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Alle Kinder machten mit beim Sportabzeichen

Alle Kinder machten mit beim Sportabzeichen

Rund 960 kleine und große Turnfreunde haben an den Ferienfreizeiten der saarländischen Turnerjugend teilgenommen. Allein 230 beim letzten Zeltlager in Braunshausen, das am Freitag zu Ende ging. Ein Höhepunkt: Alle 170 Kinder beteiligten sich trotz Regenwetter an der Sportabzeichen-Aktion.

Das Holz knackt und knistert. Die Flammen schlagen in die Höhe. Das Lagerfeuer brennt. Rundherum machen es sich immer mehr Kinder und ihre Betreuer auf Bänken gemütlich. Die Aufregung unter den 170 Kindern ist groß. Denn in verschiedenen Gruppen machen sich Klein und Groß bald in der Dunkelheit auf den Weg auf den Peterberg: Geisterwanderung ist angesagt.

Die Geisterwanderung ist immer ein Höhepunkt des Zeltlagers Braunshausen II der saarländischen Turnerjugend. So auch am Mittwoch. Auf der Wanderung durch finsteren Wald und Flur werden die Kinder an verschiedenen Stationen von Geistern und Gespenstern erschreckt. Ein willkommener, gruseliger Spaß, auch wenn alle wissen, dass sich in den Kostümen die Teamer verstecken. Teamer, das sind die rund 30 Erwachsenen, die sich um die Organisation, den Ablauf und das Programm der Ferienfreizeit kümmern. Hinzu kommen etwa 30 Betreuer aus den teilnehmenden Vereinen. Alle engagieren sich übrigens ehrenamtlich.

Wenige Stunden vorher: Alle Kinder und Erwachsenen haben sich zu einer Feierstunde versammelt. Der Grund: Zum ersten Mal haben bei einer solchen Ferienfreizeit alle Kinder bei der Sportabzeichenaktion mitgemacht. An drei Tagen sind sie gerannt und gesprungen, zum Teil im strömenden Regen. Sie haben geturnt und sind im Schaumbergbad geschwommen. "Das ist etwas ganz tolles", freut sich Werner Persch, Beauftragter für das Sportabzeichen im Landessportverband: "So eine Aktion, bei der alle Kinder dabei waren, habe ich noch nicht erlebt." Als Dankeschön gibt es Urkunden und Medaillen.

Dieses Engagement freut auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, die dem Lager am Mittwoch einen Besuch abstattete. "Das ist ein bisschen wie Heimkommen", sagt sie unter dem Applaus der Kinder und Erwachsenen. Denn sie selbst hat vor Jahren Zeltlageratmosphäre als Teilnehmerin und Betreuerin kennengelernt: "Das ihr alle das Sportabzeichen gemacht habt, ist ein tolles Zeichen", betont die Ministerpräsidentin.

"Dass ihr die Kälte und Nässe dieser Woche in den Zelten ausgehalten habt, dafür habt ihr ein dickes Lob verdient", unterstrich sie darüber hinaus. Denn mit einstelligen Temperaturen in den Nachtstunden verbucht Braunshausen II wohl einen Kälterekord.

Dabei stand der Thementag des Zeltlagers unter dem Motto Afrika. Da wären deutlich höhere Temperaturen zu erwarten gewesen. Der Stimmung im Lager tut dies aber keinen Abbruch. "Hakuna" ruft Lagerleiter Thomas Breidt in die Runde. "Matata" kommt die Antwort prompt aus vielen Kehlen. "Hakuna Matata", frei übersetzt, alles kein Problem, ist nämlich der Leitspruch des Zeltlagers, vielen bekannt aus Musical und Film "König der Löwen". "Alles kein Problem, wir können alles zusammen schaffen, wir sind eine Mannschaft", so erklärt Thomas Breidt, der gemeinsam mit Uwe Wagner und Anita Mayer das Lager leitet, diesen Spruch.

Diesen habe man mit Erfolg versucht umzusetzen. Ob Disko, Casino-Abend, Chaos-Rallye, Afrika-Tag. Und und und. Trotz Kälte und Regen - Langeweile ist da ein Fremdwort.

Mit dem Zeltlager Braunshausen II, das am Freitag zu Ende ging, endet auch eine Ära in der Lagerleitung. Anita Mayer machte zum letzten Mal in der Leitung mit. Allein zehn Mal hatte sie mit Thomas Breidt Braunshausen II federführend organisiert, seit Jahrzehnten hat sie viele Ferienfreizeiten der Turnerjugend geleitet. Dafür gab es am Mittwoch ein Dankeschön und viel Applaus.

 Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (rechts) stattete dem Zeltlager der Saar-Turnerjugend einen Besuch ab.
Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (rechts) stattete dem Zeltlager der Saar-Turnerjugend einen Besuch ab.

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HintergrundDie saarländische Turnerjugend bietet in den Großen Ferien verschiedene Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche an. So gab es zwei einwöchige Zeltlager in Britten mit insgesamt 450 Teilnehmern sowie zwei Freizeiten in Braunshausen mit 380 Teilnehmern. Hinzu kommen eine Eltern-Kind-Freizeit mit 100 Beteiligten und eine Jugendfreizeit im Allgäu mit 30 Personen. Organisiert werden die Freizeiten von Ehrenamtlichen. Die Lagerleiter stellen ein Organisationsteam zusammen, die so genannten Teamer. Die beteiligten Vereine melden Betreuer, die sich um die Kinder kümmern. An der letzten Ferienfreizeit dieses Sommers, Braunshausen II, nahmen zehn Vereine teil, die Turnvereine St. Wendel, Überherrn, Lockweiler-Krettnich, Illingen, Altenwald und Losheim, der TuS Ommersheim, der TuS Neunkirchen , der HSV Wemmetsweiler und die LSG Saarlouis. vf