Ältestes römisches Feldlager entdeckt

Ältestes römisches Feldlager entdeckt

Hermeskeil/Nonnweiler. Wir schreiben das Jahr 53 vor Christus. Der römische Feldherr Titus Labienus schlägt mit mehreren tausend Soldaten ein Militärlager bei Hermeskeil auf, in Sichtweite der keltischen Festung auf dem Dollberg, die heute als Hunnenring bekannt ist

Hermeskeil/Nonnweiler. Wir schreiben das Jahr 53 vor Christus. Der römische Feldherr Titus Labienus schlägt mit mehreren tausend Soldaten ein Militärlager bei Hermeskeil auf, in Sichtweite der keltischen Festung auf dem Dollberg, die heute als Hunnenring bekannt ist. Der Keltenstamm der Treverer liefert sich in diesen Tagen des Gallischen Krieges Scharmützel mit den Römern, die diese in jenem Jahr und auch 51 vor Christus blutig niederschlagen.So könnte es sich vor mehr als 2000 Jahren im Hochwald abgespielt haben, legt man die Forschungsergebnisse von Sabine Hornung vom Institut für Vor- und Frühgeschichte der Universität Mainz zugrunde. Der Archäologin ist es nämlich gelungen, das schon länger bekannte Lager zu datieren. Es wurde in der Endphase des Gallischen Krieges um 50 vor Christus errichtet. Hornung: "Es ist damit das bisher älteste römische Militärlager auf deutschem Boden." Die Forscherin unterstrich gestern bei einer Pressekonferenz in Hermeskeil die Bedeutung dieser Entdeckung: "Damit ist dieses Militärlager das einzige Zeugnis des Gallischen Krieges in Deutschland."

Die Datierung möglich machten unscheinbare Alltagsgegenstände, die die Römer verloren oder weggeworfen hatten und die die Mainzer bei einer Grabung im Torbereich des Lagers 2011 entdeckt haben. So etwa für diese Zeit typische etwa 2,6 Zentimeter lange Schuhnägel der Legionäre, Keramikscherben oder Münzen.

Das Lager selbst war 18,2 Hektar groß, durch einen Graben und Erdwall geschützt. Die mehrere tausend Römer lebten in Zelten. Sie nutzten das Lager über Wochen, wenn nicht gar einige Monate. Es lag an einem Verbindungsweg zum nur fünf Kilometer entfernten Hunnenring. vf