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Zwei Stolpersteine für Lauterbach

Zwei Stolpersteine für Lauterbach

In Lauterbach werden am Freitag zwei weitere Stolpersteine als Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Sie gelten Andreas Closen und Anton Detemple und sind die Nummer 18 und 19 in Völklingen.

Am Freitag, 2. Mai, will das Völklinger Aktionsbündnis zwei Stolpersteine im Stadtteil Lauterbach verlegen. Wie Sprecherin Caroline Conrad mitteilte, beginnt die Aktion um 10.30 Uhr in der Köhlerstraße 7 mit der Verlegung des Stolpersteins für Andreas Closen. Andreas Closen war 1938 als so genannter Rädelsführer beim Grenzgängerstreik verhaftet und im Gefängnis Lerchesflur zu Tode gefoltert worden. Der Grenzgängerstreik richtete sich gegen eine Verordnung der Nazis, die die Bergleute zwang, ihren Lohn in Deutschland statt in Frankreich umzuwechseln. Für die Arbeiter war dies mit Einbußen von 30 Prozent verbunden.

Anton Detemple kam wegen angeblichen Landesverrates in die Konzentrationslager Dachau und Flossenbürg. Ihm wurde vorgeworfen, Juden zur Flucht verholfen und sich im im Abstimmungskampf 1935 für den Status quo eingesetzt zu haben. Er überlebte mit schweren Folgeschäden. Der Stolperstein für ihn wird um elf Uhr in der Hauptstraße 293a verlegt.

Die Veranstaltung klingt bei einem kleinen Umtrunk im Glas- und Heimatmuseum Ludweiler aus. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Beide Stolpersteine werden wieder aus Spendengeldern finanziert. Das Aktionsbündnis hat inzwischen 17 solcher Gedenktafeln für Nazi-Opfer in die Gehsteige vor deren früheren Wohnhäusern in Völklingen gesetzt. Der Kölner Künstler Gunter Demnig, auf den die Aktion Stolpersteine zurückgeht, ist aus terminlichen Gründen in Lauterbach nicht dabei. Er kommt am 19. August wieder nach Völklingen, um weitere Stolpersteine sowie eine Stolperschwelle für die Zwangsarbeiter der damaligen Röchlingschen Eisen- und Stahlwerke zu verlegen.