern verkündeten Sänger und Musiker die dreiteilige Fassung der von Kurt Gäble arrangierter Weihnachtsgeschichte "Bethlehem". Im Finale waren dann auch die Konzertbesucher stimmlich dabei. "Macht hoch die Tür" sangen alle gemeinsam.

Das Gemeinschaftsprojekt tritt auch am Sonntag, 20. Dezember, um 17 Uhr, in der Pfarrkirche Weiskirchen auf.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort